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Sinkershausen kämpft gegen Herztod

Defibrillator Sinkershausen kämpft gegen Herztod

Die Voraushelfer sind geschult, der vom Ortsbeirat Sinkershausen initiierte Defibrillator ist gekauft, 
es fehlt nur die sichere Aufbewahrungskiste für das lebensrettende Gerät.

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Zwei Voraushelfer üben die Wiederbelebung an einer Baby-Puppe. Sie gehören zu einer achtköpfigen Gruppe von Freiwilligen, die sich von Ausbildern und Rettungssanitätern des DRK-Mittelhessen schulen ließen.

Quelle: Ingrid Lang

Sinkershausen. Sechs Sinkershäuser, ein Runzhäuser und ein Rüchenbacher absolvierten an einem Wochenende die Ausbildung zum Voraushelfer. „Das ist die erste Schulung im Landkreis die von einer Initiative der Bürger ausgeht“, sagt Markus Spies und Sven Schmitt pflichtete ihm bei. Sie gehören der Arbeitsgruppe des Landkreises an. Die Anregung habe Manuel Neukirchner gegeben, berichtet Sinkershausens Ortsvorsteher Klaus Bartnik. Er rief die Bürger auf, sich an einer Schulung zum Voraushelfer zu beteiligen.

Zudem setzte sich der Ortsbeirat für den Kauf eines Defibrillators ein. Innerhalb von drei Tagen kamen aus Spenden von heimischen Firmen, von einem Privatier sowie dem Erlös des Seniorennachmittags die benötigten 1700 Euro zusammen und der „Defi“ über das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das den Rest beisteuerte, besorgt.

Nur Voraushelfer mit Code kommen an „Defi“ ran

Mit dem „Defi“ soll die Notfallversorgung bei drohendem Herztod unterstützt werden. Das Gerät zur Lebensrettung wird in einem speziellen Behälter am Eingang des Bürgerhauses aufbewahrt, woraus ihn ­jeder Voraushelfer wird entnehmen können. Dieser Aufbewahrungskasten wird ebenfalls über das DRK bezogen, an den Kosten beteiligt sich die Stadt Gladenbach.

Es sei wichtig, dass der „Defi“ zu jeder Tages- oder Nachtzeit erreichbar ist, betont Bartnik. Sollte in Sinkershausen ein Notfall eintreten und der Rettungswagen anderweitig im Einsatz sein, alarmiert die Leitstelle per Handy-App einen Voraushelfer, der in der Nähe ist. Dieser kann dann am Bürgerhaus den „Defi“ aus dem Kasten entnehmen, dessen Entriegelung der Mitarbeiter der Leitstelle freischaltet. Dem Voraushelfer übermittelt die Leitstelle einen Code zur Entnahme des Geräts.

Das Voraushelfersystem ist ­eine Art organisierte Nachbarschaftshilfe. Ein Voraushelfer soll die wertvolle Zeit mit erster Hilfe zur Lebensrettung überbrücken, bis der Notarzt eintrifft. Ein Voraushelfer muss 18 Jahre alt sein und einen acht Doppelstunden umfassenden Erste Hilfe Lehrgang sowie eine spezielle Schulung am Gerät absolviert haben.

Im Landkreis gibt es Voraushelfer seit 2013

In Sinkershausen haben Rettungssanitäter des DRK-Mittelhessen die Teilnehmer bei der Schulung unterstützt. Sie lernten zum Beispiel die Herzdruckmassage bei einem Baby. Angenommen wurde zudem die Rettung eines Bewusstlosen aus einer Toilette mit anschließender Herzdruckmassage im Wechsel mit Mund zu Mund Beatmungen.

In 2011 startete­ im Landkreis Marburg-Biedenkopf das Aktionsbündnis „Kampf gegen den plötzlichen Herztod“. Seitdem entwickelten­ Mitglieder der Notfallrettung verschiedene Möglichkeiten, um den „therapiefreien Intervall“ vom Eintritt des plötzlichen Herz-/Kreislaufstillstands bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken beziehungsweise lückenlos zu füllen. Verstärkt wird die lebensrettende Soforthilfe zum einen durch eine Anleitung per Telefon durch Fachkräfte in der Leitstelle.

Mit einer klar strukturierten Notrufabfrage versuchen die Einsatzbearbeiter die Situation so früh wie möglich zu erfassen und dem Anrufer bei einem möglichen Herzstillstand gezielt zur Ersthilfe anzuleiten. Seit 2013 gibt es im Landkreis ausgebildete Voraushelfer, die zusätzlich zum Rettungsdienst alarmiert werden können.

von Ingrid Lang

Acht Freiwillige wurden vom DRK-Mittelhessen zu Voraushelfern ausgebildet. Foto: Ingrid Lang
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