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Neuer Schwerpunkt in Flüchtlingshilfe

Ausbildungs- und Arbeitssuche Neuer Schwerpunkt in Flüchtlingshilfe

Die Flüchtlingshilfe Gladenbach legt einen neuen Schwerpunkt ihrer Arbeit fest: Sie will den Arbeitsmarkt kennen, um Flüchtlinge mit Bleiberecht bei der Arbeitssuche zu unterstützen.

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Sie bilden sich für ihre Arbeit in der Flüchtlingshilfe zum Thema Arbeitsmarkt weiter: Edmund Zimmermann (von links), Carmen Pflug, Pia Stein und Siegfried Seyler.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Gladenbach. Viele der Flüchtlinge, die in Marburg leben, ­haben mittlerweile ein Bleiberecht. Bei der Suche nach Wohnung und Arbeit sind sie oftmals auf Unterstützung angewiesen. Diesen Part übernehmen in Gladenbach Ehrenamtliche, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren.

Siegfried Seyler, Edmund Zimmermann, Carmen Pflug und Pia Stein sind in einem der ­Organisations-Teams und wollen sich künftig darauf spezialisieren, bei der Vermittlung von Flüchtlingen in Arbeit und Ausbildung Hilfestellung leisten zu können. Dazu bilden sich die Ehrenamtlichen fort. Im eigentlichen Sinne seien sie ja nicht als Flüchtlingshelfer geboren, deshalb sei es wichtig, sich kontinuierlich weiterzubilden, sagt Carmen Pflug.

Eine erste Informationsveranstaltung im März mit Vertretern der Arbeitsagentur und des Kreisjobcenters Marburg sowie der Voice Academy Buchenau (Integral) war „ganz prima“, sagt Seyler. Vermittelt wurden Informationen über Anlaufstationen, konkrete Angebote und Unterstützungsleistungen bei der Vermittlung von Flüchtlingen in Einstiegsqualifikationen (Praktika) sowie über Ausbildungs- und Arbeitsstellen im Kreis.

Sprachkenntnisse stellen Problem dar

„Die Beratung ist das eine, die Bereitschaft von Unternehmen, Flüchtlinge einzustellen, etwas anderes“, sagte Seyler. Oft würden diejenigen bevorzugt, die bereits eine Ausbildung absolviert hätte.

Ein Problem stellen auch fehlende Sprachkenntnisse dar, auch würden Berufe zum Teil nicht anerkannt. Oft müssten die Flüchtlinge wieder bei Null anfangen, erklärte Edmund Zimmermann, der als Pate auch jugendliche Flüchtlinge bei ihrer schulischen Ausbildung unterstützt. Das „Orga-Team“ will keinesfalls in Konkurrenz zu der Vermittlung des Kreises stehen. „Viele Flüchtlinge fragen uns, weil sie uns seit Jahren kennen. Wir wollen unterstützen“, sagt Seyler. In diesem Jahr hat das mit der Arbeitsvermittlung bereits geklappt: Drei Flüchtlinge­ sind in einem Job untergekommen und mehrere absolvieren ein Praktikum. „Wir haben also­ einiges auf der Habenseite“, sagt Carmen Pflug.

„Wir haben die Hoffnung“

Die Flüchtlingshilfe steht vor einer großen Herausforderung: Mittlerweile leben 180 bis 200 Flüchtlinge in Gladenbach und Erdhausen, die sich in vielen ­Belangen an die Ehrenamtlichen wenden. Um dafür richtig gerüstet zu sein, steht die nächste Weiterbildung an: Am 19. Juni­ hat die Flüchtlingshilfe Vertreter der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und des Bildungswerkes hessische Wirtschaft zu 
Gast.

Das Ziel soll es sein, den Flüchtlingen später angemessene Hinweise für ihre berufliche Zukunft geben zu können. Dazu führe die Flüchtlingshilfe durchaus auch Vorgespräche mit ­Betrieben, um so den Weg für die Flüchtlinge zu ebnen, sagt Pflug. „Wir haben die Hoffnung, dass es Betriebe gibt, die bereit sind, Flüchtlinge einzustellen“, ergänzt Seyler. Kontakte herstellen und Ansprechpartner kennen, das ist für das neue Aufgabengebiet der Flüchtlingshilfe von großer Wichtigkeit. Um ihre Arbeit noch effektiver leisten zu können, sucht die Flüchtlingshilfe weitere Unterstützer, vor allem für Familien, die gern in Gladenbach bleiben wollen.

von Silke Pfeifer-Sternke

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