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Zeugen berichten 
von Morddrohungen

Missbrauchsprozess Zeugen berichten 
von Morddrohungen

Gibt es Morddrohungen und Gewalt gegen die Familie des Angeklagten? Das behauptete am Dienstag im Missbrauchsprozess gegen einen 36-jährigen Gladenbacher dessen Bruder.

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Am Marburger Landgericht wurde der Missbrauchsprozess gegen einen Gladenbacher fortgesetzt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. An einem der vorherigen Verhandlungstage gegen den Mann, dem der Staatsanwalt unter anderem Kindesmissbrauch vorwirft, wurde Gegenteiliges berichtet. Der ehemalige Lebensgefährte ­einer Frau, die der Angeklagte geschlagen und mit ­einem Flaschenhals verletzt haben soll, gab an, von der Mutter des ­Gladenbachers und mehreren­ Männer besucht worden zu sein, damit die Geschädigte die Anzeige zurücknimmt.

Im Laufe des Prozesses tauchte ein Chatprotokoll auf, in dem der Zeuge und eine andere Frau sich austauschten, weil die Zeugin von dem Gladenbacher sexuell missbraucht worden sei. Vor Gericht bestritt sie dies. Weiter heißt es in der Kommunikation durch den Mann, er habe Freunde, die ihn unterstützten, wenn er unter Druck gesetzt werde. Auf Nachfrage nannte der Zeuge den Namen eines Mannes, von dem der Bruder des Angeklagten angab, während des jüngsten Kirschenmarktes zusammengeschlagen worden zu sein.

„Die Geschichte hat gezeigt, dass mit ihm nicht zu spaßen ist“, sagte der 32-Jährige, der sich in Gladenbach deshalb seit dem Vorfall kaum noch auf die Straße traue. Der Täter habe gedroht, sollte er vor Gericht ­zugunsten seines Bruders aussagen, ihn und seine Eltern umzubringen. „Ab jetzt habe ich richtig Angst um meine Sicherheit“, betonte er.

Bruder spricht von 
Drohungen gegen Familie

Was eine Messerstecherei in Gladenbach mit dem Prozess zu tun hat, blieb im Dunkeln. „Sie brauchen nichts zu sagen, aber ich verstehe es nicht“, sagte der Vorsitzende Thomas Wolf nachdem Verteidiger Frank Richtberg den Ex-Freund der Nebenklägerin danach befragte. „Das kommt noch und wird zeigen, wie ganz anders Druck ausgeübt wird“, so der Rechtsanwalt.

Im Jahr 2000 soll der Angeklagte im elterlichen Haus in seinem Zimmer eine Zwölfjährige missbraucht haben. Laut Anklageschrift ließ er von dem Kind erst ab, nachdem das Mädchen durch Klopfen gegen einen Heizkörper auf sich aufmerksam machte. Der Bruder des Angeklagten berichtete von ­einem extrem beengten Zimmer und einem Tisch, der den Heizkörper verstellte.

Ihr habe der Freundin 2014 von dem Vorfall berichtet, sagte­ eine weitere Zeugin, ebenso wie eine weitere Frau, die der Angeklagte angeblich ebenfalls vergewaltigte. „Vergewaltigung ist das, was sein Name mir ausschließlich sagt“, so die Frau, derzufolge viele andere Frauen den Angeklagten des Missbrauchs bezichtigen.

Gegenstand der Verhandlung sind diese Vorwürfe nicht. „Ob das richtig ist, was sie erzählen, spielt keine Rolle“, stellte­ Wolf klar, aber es könne Aufschlüsse geben, warum das mutmaßliche Missbrauchsopfer so ­viele Jahre später Anzeige erstattete.

  • Die Verhandlung wird am Freitag, 27. Oktober, fortgesetzt.

von Heiko Krause

Einen Bericht zum vorausgegangenen Prozesstag lesen Sie   hier.
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