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Per Express durchs Hinterland

Schnellbuslinie X383 Per Express durchs Hinterland

Von der Hinterlandstadt kommen Fahrgäste 
künftig schneller in die Kreisstadt. Der Preis der Schnelligkeit: Manche 
Orte wie zum Beispiel Lohra liegen nicht auf der Strecke der neuen Linie.

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Während die Linie 383 von Marburg bis nach Bad Endbach verkehrt, wird die Schnellbuslinie X383 in Gladenbach enden, beziehungsweise nach Marburg starten.

Quelle: Gianfranco Fain

Gladenbach. Die neue Schnellbuslinie geisterte schon durch die Parlamentssitzungen in Gladenbach und Lohra, wenn dort Abgeordneten oder Bürgermeistern über die Beratungen zum neuen Nahverkehrsplan 2018 bis 2022 des Landkreises berichtet wurde. Wirklich mitgeteilt wurde bislang wenig, lediglich, dass es beabsichtigt, beziehungsweise umgesetzt wird, eine Schnellbuslinie von Gladenbach nach Marburg und umgekehrt einzurichten.

Fest steht: Die Linie wird kommen, weil der RMV sein Schnellbusliniennetz ausbaut, die zusätzliche Linie auch bezahlen wird und darüber mit dem regionalen Nahverkehrsverband des Landkreises (RNV) verhandelt. Einen Namen hat die neue 
Linie auch schon, X383. Auch der Start- und Endpunkt stehen fest, alles andere ist aber noch offen, heißt es auf Anfrage der OP aus den Geschäftsstellen der beiden Verkehrsverbünde.

Zeiten auf Zugfahrplan ausgerichtet

Der Entwurf des Nahverkehrsplans wird nach den Stellungnahmen der Kommunen gerade überarbeitet und am 24. August der RNV-Versammlung zum Beschluss vorgelegt. Danach beginnt das Anhörungsverfahren, bevor der Kreistag im Dezember den Nahverkehrsplan für die Jahre 2018 bis 2022 verabschiedet.

Wenn auch alles noch offen sein soll, so steht dennoch fest, dass die neue Linie „vor allem auf günstige Umsteigezeiten in Marburg zu den Zügen Richtung Gießen und Frankfurt ausgerichtet sein wird“, schreibt ein RNV-Moderator im Beteiligungsforum des Landkreises auf den Vorschlag, die Linie für die Schulanfahrten nach und von Marburg einzurichten. Schüler aus Bad Endbach könnten in Gladenbach von der 383 auf die X383 umsteigen und so „von den verkürzten Fahrtzeiten profitieren“.

Lohra wird von Schnelllinie nicht profitieren

Die soll, wie es zum Beispiel während der Gladenbacher Stadtverordnetenversammlung hieß, von Gladenbach nach Marburg nur rund 30 Minuten betragen. 51 Minuten sind es derzeit mit der Linie 383 für dieselbe Strecke. Insgesamt sind die Busse auf der Linie 383 von Marburg nach Bad Endbach 1 Stunde und 26 Minuten unterwegs. Die Hauptader des Nahverkehrs im Landkreises bleibt bestehen.

Die Fahrzeitverringerung kommt also durch den Wegfall von Haltestellen zustande, die neue Schnellbuslinie orientiert sich am Verlauf der Bundesstraße 255. Das bedeutet zum Beispiel für die Gemeinde Lohra, durch die die Linie 383 führt, vom Schnellbusverkehr ausgeschlossen zu sein. Allenfalls ein Halt im direkt an der B 255 liegenden Ortsteil Nanz-Willershausen scheint denkbar, wobei dorthin die Erreichbarkeit aus den anderen Lohraer Orten zum Problem wird.

Weitere mögliche Haltepunkte ohne Abfahrt von der B  255 wären Niederweimar und, falls die Schnelllinie nicht über die B 3 fährt, auch noch Gisselberg. Ob diese Halte in Frage kommen, dürfte auch damit zusammenhängen, ob die X383 den Marburger Südbahnhof anfährt, gar dort endet, oder bis zum Hauptbahnhof verkehrt.

Lohras Busverbindung
 nach Gießen ist bedroht

Davon unberührt plagen die Busnutzer in Lohra weitere Sorgen. Die Einführung der Schnellbuslinie könnte bei entsprechenden Nutzerzahlen zu einer Ausdünnung des bisherigen Taktes der 383, also einer Angebotsreduzierung, führen. Diese Befürchtung äußerte Gemeindevertreter Markus Hemberger in der letzten Sitzung vor der Sommerpause.

Als Delegiertenvertreter des ÖPNV berichtete Hemberger weiter, dass die Linie 38 von Lohra nach Niederwalgern nicht optimal mit den Anschlusszügen vertaktet ist, dies aber verbessert werden soll.

Die Anschlusssituation des Dorfes am südlichen Rand des Landkreises nach Gießen droht sich zu verschlechtern. Erneut habe der Landkreis Gießen vor, nach dem Fahrplanwechsel zum Jahresende keinen 
Zuschuss mehr für die von der VGO betriebene 
Linie 43 zu zahlen. Die Linie 43 würde 
somit entfallen. Sie verbindet Kirchvers mit Krumbach in der Gemeinde Biebertal, von wo aus ein Anschluss nach Gießen ins Zentrum des Nachbarkreises besteht.

Wenn diese Linie wegbreche, so Hemberger, sei das „schlecht für uns alle“, besonders für die südlich gelegenen Orte der Gemeinde. Zuerst betroffen wären 25 Kirchverser Kinder, die ab dem Sommer auf ein Gymnasium nach Gießen wechseln und dringend auf diese Buslinie angewiesen sind, erläuterte Hemberger. Der Grund liegt auf der Hand: 35 Minuten Fahrtzeit nach Gießen stehen 70 Minuten nach Marburg gegenüber.

Hemberger will für eine Anschlussverbindung Richtung Gießen kämpfen und bekommt dabei Unterstützung von Harald Rink, Michael Ganz, Kathrin Neuser (alle BfB) und Elfriede Köhler (SPD). Hembergers Lösungsmöglichkeiten lauten:

  • Beibehalten der Linie Gi-42 nach Gießen,
  • Verlängerung der L 38 nach Krumbach zur Linie Gi-42,
  • Organisation eines „Ersatzverkehres“, wie zum Beispiel AST.

von Gianfranco Fain

Grafik: Nikola Ohlen
 
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