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Fusion bringt Umbau mit sich

Feuerwehren Fusion bringt Umbau mit sich

Die Feuerwehren aus Sinkershausen und Bellnhausen wollen fusionieren. Der gemeinsame Stützpunkt könnte in Sinkershausen entstehen, wie Ortsbeirat und Einsatzabteilungen vorschlagen.

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Nach einer Modernisierung des Feuerwehrgerätehauses in Sinkershausen würde dort auch die geforderte Trennung von Einsatzkleidung und Fahrzeugen kein Problem mehr sein: Spinde und Feuerwehrauto dürfen laut Vorschrift nicht mehr in einem Raum untergebracht sein. Dies ist derzeit aber noch der Fall.

Quelle: Peter Piplies

Sinkershausen. Einmal mehr war der von den Aktiven der beiden Feuerwehren gewünschte Zusammenschluss Thema während einer Sitzung des Ortsbeirates. Ortsvorsteher Klaus Bartnik und seine beiden Mitstreiter hatten dazu Vertreter der beiden Feuerwehren eingeladen.

Nach einer möglichen freiwilligen Fusion der Einsatzabteilungen aus Sinkershausen und Bellnhausen brauchen die ehrenamtlichen Retter ein gemeinsames Gerätehaus. Dieses muss genügend Platz haben für die Mannschaft sowie für Fahrzeuge und Ausrüstung. Weder das Feuerwehr-Domizil in Bellnhausen noch jenes in Sinkershausen entspricht derzeit den dafür geforderten Normen und Sicherheitsvorschriften.

Im Magistrat der Stadt Gladenbach gibt es inzwischen Überlegungen, die Zusammenarbeit der Feuerwehren auf das gesamte Ohe- und Allnatal auszubauen und in Sinkershausen einen zentralen Feuerwehr-Stützpunkt zu errichten, berichtete Bartnik. Diese „große Lösung“ auf dem Gelände des Bürgerhauses sei grundsätzlich zu befürworten, erklärten die Mitglieder des Sinkershäuser Ortsbeirats.

Ortsbeirat sieht kurzfristige und kostengünstige Lösung

Und auch der Bellnhäuser Wehrführer Gerd Happel kann sich mit dem Gedanken anfreunden, zukünftig noch mehr Zusammenarbeit bei den Wehren zu fördern. Allerdings sind sich die Vertreter der Feuerwehren und des Ortsbeirats einig: Diese große Lösung lässt sich weder kurz- noch mittelfristig realisieren. Viele Einsatzabteilungen im Ohe- und Allnatal haben noch genügend engagierte Aktive in ihren Reihen. Deshalb stellen sie derzeit keine Überlegungen zu möglichen Zusammenschlüssen an.

Außerdem fehlt das Geld. Denn ein Neubau eines Feuerwehr-Stützpunktes wäre aktuell und in naher Zukunft – trotz ­eines Zuschusses von 30.000 Euro vom Land Hessen für jede freiwillige Fusion von Feuerwehren – nicht zu finanzieren. Denn die Stadt muss in den kommenden Jahren zunächst einmal Ersatz für mehrere altersschwache Einsatzfahrzeuge beschaffen. Deshalb haben Bartnik und seine Ortsbeiratskollegen überlegt, wie eine kurzfristige und vor allem kostengünstige Lösung aussehen kann. Das Gerätehaus in Sinkershausen lasse sich schnell zu einer Unterkunft für beide Feuerwehren umbauen, hieß es.

Der Plan sieht wie folgt aus: Die beiden Tore werden umgebaut, sodass eine große, hohe normgerechte Ausfahrt entsteht. Der gesamte Raum wird aufgeteilt, damit ein Nebenraum für die Spinde geschaffen werden kann. Das angrenzende Schlachthaus schließlich wird umgebaut und mit Umkleideräumen, Duschen und Toiletten für die Feuerwehrleute ausgestattet.

Happel: Alle Kameraden bei Umstrukturierung mitnehmen

Damit wäre auch die geforderte Trennung von Kleidung und Feuerwehrautos möglich. Denn Spinde und Fahrzeug dürfen nicht in einem Raum untergebracht sein, das schreibt die Unfallkasse Hessen wegen der Abgase der Dieselfahrzeuge vor.

Der bisherige Hauptnutzer des Schlachthauses habe bereits seine Zustimmung erklärt, erläuterte Bartnik. Seinen einstimmigen Beschluss hat der Ortsbeirat sogleich an den Gladenbacher Magistrat weitergeleitet. Die Ortsvertreter bitten die Entscheidungsträger nun, ihre Ideen schnell zu prüfen und zügig umzusetzen. Denn nach einer längeren Zeit der Umorientierung gibt es bei der Feuerwehr in Sinkershausen wieder einige motivierte Mitglieder, die sich in der Einsatzabteilung engagieren wollen. Damit das auch so bleibt, müsse der geplante Zusammenschluss mit Bellnhausen gefördert werden. Dazu sei ein neuer, gemeinsamer Feuerwehr-Stützpunkt nötig, bekräftigten die Ortsbeiratsmitglieder und die anwesenden Vertreter der Feuerwehren.

Der Bellnhäuser Wehrführer Happel machte außerdem deutlich: Trotz der bekannten Mängel bei der Feuerwehr der Stadt Gladenbach könne man nicht einfach „gewachsene Strukturen“, die in den zurückliegenden 70 bis 80 Jahren entstanden seien und oft auch die Dorfstruktur mitprägten, von heute auf morgen wegwischen und durch von oben verordnete ersetzen. Bei der Neustrukturierung müssten vielmehr alle Kameraden mitgenommen werden. Und daher seien Übergangslösungen – wie eben in Bellnhausen und Sinkershausen angedacht – der bessere Weg, sagte Happel.

von Peter Piplies

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