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Stadt und Kreuser sind auf Crash-Kurs

Kirschenmarkt-Streit Stadt und Kreuser sind auf Crash-Kurs

Der Autoscooter-Streit zwischen der Stadt 
Gladenbach und Herbert Kreuser geht vor dem Amtsgericht weiter. Ob der heimische Schausteller Schadenersatz erhält 
entschied die Richterin 
am Freitag noch nicht.

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Weiter auf Crash-Kurs sind die Stadt Gladenbach und Herbert Kreuser. Der heimische Schausteller fordert vor Gericht Schadenersatz, weil er seinen Autoscooter beim Kirschenmarkt 2016 statt auf dem Rummelplatz vor dem Spaßbad aufbauen sollte.

Quelle: Gianfranco Fain

Marburg. Es geht um 27.500 Euro, die der Schausteller aus dem Gladenbacher Stadtteil Diedenshausen von der Stadt fordert, weil er von dieser den vor Gericht erstrittenen Standplatz für seinen Autoscooter nicht auf dem Rummelplatz des Kirschenmarkts 2016 zugewiesen bekam. Stattdessen sollte er sein Fahrgeschäft außerhalb des Geländes auf dem Parkplatz vor dem Spaßbad Nautilust auf­bauen.

Beim Gütetermin am Freitagvormittag kam es nicht zu ­einer Lösung. Es gebe „keine Möglichkeit der gütlichen ­Einigung“, erklärte Rechtsanwalt Matthias Feltz für die Stadt Gladenbach. Zuvor hatte Kreusers Anwalt, Erich Hünlein aus Frankfurt, erklärt, der Stadt ein Angebot zu einer gütlichen Einigung unterbreitet zu haben. Dies beinhalte alle weiteren Klagen zurückzunehmen und auf Kostenersatz zu verzichten, wenn bei der Vergabe ein rollierendes System – die wechselseitige Vergabe des Platzes unter gleichwertigen Bewerbern – eingeführt sowie ein Schadenersatz in Höhe von 15.000 Euro geleistet werde.

Richterin nennt Forderung „sehr, sehr optimistisch“

Selbst diese Summe bezeichnete Richterin Sigrid Dehmelt als „deutlich überhöht“, wobei die 27.000-Euro-Forderung für sie schon „sehr, sehr optimistisch“ ist. So wie sie genauere Angaben zum möglichen Verdienstausfall vermisst, machte­ sie aber auch den Vertretern der Stadt, Bürgermeister Peter Kremer, Stadtrat Rolf Baumann und SEB-Geschäftsführer Günter Euler waren unter anderem anwesend, deutlich, dass die Stadt mit der Vergabe des Platzes an die Kalbfleisch GbR Fakten schuf, deren Folgen der Kläger nicht tragen müsse. Nun haben beide Seiten vier Wochen Zeit, um Unterlagen wie zum Beispiel über den Verdienstausfall nach- oder weitere Stellungnahmen einzureichen. Ein Urteil ist im Dezember zu erwarten.

Zu der Klage kam es, weil aus dem Vergabeverfahren der Stadt Gladenbach für den Standplatz des Autoscooters auf dem Rummel des Kirschenmarktes 2016 die Kalbfleisch GbR als Sieger hervorging. Kreuser klagte gegen die Bewertung und erhielt in letzter Instanz zwei Tage vor Beginn des Marktes Recht. Die Stadt ließ aber den Platz nicht von Kalbfleisch räumen, sondern wies Kreuser den Standort am „Nautilust“ zu. Kreuser unterschrieb den Vertrag, baute aber nicht auf. Was solle er da, der Parkplatz vor dem Nautilust habe nichts mit dem Festplatz zu tun, sagte er damals. Da er sich für den Festplatz bewarb, den Platz aber trotz des Urteils des Verwaltungsgerichtshofes nicht bekam, klagt er auf Schadenersatz.

von Gianfranco Fain

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