Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 0 ° Sprühregen

Navigation:
Schauer stoppt Spielspaß

Ferienspiele Schauer stoppt Spielspaß

Der Hitzeschlacht im Vorjahr folgte nun die Wasserschlacht: das Abschlussfest der Gladenbacher Ferienpass-Aktion. „Ansonsten war es ein gelungenes Sommerprogramm“, ­bilanzierte Stadtjugendpfleger Karl Nickel.

Voriger Artikel
Gladenbacherin stirbt bei Verkehrsunfall
Nächster Artikel
Feuer und Flamme für die Gemeinschaft

Trostpreis für das ins Wasser gefallene Abschlussfest: Aus der Süßigkeitenbox von Stadtjugendpfleger Karl Nickel nimmt sich Kayla ein leckeres Abschiedsgeschenk.

Quelle: Michael Tietz

Gladenbach. Vier Kinder trotzten im Park des Pflegezentrums der Arbeiterwohlfahrt Nässe und Kälte. Dort sollte das Spielfest zum Abschluss des sechswöchigen städtischen Ferienprogramms stattfinden. Außer­ einem Trostpreis gab es hier diesmal aber nichts zu holen.

„Zwei Stunden im Regen machen wirklich keinen Spaß, deshalb haben wir das Ganze abgesagt“, erklärte Karl Nickel. Wer sich dennoch im Schauer die Kehlnbacher Straße hinauf gekämpft hatte, durfte zumindest in die Süßigkeitenbox des Stadtjugendpflegers greifen und sich eine kleine Leckerei herausfischen.

Die Betreuer hätten sich zwar noch am Vorabend ein Alternativprogramm ausgedacht, sagte Nickel. Als trockenes Ausweichquartier hätte die Sporthalle zur Verfügung gestanden. Dazu hätten aber alle Eltern der rund 240 Kinder angerufen werden müssen, die in diesem Jahr beim Ferienpass mitgemacht hatten. Dies sei in der Kürze nicht machbar gewesen, sagte­ Nickel. Im kommenden Jahr ­solle das Alternativprogramm von vornherein eingeplant und im ­Programmheft veröffentlicht werden.

Kaum Nachfrage für Ausflugsfahrten

„Das Wetter hat ohnehin einen großen Teil des gesamten Ferienpasses geprägt“, sagte der Stadtjugendpfleger. So litt die Naturwoche unter dem Dauerregen. Für zwei Tage ­wichen Kinder und Betreuer auf das ­Jugendcafé „O-Läg“ und die Turnhalle aus, zum Abschluss ging es ins Mitmach-Museum „Experiminta“ nach Frankfurt. Bei der zauberhaften Spielwoche zum Thema „Harry Potter“ musste für einen Regentag ein Notprogramm her. Das war aber schnell gefunden. „Die Spielwoche war der Knaller, die lief sehr gut“, freute sich Nickel.

Das Interesse an dem Angebot sei enorm gewesen. „Wir hatten eine Warteliste“, erklärte der Stadtjugendpfleger. 52 Kinder, sechs davon mit Beeinträchtigungen, machten schließlich mit. Gefördert wurde die Aktion von der Initiative „Inklusion bewegt“. Weniger gefragt als in den Vorjahren seien die Ausflugsfahrten zum Beispiel in den Movie-Park und ins Technikmuseum gewesen. Ganz anders sah es bei diversen Workshops aus. In einigen Fällen waren bis zu 60 Kinder am Start und wollten sich kreativ betätigen.

Neun Pässe weniger verkauft als 2016

„Das Kochen und Backen hat mir sehr gut gefallen, die Pizza und die Muffins waren lecken“, erzählte Kayla. Sie gehörte zu den Unerschrockenen, die trotz Dauerregens auch beim geplanten Abschlussfest mitmachen wollten. Die Naturtage waren laut Kayla ebenfalls „toll“.

Das fand auch Kezia, die sich ebenfalls einen süßen Trostpreis beim Stadtjugendpfleger abholte. Ihr hat vor allem die Fahrt in Gladenbachs thüringische Partnerstadt Tabarz Spaß gemacht – und die Fahrradtour nach Bad Endbach mit einer kleinen Grillparty. „Da war’s glücklicherweise trocken“, erzählte Kezia.
Von einem „schönen, authentischen Projekt“ sprach Nickel mit Blick auf die Aktion „MTB goes digital“. Dabei waren Kinder mit ihren Mountainbikes in Bad Endbach, Günterod und im Zillertal bei Kehlnbach unterwegs. Von ihren Touren machten sie Filmaufnahmen, aus denen sie später ein fünfminütiges Video zusammenstellten.

Insgesamt sei er mit den 75 Ferienpass-Veranstaltungen „sehr zufrieden“ gewesen, bilanzierte Nickel. Seit 39 Jahren organisiert die Stadtjugendpflege­ das sechswöchige Sommerprogramm. Diesmal waren 235 Ferienpässe verkauft worden, neun weniger als im Vorjahr.

Beim Sommerprogramm der interkommunalen Jugendarbeit mit den Gemeinden Bad Endbach und Lohra gab es hingegen keine wetterbedingten Schwierigkeiten. Die Reiterferien, Klettertouren, Bergwanderungen, Kanu- und Mountainbiketour seien „bei bester Stimmung und großer Zufriedenheit“ der ­Jugendlichen im Alter von 11 bis 17 Jahren über die Bühne gegangen, sagte Nickel.

von Michael Tietz

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr