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Parlament stößt Stadtumfahrung an

Nordumgehung Gladenbach Parlament stößt Stadtumfahrung an

Der zunehmende 
Schwerlastverkehr soll raus aus Gladenbach. Das wird vor dem Jahr 2040 nichts werden, dennoch stellte die Stadtverordnetenversammlung die Weichen dazu.

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Vom Abzweig der B 252 nach Frohnhausen oberhalb des Friedhofes bis zur B 453 beim Bauhof soll nach den Vorstellungen der Gladenbacher Stadtverordnetenversammlung eine Direktverbindung entstehen, die zugleich als Ortsumgehung dient.

Quelle: Gianfranco Fain

Gladenbach. Hitzig verläuft die Diskussion der Gladenbacher Stadtverordnetenvertreter am Donnerstagabend über einen gemeinsamen Antrag der SPD- und FW-Fraktionen. Dies weil CDU und Grüne der Meinung sind, dass mit dem Antrag falsch verfahren und auch ohne Not mit überhöhter Geschwindigkeit vorgegangen wird.

Sozialdemokrat Robby Jahnke argumentierte jedoch, man habe es schon verpasst, ­eine Umgehungsstraße in Gladen­bachs Norden in den derzeit gültigen Bundesverkehrswegeplan zu bekommen, wisse zwar nicht, wann der nächste aufgestellt wird, vielleicht erst im Jahr 2040, wolle dann aber 
auf jeden Fall dabei sein.

Es müsse endlich Bewegung in die Sache kommen, weil der Schwerlastverkehr, der sich durch die Innenstadt wälzt, seit der Eröffnung der Umgehungsstraße bei Niederweimar zugenommen habe. „Das kriegt man durch Beobachtungen mit wachem Auge mit“, antwortet Jahnke dem Grünen Werner Rotter, der wissen wollte, wie diese Zunahme festgestellt wurde. Sein Fraktionskollege Edmund Zimmermann plädierte dafür, erst die Ausschüsse über den Antrag beraten zu lassen. Die Eile sei gar nicht zu verstehen, wenn es um eine Aufnahme der Straße in den Verkehrswegeplan in den 2040er-Jahren gehe.

Beschlüsse

Jeweils einstimmig entschieden die Stadtverordneten:

  • Die Änderung des Flächennutzungsplanes „Tennishalle am Sportzentrum“ .
  • Die Änderung des Bebauungsplanes „Gladenbach Nr. 9“ .
  • Die Änderung des Flächennutzungsplanes „Bahnstrecke Erdhausen/ Mornshausen“ .
  • Eine außerordentliche Ausgabe in Höhe von 77.000 Euro zur Mängelbeseitigung auf dem Bauhof .

Schärfster Wortführer der CDU gegen den Antrag war Gunthard Koch. Der kurzfristig eingereichte Antrag enthalte ein Vorhaben, dass dem Rest des Parlamentes nicht geläufig sei und erst in 20 bis 30 Jahren zum Tragen komme. Wenn man jetzt die erforderlichen Planungsunterlagen einreiche, gebe man die Möglichkeiten der Einflussnahme aus der Hand.

Schließlich sei eine Gesamtplanung erstrebenswert, die nicht nur die Anbindung der B 252 an die B 453 enthalte, sonder auch eine „südliche Tangente“der B 252 im Korridor Mornshausen – Erdhausen. Auch deshalb sei der Antrag besser erst in den Ausschüssen zu beraten. Zudem sei die vorgeschlagene Trassenführung von der B 252 zwischen DRK und Friedhof bis auf Höhe des Bauhofes/der Tennishalle an der B 453 nicht optimal, sondern sollte über die Höhenzüge verlaufen, um nicht jegliche weitere städtebauliche Entwicklung zu verhindern.

Er habe anfangs gesagt, dass die Anbindung oberhalb des Friedhofes entstehen könne, erwiderte Jahnke. Für Verwirrung sorgte nämlich, dass es zwei Versionen des Antrags gab. Außerdem sei dieses Thema nicht neu, sondern schon mehrfach besprochen worden. „Es gibt keine Notwendigkeit, das Verfahren zu verzögern“, meint Jahnke.

Das Vorhaben an sich, findet Margarete Kuhrt „unproblematisch“. Er sei einfach und klar, ergänzte die FW-Abgeordnete und fügte an: „Wir schieben den Verkehr nicht anderen vor die Tür“. Deshalb sollte man Nord- und Südtangente nicht vermischen.

Knierim sendet „Signal nach Berlin“

Eine Trennung empfahl auch Bürgermeister Peter Kremer (parteilos), weil die Südtangente erheblich mehr Konfliktpotenzial habe. Zudem regte er an, den Passus „alle erforderlichen Antrags- und Planungsunterlagen“ aus dem Antrag zu streichen, weil die Stadt sonst ein Büro für diese Arbeiten bezahlen müsse.

Schließlich sprach Klaus-Dieter Knierim (FW) vom Senden eines „Signals nach Berlin“. Es werde ein Zeichen gesetzt, dass das Problem erkannt sei, aber die Stadtverordnetenversammlung solle sich von der Illusion trennen, den Verlauf der Strecke bestimmen zu können.

Nachdem ein Änderungsantrag der CDU bei 10 Ja- und 18-Neinstimmen abgelehnt war, stimmten 19 Stadtverordnete dem gekürzten FW-/SPD-Antrag zu, 9 stimmten mit Nein. Somit ist der Magistrat beauftragt, „einen Antrag auf Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan 2040 bei Hessen Mobil einzureichen, um eine direkte (Ortsumgehung) Verbindung zwischen den Bundesstraßen 255 und 453 (Marburger Straße – Biedenkopfer Straße) im Bereich der Abfahrt Frohnhausen oberhalb des Friedhofes und dem Bauhof herzustellen“.

von Gianfranco Fain

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