Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Nur eine Klage gegen Windpark Landratskreuz

Bau von Wegen und Kranstellflächen Nur eine Klage gegen Windpark Landratskreuz

Ob die Klage den Bau 
der drei Windräder bei Rachelshausen bremsen oder gar verhindern wird, ist noch nicht abzusehen. Bisher ist alles im Plan, nächste Woche beginnen die Tiefbauarbeiten.

Voriger Artikel
Baugenehmigung steht noch aus
Nächster Artikel
Ortsbeirat Weidenhausen: Bauland, Bäume und Barrieren

Bis sich die drei Windräder am Landratskreuz unweit derer vom Hilsberg drehen werden, wird noch einige Zeit vergehen.

Quelle: Gianfranco Fain

Gladenbach. Am 28. Februar endete die Klagefrist gegen die vom Regierungspräsidium (RP) Gießen erteilte Genehmigung des Windparks bei Rachelshausen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz. Am Mittwoch lag beim Verwaltungsgericht in Gießen nur eine Klage gegen die Genehmigung vor, erklärt Richter Reinhard Ruthsatz auf Anfrage der OP. Weitere Auskünfte gab der Pressesprecher des Verwaltungsgerichts nicht.

Nach Informationen der OP klagt eine Privatperson. Wegen­ gravierender Mängel in ­
der Umweltverträglichkeitsprüfung und der nicht ausreichenden oder falschen Beurteilung von Schutzgütern macht sich die Privatperson Hoffnungen, vor Gericht Erfolg zu haben. Gestützt wird diese Annahme ­
dadurch, dass das RP Darmstadt bei gleichartigen Einwänden gegen den Windpark Taunuskamm die Genehmigung verweigerte.

Er könne die Klage noch nicht bewerten, bisher bereite sie ihm aber keine großen Bauchschmerzen, bekennt Joachim Wierlemann, einer der Geschäftsführer der Windpark Rachelshausen GmbH & Co.KG. Da ihm der Inhalt der Klage noch nicht bekannt ist, ist noch unklar, ob diese den Bau ausbremsen oder gar stoppen könnte.
Bisher läuft auf der Baustelle­ am Landratskreuz alles nach Plan. Die Rodungsarbeiten sind beendet, die gefällten Bäume – „Viele waren es nicht“ – müssen nur noch aufgearbeitet werden. Nächste Woche, so Wierlemann, beginnen die Tiefbauarbeiten. Zuerst werden die erforderlichen Wege und die Kranstellflächen hergestellt, etwa ab Mai werde mit den Fundamenten begonnen, berichtet der ­
Geschäftsführer.

Frischlinge stoppen Rodungsarbeiten

Während der Rodung gab es einen Zwischenfall, der zur Einstellung der Arbeiten führte. Auslöser war die Entdeckung ­eines Wurfkessels mit Frischlingen. Trotz der Arbeitspause kam die Bache offensichtlich nicht häufig genug zum Füttern und vor allem Wärmen des Nachwuchses zurück. Schließlich seien die Frischlinge bei Schnee und Dauerfrost erfroren. Die Bache wurde von den vielen Fotografen abgeschreckt, vermutet Wierlemann. Sogar ein Foto-Team der Bild-Zeitung war vor Ort und auch Vertreter des RP Gießen, die sich von der ­Arbeitseinstellung überzeugten.

Die Genossenschaft verzeichne ein reges Interesse, fügt Wierlemann an. Das bestätigt Siegfried Klein vom Vorstand der „BürgerEnergie“ Salzbödetal, die sich mit etwa 70 Prozent an den drei bis vier Millionen Euro 
Eigenkapital der Gesellschaft beteiligen will.

Anfang Januar begann die Genossenschaft aktiv Mitglieder zu werben. Aus den damals ­etwa 37 Genossen sind mittlerweile­ rund 80 geworden, berichtet Klein. Mehr als 20 neue Genossen kamen allein in den vergangenen 14 Tagen hinzu und es gebe noch viele Anfragen, berichtet Siegfried Klein. Genossen 
erwerben ein bis maximal 20 Geschäftsanteile in Höhe von jeweils 100 Euro. Zudem kann jeder Genosse ein Darlehen zur Verfügung stellen, das verzinst wird.

von Gianfranco Fain

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr