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Kirschenkönigin plant im Voraus

Zwischenbilanz Kirschenkönigin plant im Voraus

Seit dem 30. Juni hat sich das Leben von Daniela Schneider gravierend geändert: Die amtierende Kirschenkönigin wird auf der Straße erkannt und angesprochen.

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Die 21-jährige Daniela Schneider absolviert eine Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten und repräsentiert für ein Jahr die Stadt Gladenbach bei öffentlich-wirksamen Anlässen. Auf die Tanzgala im November freut sie sich am meisten.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Gladenbach. Viele Jahre hat Daniela Schneider die jungen Mädchen bewundert, für die es quasi ein Geburtsrecht war, während des Gladenbacher Kirschenmarktes als Kirschenkönigin anzutreten. Schon als Kind wollte sie im Festzelt stehen und von den Massen umjubelt werden. Mit dem Umzug von Bad Endbach nach Mornshausen rückte der Griff nach der Krone in greifbare Nähe. Fans zu mobilisieren, schien dabei das kleinere Problem zu sein. Kim Haarmann legte sich schwer ins Zeug, um ihrer Freundin zum Thron zu verhelfen. Heimlich fertigte Haarmann Schilder an, die am Wahlabend sichtbar machten, welcher der sechs Kandidatinnen die Krone gebührt.

Sie und Daniela Schneider rührten zudem kräftig die Werbetrommel und verteilten Flyer, damit viele Bekannte und Freunde, aber auch Fremde beim Telefonvoting der Mornshäuserin die Stimme gaben. Freundin Kim ließ nicht locker und verteilte bis kurz vor der Wahl auf dem Kirschenmarkt Zettel mit Danielas Telefonvoting-Daten. Am Ende hatte die Mornshäuserin beim Telefonvoting die Nase zwar nicht ganz vorn, landete aber auf Platz 2. Dafür gesorgt haben auch diejenigen, die sie unterstützen wollten, aber am Wahlabend nicht vor Ort sein konnten. So auch ihre Oma und ihr Opa.

Rücken verhindert das Kicken

Der Prinz, der für sie das Glücksrad gedreht hat, ist der Partner an ihrer Seite. Weil Daniela unbedingt bei der Wahl der Kirschenkönigin mitmachen wollte, hat er sie unterstützt. Unterstützung erhielt sie auch von ihren Vereinskolleginnen. Die 21-Jährige ist Mitglied bei den Kickers Erdhausen. Fußball ist ihre Leidenschaft. Sie ist seit zwei Jahren im Erdhäuser Verein, davor spielte sie in Bad Endbach. Doch zurzeit steht sie mehr am Spielfeldrand statt auf dem Spielfeld.

Ihr Rücken bereitet ihr Probleme. Das aktive Spielen hat sie vorerst an den Nagel gehängt. Ein bisschen traurig macht sie das schon, aber sie freut sich auch darüber, ihre Vereinskameradinnen nach Leibeskräften – vor allem mit einer kräftigen Stimme – zu unterstützen. Der Frauenfußball friste längst nicht mehr ein Schattendasein, sondern Frauen zeigen, dass „sie super Fußballerinnen sind“, sagt Schneider.

Ihren ersten offiziellen Termin hat die Kirschenkönigin bereits hinter sich gebracht. Sie eröffnete die Ferienspiele der Stadt Gladenbach an der Schutzhütte­ des Männergesangvereins. Lampenfieber hatte für einen Moment von ihr Besitz ergriffen und sie stolperte durch ihren wohldurchdachten Text. Die Kinder hat das nicht gestört, nur die Kirschenkönigin war unzufrieden mit sich. Für heute Abend zur Eröffnung der Open-Air-Konzertreihe „Donnerstags in Gladenbach“ setzt sie die Messlatte höher.

Kirschenkönigin will flotte Sohle aufs Parkett legen

Doch so wie ihr erging es Kirschenköniginnen vor ihr. Einen Text vorzuschreiben ist das eine, ihn vor großem Publikum fehlerfrei vorzutragen, das andere.­ Doch wie auch ihre Vorgängerinnen wird Daniela Schneider mit jedem öffentlichen Auftritt sicherer werden und am Ende ihrer Amtszeit wird sie wie Selina I. bei dem Amtsantritt der Nachfolgerin mit einem Lächeln auf den Lippen an die Zeit zurückdenken, als das Lampenfieber sie quälte. Und sie wird sich 
an die vielen schönen Momente erinnern, die sie als Repräsentantin der Stadt erleben durfte.

Einen besonderen Moment während ihrer einjährigen Amtszeit plant sie schon jetzt fest ein: Sie will mit ihrem Prinzen Dominic Barth die erste­ Kirschenkönigin sein, die in den Pausen bei der traditionellen Tanzgala im Haus des Gastes auf der Tanzfläche eine flotte Sohle auf das Parkett legt. Um sich nicht zu blamieren, plant sie generalstabsmäßig die Vorbereitung. Ihr zur Seite steht das Hobby-Tanzpaar Klaus Bartnik und Jutta Koch.

Von dem Altbürgermeister und seiner Lebensgefährtin weiß die Mornshäuserin, dass sie gute Tänzer sind. Deshalb will sie von ihnen lernen. Bis zur Tanzgala, bei der Tanzprofis Lateinamerikanische Tänze zeigen, will die Kirschenkönigin mehr als nur Grundkenntnisse erlangen.
Um die Kleiderfrage wird sie sich viele Gedanken machen, obwohl ihr Kleiderschrank voll ist. Nicht nur als Vertreterin der Stadt Gladenbach legt sie Wert darauf bei wichtigen Anlässen schick auszusehen, für sie ist gutes Aussehen eine Frage des guten Tons.

von Silke Pfeifer-Sternke

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Kirschenköniginwahl
Kirschenkönigin Daniela II. mit der Zweitplatzierten Ronja Haudeck (rechts) und der Drittplatzierten Valentina Laukert.

Der Kindheitstraum von Daniela Schneider ging am Freitagabend in Erfüllung: Sie repräsentiert als Kirschenkönigin für ein Jahr die Stadt Gladenbach.

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