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Statt Sportstätte bald Fertigungshalle

Stadtparlament Gladenbach Statt Sportstätte bald Fertigungshalle

Die Stadtverordneten 
ebneten am Donnerstagabend den Weg für die Umnutzung der Tennishalle. Dorthin will die Firma Stolz Mould aus Niederweidbach ihren Firmensitz verlagern

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Ein Investor will die Tennishalle als neue Betriebsstätte für die Fertigung von Spritzgusswerkzeugen für die Automobilindustrie nutzen.

Quelle: Gianfranco Fain

Gladenbach. Dort wo einst Tennis, Squash, Badminton und Hallenfußball gespielt wurde, sollen bald 23 Mitarbeiter Spritzgusswerkzeuge für die Automobilindustrie fertigen. Dazu muss die Tennishalle komplett umgebaut werden und die Kur- und Freizeitfläche in eine Gewerbefläche umgewidmet werden. Die Parlamentarier stimmten diesem Vorhaben mehrheitlich – bei einer Neinstimme und einer Enthaltung – zu. Allerdings brachten einige auch ihren Unmut zur Informationspolitik der Verwaltung zum Ausdruck.

„Ich fühle mich über den Tisch gezogen“, sagte Harry Walther (SPD). Bereits im November habe die Anfrage der Firma Stolz Mould vorgelegen. Und kurz vor Torschluss werde das Projekt den Stadtverordneten vorgelegt, mit dem Hinweis, dass wenn nicht zugestimmt werde, der Investor nach Dautphe oder Lohra ausweicht. „Das ist nicht okay“, sagte Walther, denn unter diesen Voraussetzungen brauche er seinen Dienst als Stadtverordneter nicht mehr zu leisten. Klaus-Dieter Knierim bestätigte den Eindruck Walthers, dass Druck auf die Entscheidung der Stadtverordneten ausgeübt wurde.

„Zugunsten eines Gewerbebetriebes wird die gesamte Fläche umgenutzt“, sagte er. Das Verfahren zur Entscheidungsfindung pro Gewerbegebiet kritisierte er als „nicht transparent“. Weitere Kritik richtet er an den Nocheigentümer, der nicht mit offenen Karten gespielt habe. Knierim ist überzeugt, dass die Tennishalle „dort oben“ ihre Existenzberechtigung gehabt hat. „Schade, dass wir uns von da oben verabschieden“, sagte Knierim.

Bürgermeister versucht, Wogen zu glätten

Dass die Parlamentarier für die Anfrage des vorherigen Interessenten, der dort eine Kultur- und Eventhalle betreiben wollte, drei Sitzungen verwendet hätten, und ihnen trotzdem keine neuen Erkenntnisse über dieses Vorhaben mitgeteilt wurden, kritisierte Walther scharf. Das nun auf dem Tisch liegende Verfahren bezeichnete er als „sehr ärgerlich“.

Bürgermeister Peter Kremer versuchte, die Verärgerung darüber abzufedern, indem er ankündigte, dass „heute der ­Beginn eines Prozesses ist. Die Stadtverordneten werden sich noch mehrfach mit dem Thema befassen“. Aus einer Stellungnahme des Bürgermeisters, die der OP vorliegt, geht die Chronologie zur Umnutzung der Tennishalle hervor, die am 15. August 2016 ihren Anfang nahm. Bis Dezember 2016 befasste sich das Parlament mit dem Projekt Kultur- und Eventhalle, im Januar kamen Gerüchte auf, wonach ein weiterer Investor an der Tennishalle interessiert ist.

Nach einer Prüfung durch den aus Gladenbach stammenden Stefan Stolz, ob eine technische und bauliche Umsetzung möglich ist, einigte sich der Magistrat im Februar mit dem Investor auf ein Stillschweige-Abkommen. Erst nach einem Gespräch mit dem Regierungspräsidium, wo beide­ Vorhaben erörtert und der Lärmschutz bei dem Betrieb der Kultur- und Eventhalle als problematisch eingestuft wurde, stellte der Planer Mitte April den Auftrag auf Einleitung eines entsprechenden Bauleitverfahrens zur Nutzungsänderung.

von Silke Pfeifer-Sternke

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