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Enger Zeitplan an der Feuerplatte

Hinterländer BBQ-Fest Enger Zeitplan an der Feuerplatte

Würstchen und Steaks vom Grill? Das Hinterländer BBQ-Team hatte lieber Pulled Pork, Spareribs und Pflaumenkuchen serviert. Gegrillt, gegart und gebacken auf dem heißen Rost und mit glühenden Kohlen.

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An der Feuerplatte in Aktion (von links): Martin Eidam, Kirschenkönigin Daniela II., Dominik Loos und Uwe Söder. Das Grillen erfolgt dort nach einem festen Zeitplan, damit alles auf den Punkt genau gegart ist.

Quelle: Christian Röder

Mornshausen/S. Flammen lodern aus dem Loch inmitten der großen Stahlplatte. Das dicke Stück Rindfleisch zischt laut, als Daniela Schneider es vorsichtig auf das Metall legt. Bei gut 400 Grad wird das Hüftsteak nur wenige Minuten an dieser Position liegenbleiben. Dann wird es nach außen verschoben, dorthin wo „nur“ noch zwischen 80 und 90 Grad dafür sorgen, dass es die hungrigen Gäste schon sehr bald probieren dürfen.

Das Show-Grillen mit Kirschenkönigin Daniela II. ist einer der Höhepunkte des dritten Hinterländer BBQ-Fests an der Rauschenberghütte im Gladenbacher Stadtteil. Hunderte Gäste schauen vorbei, blicken den Grill-Experten vom Hinterländer BBQ-Team über die Schultern und lassen sich eines der Gerichte schmecken.

Eben jene Gerichte sind der zweite, dritte und vierte Höhepunkt des Nachmittags. Pulled Pork, Spareribs und Pflaumenkuchen – alles auf den Punkt gegart von den neun Gourmets am heißen Rost. Das Motto: „Low and Slow“, sprich mit fürs Grillen niedrigen Temperaturen langsam das perfekte Mahl zubereiten. Das Pulled Pork etwa, der Klassiker unter den BBQ-Gerichten, schmort seit dem Vorabend um 22 Uhr im sechs Meter langen XXL-Smoker. Erst gut 12, 13 Stunden später ist es fertig, erklärt Martin Eidam. Eben dann, wenn es eine Kerntemperatur von 94 Grad hat.

Hoffen auf kurze Plateauphase

Gegessen haben die Jungs vom Hinterländer BBQ-Team in all der Zeit noch nichts, höchstens ab und an mal probiert und ­abgeschmeckt. „Da haben wir gar keine Zeit zu“, sagt Alex Fischer. Und Neuzugang Silas Pfeiffer ergänzt: „Das ist schon hart, wenn man dann auch noch dauernd diesen Grillduft in der Nase hat.“ Da knurre ­einem der ­Magen.

Tatsächlich haben die Mitglieder des Hinterländer BBQ-Teams an diesem Tag einen ­engen Zeitplan, an den sie sich halten müssen. Minuziös hat Dominik Loos aufgeschrieben, wann welcher der insgesamt zehn im Einsatz befindlichen Grills mit neuen Kohlen versorgt werden will, wann welches Stück Fleisch gar ist und wann es gilt, die einzelnen Thermometer zu checken, die Aufschluss über die Temperatur des einzelnen Grillguts geben.

Aber jeder Zeitplan hilft nichts, wenn das Pulled Pork plötzlich in eine sogenannte Plateauphase gerät. „Während dieser bis zu vier Stunden dauernden Phase steigt die Kerntemperatur nicht mehr an, sie fällt sogar manchmal etwas“, erklärt Alex Fischer das Phänomen. Wirklich beschleunigen kann man ein solche Plateauphase nicht. „Einfach hoffen, dass sie schnell vorbeigeht.“ Das tut sie an diesem Samstag.

Limonade mit Umdrehungen

Beim BBQ übrigens immer mit dabei: die Partnerinnen der Grillexperten. Sie sind fester Bestandteil des Hinterländer BBQ-Teams und sorgen dafür, dass die Gerichte fix serviert werden – und teils machen sie den Herren Beine, wenn diese doch mal trödeln.

Dass sich Kirschenkönigin ­Daniela II. einen Einstand am Grill gibt, ist Ehrensache: Als Mornshäuserin darf man bei der großen Grill-Party, die im Vorjahr rund 500 Menschen angezogen hat, natürlich nicht fehlen. Das Grillen an der Feuerplatte, einem Eigenbau des Hinterländer BBQ-Teams, ist dann für Gladenbachs Hoheit aber doch Neuland. „So was habe ich noch nie gemacht“, sagt sie. „Unsere Feuerplatte besteht aus einer Stahlplatte mit Loch in der Mitte, einem ausgebrannten Ölfass und einer Waschmaschinentrommel“, erklärt Dominik Loos.

Das passende Getränk zum BBQ bereiten die Grill-Gourmets ebenfalls vor Ort zu: Lynchburg-Limonade. Was zuckrig klingt, hat einige Umdrehungen, steckt doch Whiskey mit drin. Lynchburg, der Herkunftsort des hochprozentigen Getränks aus Tennessee, liegt in ­einem sogenannten Dry County. „Das bedeutet, dass dort kein reiner Alkohol ausschenkt werden darf“, erzählt Julia Fabian die Herkunftsgeschichte des ­Namens. Darum wird dort der Mix aus Zitronenlimonade, Whiskey, Triple Sec und Limettensaft serviert.

Und es gibt noch weitere ­Höhepunkte beim Grillfest: der Fassbieranstich mit Uwe Söder, Gebietsverkaufsleiter einer Privatbrauerei im Oberallgäu, etwa oder die Tombola-Verlosung. Im Fokus steht aber für viele Gäste ganz klar das Essen. „Es schmeckt einfach super“, bilanziert beispielsweise Mornshausens Ortsvorsteherin Margarete Kuhrt.

von Christian Röder

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