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Projekt „Lammerich“ beginnt zu laufen

Stadtparlament Gladenbach Projekt „Lammerich“ beginnt zu laufen

Das mehr als sechs Hektar große Gladenbacher Baugebiet „Lammerich“ nimmt seinen Lauf. Die Stadt lässt die Hessische Landgesellschaft (HLG) knapp 760.000 Euro in den Kauf investieren.

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Ein 4,3 Hektar großes Gelände im Süden der Kernstadt von Gladenbach soll zum Baugebiet werden.

Quelle: PIRO4D / Pixabay

Gladenbach. Das Gladenbacher Parlament gab am jüngst mit 25 Jastimmen – bei 5 Enthaltungen – seine Zustimmung für einen „Bodenbevorratungsvertrag“ für das geplante Baugebiet. Dieses grenzt im Süden der Kernstadt an das Wohngebiet „Schöne Aussicht“ und erstreckt sich bis in die ­Gemarkung Erdhausen.

Die Hessische Landgesellschaft wird das etwa 6,4 Hektar große Areal nun für potenzielle Häuslebauer herrichten. Zuerst müssen dazu Grundstücke gekauft werden, die sich noch im Privatbesitz befinden. Für diese 4,3 Hektar große Fläche ist ein Kaufpreis von knapp 760.000 Euro vorgesehen. Alle Eigentümer hätten dem Verkauf ihrer Parzellen zugestimmt, erklärte­ Bürgermeister Peter Kremer (parteilos).

Danach lässt die HLG das ­Gebiet erschließen, wozu sämtliche Versorgungsleitungen für Strom, Wasser, Kanal, Gas und Telekommunikation verlegt werden sowie Straßen gebaut. Diese Arbeiten sollen „mit Vollgas“ angegangen werden, versprach der Bürgermeister.

„Wir brauchen ein großes Baugebiet für die Kernstadt“, sagte­ Kremer, weil dort die größte Nachfrage nach Grundstücken herrscht. Freie Bauplätze seien­ in Gladenbach mittlerweile rar. Im Wohngebiet „Unter dem Schlossberg“ – auf dem ehemaligen Sportplatz Blankenstein – steht noch ein leeres Grundstück zur Verfügung.

Zahl der möglichen Grundstücke ist ungewiss

Von einer „traumhaften Lage“­ sprach der Bürgermeister mit Blick auf den „Lammerich“. „Ich bin mir sicher, dass die Flächen trotz der Bundesstraße gut zu vermarkten sind“, sagte der Bürgermeister. Der Bodenbevorratungsvertrag mit der HLG läuft zehn Jahre. Sollten bis dahin nicht alle Grundstücke verkauft sein, muss die Stadt diese wieder erwerben – oder aber den Vertrag mit der Landgesellschaft verlängern.

Wie viele Bauplätze in der „Lammerich“ ausgewiesen werden können und mit welchem Gewinn die Stadt rechnen kann, wollte der Bürgermeister auf Nachfrage der Freien Wähler (FW) nicht abschätzen.

Die HLG empfiehlt einen Mindestverkaufspreis für die Grundstücke, das Stadtparlament legt dann den endgültigen Preis fest. „Wir wären mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn wir die Bauplätze verschenken würden“, sagte Kremer. Ein „Nullsummenspiel“ soll es deshalb nicht geben.

Für Helmut Brück (FW) ging der Vertragsabschluss mit der HLG etwas zu schnell. Er plädierte dafür, die Entscheidung auf die September-Sitzung des Parlaments zu verschieben. Zuvor sollten noch der Ortsbeirat sowie der Bau- und Planungsausschuss zu dem Thema gehört werden. Laut Brück gibt es außerdem noch andere mögliche Baugebiete in der Kernstadt, zum Beispiel am Hainpark und der „Ballonwiese“.

Nach einer von den Freien Wählern beantragten Sitzungsunterbrechung sprach sich das Parlament noch einstimmig für den Vertrag mit der HLG und damit für deren Ankauf der Grundstücke in der „Lammerich“ aus.

von Michael Tietz

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