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Schüler begeistern sich für Europa

Projekttag mittelhessischer Europaschulen Schüler begeistern sich für Europa

Sie sind kreativ, engagiert, motiviert. Und sie machen sich für Werte wie Demokratie, Menschenrechte und Toleranz stark. Wie das gelingt, zeigten Jugendliche aus sieben mittelhessischen Europaschulen bei einem Projekttag.

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Kreativ sein beim Projekttag der Europaschulen (von links): Die Gladenbacher Grundschüler Kristina Kinas, Niklas Stolz und Naomi Hofmann bauen fleißig „Rennbürsten“.

Quelle: privat

Gladenbach. Fremde Sprachen und Kulturen sind fester Bestandteil ihres Schulalltags, ebenso die Aufgaben und Ziele der Europäischen Union. Diesen nähern sich die Kinder und Jugendlichen an den 34 hessischen Europaschulen auf unterschiedliche Weise – zum Beispiel bei Projekten, Wettbewerben oder internationalen Schülerbegegnungen.

„Der Austausch untereinander ist ebenfalls wichtig. Wir mittelhessischen Europaschulen arbeiten eng zusammen und wollen auch nach außen zeigen, wie vielfältig unsere Arbeit ist“, erklärt Markus Wege, Lehrer an der Freiherr-vom-Stein-Schule in Gladenbach.

Er ist Koordinator der hessischen Europaschulen der Region Mitte. Diesem Verbund gehören auch die Gewerblichen Schulen Dillenburg, Max-Eyth-Schule Alsfeld, Sophie-von-Brabant-Schule Marburg, Freiherr-vom-Stein-Schule Hünfelden, Theodor-Litt-Schule­ Gießen und Werner-von-Siemens-Schule Wetzlar sowie das Europa-Studienseminar für berufliche Schulen in Gießen an.

Einmal im Jahr kommen sie zu einem gemeinsamen Projekttag zusammen. Der stand diesmal ganz im Zeichen des Jahresmottos der Europaschulen: „Europa in Bewegung“. Dazu gab es an der Theodor-Litt-Schule Workshops, Spiele, Präsentationen, Vorträge und zum Kosten internationale Spezialitäten.
Die Schüler bauten „Rennbürsten“ und lieferten sich damit kleine Wettkämpfe und sie stellten bei einem interaktiven Europaquiz ihr Wissen unter Beweis. Außerdem hatte jede Abordnung einen kleinen Stand vorbereitet und stellte dort vor, wie ihre Europaschule „in Bewegung“ ist.

„Jetzt verstehe ich besser, was Europaschule bedeutet“

Für die vier Gladenbacher Grundschüler Kristina Kinas, Naomi Hofmann, Celine Stein und Niklas Stolz war der Aktionstag ein besonderes Erlebnis. „Die Europaschnitzeljagd auf der Suche nach verschiedenen europäischen Ländern durch die Wieseckaue hat richtig großen Spaß gemacht“, erzählte Kristina Kinas. Die Speisen aus verschiedenen europäischen Ländern gefielen Celine Stein besonders: „Die waren lecker, zum Beispiel das Shortbread aus England“, berichtete die Grundschülerin. Für sie war es außerdem interessant, einmal eine andere Schule kennenzulernen.

Die vielen Präsentationen zum Thema Europa beeindruckten Niklas Stolz: „Jetzt verstehe ich viel besser, was es bedeutet, auf einer Europaschule zu sein.“ Das findet auch Naomi Hofmann: „Ich war froh, dass ich mitdurfte.“

Auch den vier Gladenbacher­ Juniorbotschaftern Meryem­ Aric, Katja Busch, Annika Culmsee und Johanna Zipper ­haben die Begegnungen und der Austausch mit anderen­ ­Jugendlichen gefallen. „Besonders toll war das vielfältige ­Angebot der anderen Schulen und ­deren Darstellung des europäischen Gedankens. Wir konnten die ­europäischen Werte unserer Schule auch lebendig vertreten“, erzählte Katja Busch.

Einblicke in den Alltag einer Berufsschule

Besuch bekamen die Gladenbacher Juniorbotschafter an ­ihrem Stand auch von Manuel Lösel, Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium. „Wir müssen bei den jungen Menschen ansetzen, um für die ­europäische Idee zu werben, um Europa zu leben und klarzumachen, wie wichtig Europa ist – existenziell wichtig für den Frieden, der bis heute nicht selbstverständlich ist, nicht einmal in Europa“, sagte der Pädagoge. Im Kontakt mit Gleichaltrigen anderer Länder ließen sich Vorurteile ab- und freundschaftliche Beziehungen aufbauen, ließe „sich die europäische Idee nachhaltig leben“, sagte Lösel.­ Den Schülern gab er den Rat: „Seid euch eurer Stellung als Botschafter für Deutschland und Europa bewusst.“

Mit vielen neuen Eindrücken kehrte auch Annika Culmsee vom Projekttag zurück. „Der Tag war sehr bereichernd. Vor allem fand ich es gut, dass wir neben den Europa-Workshops und Präsentationsständen die Gelegenheit hatten, Einblicke in den Alltag einer Berufsschule zu gewinnen“, berichtet die Juniorbotschafterin.

Gemeinsame Aktionen der mittelhessischen Europaschulen sind auch für das nächste Schuljahr geplant. „Neben dem Projekttag wird es ein Demokratie-Lernprojekt geben“, kündigt Markus Wege an. Unter dem Titel „Demokratie (er)leben“ wollen Schüler und Lehrer in der Europäischen Akademie Otzen­hausen, einer Fortbildungs- und Begegnungsstätte im Saarland, zusammenkommen.

von Michael Tietz 
und Franz Ewert

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