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Raser, Abkürzer und Wildparker

Ortsbeirat Mornshausen Raser, Abkürzer und Wildparker

Das Thema Straßenverkehr hat den Ortsbeirat in seiner jüngsten Sitzung erneut beschäftigt.

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Ortsausfahrt Richtung Lohra: Wer abends seine Spiegel nicht einklappt, könne sie am nächsten Morgen von der Straße auflesen. So schildern es die Bürger in der Ortsbeiratssitzung. Das kleine Bild zeigt eine beliebte Abkürzung: die Gartenstraße.

Quelle: Peter Piplies

Mornshausen/S. Das Rasen durch den Gladenbacher Stadtteil, die Gefährdung der Fußgänger und vor allem der Schulkinder bereitet Ortsvorsteherin Margarete Kuhrt und ihren Mitstreitern seit Jahren Sorgen. Nun hatte der Ortsbeirat das Thema erneut auf der Tagesordnung. Es ging um die „Problemstraßen“.

Die Forderung nach einem ­sicheren Weg zur Grundschule in der Siedlungsstraße – vor allem beim Überqueren der Straße „Zur Hoor“ – gibt es mindestens seit 2001, erläuterte Kuhrt. Damals habe sich eine Gruppe gegründet, die sich engagiert für eine Verkehrsberuhigung eingesetzt hatte.

Die von den Behörden und zuständigen Ämtern vorgestellte­ Lösung – eine Verkehrsinsel in der Nähe der Kreuzung mit den Straßen „Am Hollerstück“ und „Oberweg“ – sei jedoch keine gute Idee gewesen, weil keines der Schulkinder freiwillig einen so großen Umweg gelaufen wäre – noch dazu bergauf, erläuterte die Ortsvorsteherin. So sind diese Pläne wieder in der Schublade verschwunden.

Nun fordert der Ortsbeirat folgende Lösung: Bereits vor dem Ortsschild soll ein Tempotrichter errichtet werden, so dass die Autofahrer am Ortsschild höchstens mit Tempo 60 unterwegs sind. Dahinter und hinunter bis zur Hauptstraße soll Tempo 30 gelten. Zusätzlich fordert das Gremium einen Zebrastreifen in der Nähe der Siedlungsstraße über die Kreisstraße 115, also die Straße „Zur Hoor“. Sollte dies nicht zu realisieren sein, möchte der Ortsbeirat das Ortsschild 50 oder 100 Meter vor den Ort versetzt sehen und ein fest installierter Blitzer soll die Geschwindigkeit der Autofahrer überwachen. Zudem soll eine Verschwenkung des Straßenverlaufs vor allen drei Ortseingängen die Autofahrer zur angepassten Geschwindigkeit zwingen.

Bürger wünschen 
„Anlieger frei“-Zone

In der Hauptstraße selbst sollen Blumenkübel aus Beton aufgestellt werden, Blitzer an den Eingängen aus Lohra und Gladenbach installiert und weitere Zebrastreifen – unter anderem in der Nähe der Straße „Zur Hoor“ – aufgemalt werden.

Ebenfalls sehr unzufrieden sind die Bürger mit der Verkehrssituation in Gartenstraße und Hüttenweg, die als Abkürzungen in Richtung Erdhausen nicht nur von Autos, sondern ebenso von Lastwagen genutzt werden. Um einen Überblick zu bekommen, sollen alle Autofahrer gezählt und ihre Höchstgeschwindigkeit ermittelt werden. Die Sperrung des Hüttenwegs für Laster sowie für alle­ Autofahrer, die nicht Anlieger sind, sei die Mindestforderung vom Ortsbeirat. Über eine Ausweisung des gesamten Bereichs als Tempo-30-Zone und Anliegerstraßen sollte ebenfalls nachgedacht werden.

Völlig untragbar und nicht annehmbar sei auch die Park- und Haltesituation rund um die Grundschule und den Kindergarten. Hier werde wild und zuweilen recht abenteuerlich geparkt, berichteten die Ortsbeiratsmitglieder übereinstimmend. Wenn man jedoch einen Verkehrsteilnehmer auf seine offensichtliche Verfehlung freundlich hinweise, werde man noch rüde zurückgewiesen, wurde über unerfreuliche Erfahrungen mit Eltern und Großeltern berichtet, die ihren Nachwuchs am liebsten direkt vor der Schul- oder Kindergartentür abliefern würden.

Hier soll die Stadt endlich tätig werden, den ruhenden Verkehr kontrollieren und die entsprechenden Bußgelder verhängen, um endlich ein Umdenken zu erreichen.

Der Ortsbeirat selbst will nicht untätig bleiben und prüft die Anschaffung eines Geschwindigkeitsmessgerätes. Das Gerät soll die Autofahrer mit einem lächelnden Smiley zur angepassten Geschwindigkeit bewegen. Für den Kaufpreis von rund 2000 Euro sucht der Ortsbeirat Spender und Sponsoren. Die Wartung und regelmäßige Überprüfung des Gerätes könnten Paten übernehmen.

von Peter Piplies

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