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Radeln auf Asphalt statt auf Schotter

Lückenschluss Salzböderadweg Radeln auf Asphalt statt auf Schotter

Eigentlich längst überfällig und eigentlich keine große Sache: Doch bei der von den Freien Wählern iniziierten Sanierung des Salzböderadwegs sind
 die politischen Gemüter
in Wallung gekommen.

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Für 100.000 Euro soll der Salzböderadweg ab dem Kornhaus in Mornshausen/S. saniert werden. Die Freien Wähler gehen davon aus, dass der Betrag ausreicht, um den Radweg auf einer Länge von 1,5 Kilometern zu asphaltieren.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Gladenbach. In Gladenbach wird wieder auf politischer Ebene diskutiert – wenn auch im Nachgang zur Haushaltsdebatte. Mit ihrem Antrag, 100.000 Euro für den Lückenschluss des Salzböderadwegs in den Haushalt einzustellen, haben die Freien Wähler für Wirbel gesorgt. Der Antrag fand nicht die ungeteilte Zustimmung. CDU und Die Grünen stimmten mit Nein. Die Sozialdemokraten, mit denen die FW eine Zählgemeinschaft bilden, haben überzeugt mit Ja votiert. Somit drückte die Mehrheit den Antrag durch. ­Woraufhin die CDU nicht mit Kritik sparte.

Die CDU erweist sich laut FW-Chef Helmut Brück als schlechter Verlierer. Zusammen mit seinem Stellvertreter Klaus-Dieter Knierim und Margarete Kuhrt erläuterte er die Notwendigkeit der geplanten Sanierung sowie den von seiner Fraktion vorgeschlagenen Finanzierungsvorschlag.

Kosten für Abriss des Lokschuppens nicht absehbar

Brück geht davon aus, dass die im Haushalt etatisierten 100.000 Euro ausreichen, um den mit Schotter befestigten Weg auf einer Länge von 1,5 Kilometer zu asphaltieren – bei einer Breite von 3,50 Meter, da der Weg auch als Wirtschaftsweg dient. Dringend notwendig seien die ersten 600 Meter. Den kombinierten Weg in einem schlechten Zustand zu belassen, halten die Freien Wähler für Unsinn. Schließlich biete der Landkreis etliche Beispiele asphaltierter Rad- und Wirtschaftswege. Die ablehnende Haltung von CDU und den Grünen können die FW nicht nachvollziehen. Stand das Projekt doch 2014 bereits im Haushalt und wurde nur gestrichen, weil sich die Stadt zur Konsolidierung unter den Schutzschirm des Landes Hessen begeben hatte.

Auch dass der Finanzierungsvorschlag, den Haushaltsansatz von 200.000 Euro für das Gewerbegebiet „Im Tiefen Graben“ zu halbieren, bis auf die Sozialdemokraten keine weiteren ­Befürworter fand, sei befremdlich. Schließlich stehe zum einen nicht fest, wie teuer der Abriss des Lokschuppens wird und schon gar nicht, ob das Unternehmen Weso noch an einer Erweiterung interessiert ist. Fest steht aber: Die FW werden ebenso wie die SPD dem Weso-Vorhaben nicht im Wege stehen, sondern bei Bedarf Mittel und Wege finden, damit das Projekt zügig realisiert werden kann.

„Sanierung des Salzböderadwegs konkret ­gegenfinanziert“

„Wir sind noch einen Schritt weitergegangen“, sagte Knierim. Er verweist auf die Herabsetzung der Nettoneuverschuldung von 120.000 Euro auf null. Zusätzliches Geld ist mit dem Verkauf des sogenannten Knödelheims in Erdhausen bereits in die Stadtkasse geflossen, weitere Einnahmen könnten aufgrund der Planungen zur Industriestraße realisiert werden. Ein Investor hat für das ehemalige Gelände von Schulze und Rackow eine Bauvoranfrage gestellt. Damit das Projekt umgesetzt werden kann, müsse das Gewerbegebiet wieder in ein Mischgebiet umgewandelt werden, erklärte Brück. Die Sanierung des Salzböderadwegs sei also konkret ­gegenfinanziert und kein „Luxusgeschenk“ machten Brück, Knierim und Kuhrt deutlich.

Zum geplanten Umbau der Feuerwache in Erdhausen erläuterte Knierim, dass 2016 ­lediglich die Planungskosten von 60.000 Euro im Haushalt eingestellt sind. 230.000 Euro stehen als Verpflichtungsermächtigung im Haushalt. So habe die Verwaltung drei Jahre Zeit, die Ausgaben für das Projekt zu strecken.

„Wir trauen der Verwaltung zu, dass sie nicht morgen den Spatenstich plant“, sagte er. Zunächst müsse die Fusion der Wehren Erdhausen und Kehlnbach vollzogen werden, dann kann gebaut werden. Ein Sperrvermerk – wie von der CDU gefordert – sei unnötig.

von Silke Pfeifer-Sternke

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Haushalt Gladenbach
Der Schotter auf dem Salzböderadweg ab dem Kornhaus Richtung Lohra soll nach dem Willen von SPD und FW Asphalt weichen. Foto: Silke Pfeifer-Sternke

Der Parlamentszwist um den Salzböderadweg, die Feuerwache in Erdhausen und den Lokschuppen ist noch nicht beigelegt. Die Sozialdemokraten melden sich nach der Kritik der CDU zu Wort.

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