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Quelle ist vom Netz getrennt

Trinkwasser Quelle ist vom Netz getrennt

Ein Teil der Gladenbacher Bürger muss das Wasser abkochen. Das Netz 
wird derzeit gespült, 
muss danach eventuell auch gechlort werden, 
bis die Ursache der 
Verunreinigung gefunden und beseitigt ist.

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Entscheidung bleibt noch abzuwarten

Im Gladenbacher Trinkwasser wurden Ecoli-Bakterien und Enterokokken entdeckt.

Quelle: Nadine Weigel

Gladenbach. Seit Montagmittag wissen die Verantwortlichen des Zweckverbands Mittelhessische Wasserwerke (ZMW) von der Verunreinigung in einem Teil des Gladenbacher Trinkwassernetzes, am Nachmittag ging die Warnung an die Bevölkerung raus ( wir berichteten), verbunden mit einem Abkochgebot für das Trinkwasser in Römershausen und Teilen der Kernstadt (siehe unten: Abkochregion).

Festgestellt wurde eine Verunreinigung mit Coliformen Bakterien und Enterokokken. Die Belastung bezeichnet Werner Loew, Abteilungsleiter Wasserversorgung beim ZMW, als „nicht sehr hoch“, bei de Ecoli-Bakterien „im niedrigen zweistelligen Bereich“, bei den Enterokokken mit „wenig“.

Die Ursache der Verunreinigung ist laut Loew noch nicht bekannt, aber „wir arbeiten mit Hochdruck daran“. Mehrere Mitarbeiter seien dafür im Einsatz. Der Ort der Verunreinigung ist aber sehr wohl lokalisiert. Es ist der alte Bergwerksstollen „Wiederhoffnung“, aus dem bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts Erze abgebaut wurden, seitdem erst der Stadt Gladenbach und seit der Übernahme des Netzes dem ZMW als Wasserreservoir dient. Da dieser Stollen ein geschlossenes System darstellt, sei ein Übergreifen auf weitere Stadtteile nicht zu erwarten, erklärt Loew.

Proben werden täglich entnommen

Die Quelle sei vom Netz getrennt und dieses werde in den betroffenen Gebieten gespült, erklärt Stephan Schienbein auf Nachfrage. Laut dem Sprecher des Landkreises wurde eine Belastung von 200 kolonienbildenden Ecoli-Einheiten sowie 17 Einheiten Enterokokken pro 100 Milliliter Wasser festgestellt. Da der Toleranzwert null ist, verfügte das Gesundheitsamt das Abkochgebot, weil dies schneller greife als eine Chlorung. Diese könne aber noch erfolgen, falls die Verunreinigungen nach der Spülung des Netzes weiterbestehen.

Derzeit werden dem Wasser täglich Proben entnommen, das Abkochgebot oder gegebenenfalls die Chlorung wird erst wieder aufgehoben, wenn an drei aufeinanderfolgenden Tagen keine Keimbelastung mehr festgestellt wird. Dann, so ­Loew, werde der ZMW die Bevölkerung benachrichtigen.

Ecoli-Bakterien kommen im menschlichen und tierischen Darm vor und gelten deshalb auch als Fäkalindikator. Sie können Durchfall und Darmentzündungen auslösen.
Enterokokken sind ebenfalls ein Hinweis auf eine Verunreinigung des Wassers durch Fäkalien. Diese Bakterien können Harnwegsinfekte und Eileiterentzündungen auslösen und stellen besonders für Menschen mit geschwächtem Immunsystem eine Gefahr dar.

von Gianfranco Fain

 Abkochregion

Neben dem Stadtteil Römershausen gilt das Abkochgebot fürs Trinkwasser in folgenden Straßen Gladenbachs :

  • Adolf-Theis-Straße
  • Adrian-Diel-Straße
  • Am Kirchberg
  • Am Schreinersgarten (Hausnummer 1 bis 8)
  • Ammenhäuser Straße
  • Auweg
  • Biedenkopfer Straße
  • Ferdinand-Köhler-Straße (1 bis 38)
  • Grube Erin
  • Hoherainstraße (1 bis 42)
  • Industriestraße
  • Jahnstraße
  • Karl-Waldschmidt-Straße­ (6, 8, 10a, 10b)
  • Kirchbergstraße (außer Nummer 9)
  • Kreuzstraße
  • Marburger Straße
  • Marktstraße (25, 27, 29, 40, 42, 44, 46, 48)
  • Marktweg (7, 7a bis 24)
  • Ringstraße (3a bis 32)
  • Sinkershäuser Weg
  • Stockhausweg
  • Vorgartenstraße
  • Wilhelmstraße
  • Zu den Kauten.
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