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Spielewoche gilt als ein Leuchtturmprojekt

Ferienpass-Aktion Gladenbach Spielewoche gilt als ein Leuchtturmprojekt

Abenteuer erleben – das können Kinder mit und ohne Beeinträchtigung bei der Ferienpass-Spielewoche. Dank der finanziellen Unterstützung von „Inklusion bewegt“ und der Stadt geht es in den nächsten Jahren weiter.

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Gemeinsam für die inklusive Spielewoche beim Gladenbacher Ferienpass am Start (von links): Stadtjugendpfleger Karl H. Nickel, Isabelle Deidl (fib), Anna Kaczmarek-Kolb (Inklusion bewegt), Wolfgang Urban (fib), Simona Lison (bsj) und Bürgermeister Peter Kremer.

Quelle: Michael Tietz

Gladenbach. „Die Spielewoche ist ein Leuchtturmprojekt, das für den ganzen Landkreis strahlen sollte“, sagt Simona­ Lison vom Marburger Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit. Der „bsj“ ist einer von drei ­Kooperationspartnern, die die Ferienpass-Aktion seit 2013 in Gladenbach organisieren. Die anderen sind die Stadtjugendpflege und der Verein zur Förderung der Inklusion behinderter Menschen (fib).

Das Besondere an der Spielewoche: Es sind mehr als 50 Kinder aktiv, darunter 10 mit Behinderung. Vom 10. bis 14. Juli­ ­findet die Neuauflage an der Rauschenberghütte in Mornshausen statt. Auch in diesem Jahr ist die Aktion ausgebucht. Diesmal dürfen sich die Kinder auf magische Momente freuen. Das Motto lautet „Harry Potter“. Im Mittelpunkt der Aktion steht das freie Spielen. „Dass einige Kinder eine Beeinträchtigung haben, nimmt der Beobachter zunächst kaum wahr“, berichtet

Stadtjugendpfleger Karl H. Nickel. Das Spielen bringe die Mädchen und Jungen schnell zusammen. Ängste und Zurückhaltung seien kaum zu spüren. Dazu beigetragen habe die gereifte Zusammenarbeit der Stadtjugendpflege mit „fib“ und „bsj“. Alle Partner stellen für die Spielwoche ein großes Betreuerteam.

Dieser personelle Einsatz verursacht jedes Jahr Mehrkosten. Die deckten bisher Zuschüsse­ der „Aktion Mensch“. Dieses Jahr stellt die Koordinierungsstelle „Inklusion bewegt“ knapp 3000 Euro zur Verfügung. Das hessischen Sozialministerium fördert seit April 2015 bis ­Dezember 2017 den Landkreis Marburg-Biedenkopf als „Modellregion Inklusion“. 30 Freizeitangebote werden finanziell unterstützt.

Die Projekte haben ein Ziel: das Miteinander aller Kinder und Jugendlichen zu fördern. Auf diese Weise sollen inklusive Wege realisiert werden, erklärte Anna Kaczmarek-Kolb. „Wir sind sehr erfolgreich und haben im Kreis viel bewegt“, sagt die Projektleiterin.
Auch für die nächsten Jahre­ ist die Spielwoche gesichert. Der Magistrat beschloss, für 2018 und 2019 zusätzlich jeweils 2500 Euro zur Verfügung zu stellen. Und alle Beteiligten setzen sich dafür ein, dass es auch in den Folgejahren weitergeht.

Gladenbacher Magistrat stellt Geld zur Verfügung

„Inklusion ist eine kommunale Aufgabe“, betont Nickel. Im Magistrat habe er keine Überzeugungsarbeit leisten müssen. Einstimmig habe das Gremium dem Antrag der Kooperationspartner auf finanzielle Unterstützung zugestimmt.

„Die Veranstaltung ist über die Jahre gereift“, stellt Nickel zufrieden fest. Inzwischen sei es völlig normal, dass behinderte­ und nichtbehinderte Kinder die Spielwoche mit Leben füllen. Auch im Betreuerteam sei der inklusive Gedanke und Anspruch fest verankert.

Gladenbach nehme mit dieser Aktion eine Vorreiterrolle im Kreis ein, stellten alle Beteiligten am Donnerstag bei einem Pressegespräch heraus. „Inklusion ist wichtig und deshalb unterstützen wir dieses Projekt auch gerne“, sagt Bürgermeister Peter­ Kremer (parteilos).

Das unterstrich auch Wolfgang Urban vom Vorstand von „fib“: „Wir müssen versuchen, vom Sonderweg für behinderte Kinder wegzukommen.“ Gemeinsame Freizeitangebote seien da ein guter Ansatz. Und auch sehr erfolgreich, wie Isabelle Deidl von der „fib“-Geschäftsstelle in Gladenbach feststellt: „Die Kinder schauen über den eigenen Tellerrand, sie begegnen sich unvoreingenommen und schaffen gemeinsam etwas.“

Die inklusive Spielwoche ist nur ein Element in der Kooperation von Stadtjugendpflege, „fib“ und „bsj“. So gibt es seit einigen Jahren auch ein Seifenkistenrennen am außerschulischen Lernort in Weidenhausen. Dem geht eine einwöchige­ Freizeit voraus, bei dem ebenfalls Kinder mit und ohne ­Beeinträchtigung mitmachen. Außerdem planen die beiden Vereine gemeinsame Schulungen für ihrer Teamer.

von Michael Tietz

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