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„Kuche kimmt frisch aus em Backowe“

Quetschekuchefest „Kuche kimmt frisch aus em Backowe“

Zum traditionellen Quetschekuchefest haben sich Jung und Alt am Weitershäuser Backhaus getroffen. Auch Besucher aus umliegenden Dörfern ­kamen in den Genuss von Zwetschgenkuchen und Pizza aus dem Steinofen.

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Den frisch gebackenen Kuchen brachte Werner Grosch (links) zu den Helferinnen aus dem Dorf. Sie portionieren und servieren die verschiedenen Kuchen mit und ohne Sahne.

Quelle: Jennifer Stein

Weitershausen. Was in den Anfängen des Festes von der Dorfgemeinschaft veranstaltet wurde, übernimmt seit etwa 20 Jahren der Bürger- und Kulturverein. Bereits zum 32. Mal hatten die Weitershäuser zur Feier am Backhaus eingeladen.

Die Einnahmen des Festes kommen dabei stets dem ganzen Dorf zugute. So wurden in den vergangenen Jahren neue Spielgeräte für den Kinderspielplatz angeschafft, ein Beitrag zur Renovierung der Orgel geleistet und auch die örtlichen Sportvereine unterstützt. In diesem Jahr möchte sich der gemeinnützige Verein an der Anschaffung von Geschwindigkeitsanzeigetafeln beteiligen, „damit die Autofahrer mit mehr Rücksicht und vor allem langsamer durch unser Dorf fahren“, erklärt Vereinsvorsitzender Werner Grosch.

Schon das erste Quetschekuchefest wurde für den guten­ Zweck veranstaltet. Damals richteten die Weitershäuser das Fest aus, um für einen jungen Weitershäuser, der durch eine Krankheit arbeitsunfähig geworden war, Spenden zu sammeln. Seitdem ist das Fest nicht mehr aus den Terminkalendern der Dorfbewohner wegzudenken.

Feuer zwei Tage zuvor entfacht

Neben den Dorfbewohnern kommen regelmäßig Besucher aus den umliegenden Dörfern zum Fest. In geselliger Runde­ probierten die Gäste wieder ­allerlei Köstlichkeiten aus dem Steinofen und vom Grill. ­Neben dem „Quetschekuche“ als ­Namensgeber des Festes gab es ­
Apfel-, Pudding- und Streuselkuchen „frisch aus em Backowe“, wie die Einheimischen ­sagen. Insgesamt wurden 25 Kuchenbleche von Frauen aus dem Dorf vorbereitet. Wegen der regional schlechten Obsternte in diesem Jahr kamen die Zwetschgen über den ortsansässigen Obsthändler aus dem Großhandel.

Werner Grosch und sein Helferteam standen gut zweieinhalb Stunden vor dem Steinofen, um alle Bleche pünktlich zum Nachmittagskaffee fertig gebacken zu haben. Der in den 1960er-Jahren gebaute Ofen war bereits zwei Tage zuvor mit Holz und Reisig angeheizt worden, um auf eine Grundtemperatur von etwa 200 Grad Celsius zu kommen. Um ihn auf dieser Temperatur zu halten, musste mehrfach nachgeheizt werden.

Nach jahrelanger Übung gelingt auch das Kuchenbacken im Steinofen schnell und unkompliziert. Doch Werner Grosch weiß, dass das anfangs ganz anders aussah: „Der erste­ Kuchen aus dem Ofen war pechschwarz. Es braucht Zeit und Übung, um mit den verschiedenen Temperaturzonen des Ofens zurechtzukommen.“ Dass dieses Handwerk mittlerweile gut gelingt, zeigten die zufriedenen Gesichter der Besucher. Sogar ein Ehepaar aus Frankfurt hatte auf seiner Durchreise von Schmallenberg zurück in die Heimat am Backhaus Halt gemacht. „Wir sind begeistert von dem leckeren Kuchen und der Atmosphäre. Der Kuchen kommt quasi direkt aus einer ,echten Landbäckerei‘, so etwas gibt es bei uns nicht“, berichten sie begeistert.
Organisator Grosch ist zufrieden mit den Besucherzahlen und freut sich schon jetzt auf die nächste Ausgabe.

von Jennifer Stein

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