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Kreuser: „Ich gehe davon aus, ich baue auf“

Kirschenmarkt Gladenbach Kreuser: „Ich gehe davon aus, ich baue auf“

Nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Gießen ist der Stadt Gladenbach im Auswahlverfahren für den Rummelplatz ein Fehler bei der Bewertung der Größe der Fahrgeschäfte unterlaufen.

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Autoscooter in Wartestellung: Welcher Schausteller sein Fahrgeschäft auf dem Rummelplatz des Kirschenmarktes aufbauen darf, ist gerichtlich noch nicht geklärt.

Quelle: Michael Rinde

Gladenbach. Punktsieg für Herbert Kreuser. Das Verwaltungsgericht Gießen (VG) legt der Stadt Gladenbach mit einer am Donnerstag erlassenen einstweiligen Verordnung auf, das Fahrgeschäft „8-Säulen-Autoscooter“ des Schaustellers aus dem Gladenbacher Stadtteil Diedenshausen, vorläufig zu dem vom 29. Juni bis 2. Juli stattfindenden Kirschenmarkt zuzulassen.

Einen entsprechenden Antrag hatte Kreuser gestellt, den nun die 8. Kammer des Verwaltungsgerichts in einem Eilverfahren entschied, „um wesentliche Nachteile abzuwenden“. Eine Hauptverhandlung hätte nämlich höchstwahrscheinlich erst zu einem Beschluss geführt, wenn der Kirschenmarkt 2017 schon längst beendet ist. Entgegen den von Kreuser vorgetragenen Argumenten, weshalb die Auswahlentscheidung fehlerhaft sei, beschränkt sich das VG jedoch nur auf einen Punkt, die Größe der Fahrgeschäfte.

Bei deren Bewertung sei der Stadt ein Fehler unterlaufen, wodurch der Ablehnungsbescheid des Magistrats „höchstwahrscheinlich rechtswidrig ist“. Hinsichtlich der Größe des Fahrgeschäftes gehe es weniger um die Standfläche, als vielmehr die Höhe. Der Autoscooter „Bee Bop“ von Thomas Hammecke aus dem ostwestfälischen Kirchlengen weist nämlich einen Höhe von 6,7 Metern auf und dürfte damit „in Konflikt mit den Ästen, Baumkronen und Leuchtelementen der Laternen geraten“.

Demgegenüber sei die Standfläche von Kreusers Fahrgeschäft, mit 16 x 32 Metern bei einer Höhe von 5 Metern, vollständig innerhalb der Maße. Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Stadt den Sieger-Scooter im vergangenen Jahr wegen der Größe (18 x 32 Meter) nicht ins Auswahlverfahren einbezog.

Stadt zieht vor 
Verwaltungsgerichtshof

Weil die Rechtfertigung der Bewerbungskriterien „Größe des Geschäfts/Fahrbahn/Parcours“ und Platzierungsmöglichkeit sonst zweifelhaft erscheint, geht das Gericht davon aus, dass die Stadt dem zuzu­lassenden ­Autoscooter „auch den dafür ausgewiesenen Stellplatz zuweisen wird“. „Ich gehe davon aus, ich baue auf“, freut sich Herbert Kreuser am Freitag gegenüber der OP und fügt an: „Dort, wo der Autoscooter immer steht“. Den „angestammten Platz auf dem Marktplatz“ wies Generalpächter Konrad Ruppert am Mittwoch Hammecke zu. Dies ist einem Artikel in der Freitagsausgabe des Hinterländer Anzeigers zu entnehmen. Hammecke soll dort am Dienstag mit dem Aufbau seines „Bee Bop“ beginnen.

Ob nun der Ostwestfale oder der Diedenshäuser ihr Fahrgeschäft montieren werden, ist noch nicht ganz klar. Bürgermeister Peter Kremer erklärte am Freitag auf Anfrage der OP, dass die Stadt gegen den Beschluss des VG Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel einlegen wird. Er bezeichnet die Argumentation der Verwaltungsrichter als „nicht nachvollziehbar“. Zumal in der Bewertung noch zwei andere Autoscooter vor dem Kreusers landeten, nun aber nicht zum Zuge kämen.

Doch die, darauf weist das VG in seinem Beschluss auch hin, haben halt nicht gegen die Bewertung geklagt.

von Gianfranco Fain

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