Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Gemeinschaftshäuser besser anpreisen

Kommission zur Defizitminderung Gemeinschaftshäuser besser anpreisen

Erste Schritte gibt es schon: eine Übersichtsliste des Angebotes auf der Homepage der Stadt und eine Fragebogen-Aktion zur Ursachensuche nach der Mindernutzung.

Voriger Artikel
Statt Sportstätte bald Fertigungshalle
Nächster Artikel
Schwimm-Saison 
startet am Feiertag

Kein anderes der Dorfgemeinschaftshäuser im Stadtgebiet ist für Veranstaltungen so beliebt wie die Kulturscheune in Frohnhausen. Eine Kommission beschäftigt sich mit der Frage, wie die Akzeptanz zu erhöhen ist.

Quelle: Klaus Peter

Gladenbach. Wie sind die Kosten, die durch die Gemeinschaftshäuser entstehen, zumindern? Durch mehr Nutzung oder teurere Gebühren? Statt der vorgeschlagenen Erhöhung der Nutzungsgebühren für die städtischen Dorfgemeinschaftshäuser um 100 Prozent willigte die Stadtverordnetenversammlung vor rund einem Jahr in eine zehnprozentige Erhöhung ein. Seitdem müssen die Mieter der Gemeinschaftshäuser pro Quadratmeter 55 Cent statt des angestrebten Euros bezahlen.

Doch die Erhöhung um 5 Cent führte im vergangen Jahr schon zu einer Einnahmeverbesse­rung für die Stadt. Statt der 
zuvor im Durchschnitt 12.400 nahm sie 2016 rund 15.000 Euro ein. Diese gleichen aber bei weitem nicht die Kosten aus, die der Stadt durch den Betrieb der Dorfgemeinschaftshäuser entstehen. In den Vorjahren waren 
das 80.000 bis 90.000 Euro – 
ohne Abschreibungen auf die Gebäude oder Leistungen, die zum Erhalt erbracht werden, also 
nur das, was ein Mieter aus 
seiner Nebenkostenabrechnung kennt: Strom, Heizung, Wasser, Müllentsorgung und so weiter.

Die Absicht der Stadtverordneten war, dieses Defizit nicht einfach durch eine Gebührenerhöhung ausgleichen zu wollen, die mit der Gefahr einhergeht, dass die Gemeinschaftshäuser noch weniger genutzt werden, sondern eine bessere Auslastung durch die Steigerung der Attraktivität der Gebäude zu erreichen.

Werbung für Dienstleister auf Homepage möglich

Mit der Frage, wie eine bessere Vermarktung zu erreichen ist, sollte sich nach dem Willen der Stadtverordneten eine Kommission befassen. Diese setzt sich aus drei Mitgliedern des Magistrates, sieben Stadtverordneten und drei „sachkundigen Einwohnern“, in diesem Falle Ortsvorsteher, zusammen und tagte seit der Gründung im November 2016 drei Mal. Da die Kommission als Hilfsorgan des Magistrats nicht öffentlich tagt, gab Bürgermeister Peter Kremer am Montag einen Zwischenbericht über die ersten Ergebnisse, die zum Teil auch schon öffentlich sichtbar sind.

Das Ergebnis der ersten Sitzung ist schon auf der Homepage der Stadt zu sehen. Unter Kultur & Tourismus sind 
alle 15 Dorfgemeinschaftshäuser samt Haus des Gastes aufgeführt. Interessenten erhalten Informationen in Wort und Bild über Anschrift, Ansprechpartner, Größe der Räume, Ausstattung, Außenbereich und Parkplätze sowie die Gebühren­höhe. Die Übersicht erstellten 
Mitarbeiter des Bauamtes in Zusammenarbeit mit den Orts­vorstehern.

Während die Kommissionsmitglieder in der zweiten Sitzung die Ertrags- und Aufwandssituation der Häuser näher betrachteten – eine Kostenaufstellung einschließlich der Abschreibungen auf die Gebäude soll es demnächst auch geben –, beschlossen sie auch einen Fragebogen zu erstellen, mit dessen Hilfe ermittelt werden soll, warum Vereine und andere Personen die Gemeinschaftshäuser selten nutzen.

Vereinsträgerschaft kann Vorteil sein

Dieser Fragebogen war zur Sitzung Anfang Mai fertig, war bereits im Amtsblatt zu sehen und kann hier online ausgefüllt werden. „Wir wollen erfahren, was benötigt wird, damit die Dorfgemeinschaftshäuser als Veranstaltungsorte wieder mehr akzeptiert werden“, erklärte Bürgermeister Kremer. Deshalb wurden auch alle Ortsvorsteher und Vereine direkt angeschrieben und um Antwort mittels Fragebogen gebeten. Während der Sommerferien sollen die Fragebögen ausgewertet sein, damit kurz danach die nächste Besprechung der Kommission erfolgen kann.

Klar ist der Stadtführung schon, dass die Häuser aus den 1960er Jahren schwerlich mit neueren Einrichtungen konkurrieren können. Zum Beispiel mit der Kulturscheune in Frohnhausen, die in Vereinsträgerschaft geführt wird. Das Haus sei im Vergleich relativ teuer, aber dennoch das ganze Jahr über ausgebucht – auch weil es Anfragen aus ganz Deutschland gebe. Diese „Benz-Klasse“ lasse sich natürlich nicht auf alle Häuser übertragen, vielleicht sei der Weg einer Vereinsträgerschaft, die wie in Frohnhausen ein „Rundum-Paket“ bietet, eine mögliche Lösung.

Auch deshalb werden demnächst Gewerbetreibende die Möglichkeit erhalten, für Serviceleistungen rund um Veranstaltungen in Dorfgemeinschaftshäusern auf der dazugehörigen Webseite der Stadt ihre Dienste anbieten zu können. Was darüber hinaus möglich sein kann, muss die Kommission nach der Auswertung des Fragebogens diskutieren.

von Gianfranco Fain

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr