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Es gibt einige Baustellen im Dorf

Bürgerversammlung in Rüchenbach Es gibt einige Baustellen im Dorf

Marode Straßen und ­Wege, Ärger mit einer Baufirma, fehlende Grundstücke für Häuslebauer: Die Bürgerversammlung in Rüchenbach lieferte Diskussionsstoff.

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Der Platz an der Bushaltestelle soll neu gestaltet werden. Die Rüchenbacher wollen mithilfe der Bauhof-Mitarbeiter die Linden zurückschneiden und die Anlage neu bepflanzen.

Quelle: Michael Tietz

Rüchenbach. Beifallsbekundungen aus dem Publikum sind bei Bürgerversammlungen eher selten. Am Donnerstagabend zollten die Rüchenbacher ihrem Ortsbeirat aber Respekt und Anerkennung für die gute Vorbereitung auf die Sitzung und das Engagement der drei Gremiumsmitglieder.

„Vorstellungen, Wünsche und Anregungen zur Entwicklung von Rüchenbach“ hatte Ortsvorsteher Thomas Hecker seinen Vortrag überschrieben. Mit Bildern und Informationen führte er den Einwohnern des Stadtteils, Bürgermeister Peter Kremer (parteilos) sowie den anwesenden Mitgliedern des ­Magistrats und des Parlaments die größten „Baustellen“ im Dorf vor Augen.

Platz an der Haltestelle soll neuen „Anstrich“ erhalten

Und Hecker fand auch deutliche Worte. „Wer interessiert sich überhaupt für Rüchenbach?“, fragte der Ortsvorsteher etwas provokant. Er spielte damit auf die Haushaltswünsche des Ortsbeirates an, die zum wiederholten Male nicht berücksichtigt worden waren. Handlungsbedarf sehen Hecker und die Rüchenbacher bei folgenden Themen:

Erddeponien: Der Betrieb ist eingestellt, noch stehen von den beiden Betreibern aber Restarbeiten zur nötigen Renaturierung des Geländes sowie zur Wiederherstellung der Zufahrtswege und Entwässerungsgräben aus. Diese sollen bis Ende Juni erledigt sein. „Wir sind froh, dass das Ganze nun zum Abschluss kommt“, sagte Hecker. Da der Hauptweg durch den Schwerlastverkehr komplett kaputtgefahren wurde, soll dort eine neue Asphaltdecke aufgebracht werden. Die Kosten wollen sich die Deponiebetreiber teilen. Der Ortsvorsteher schlug vor, eine Schranke kurz hinter der Einfahrt zu installieren. Auf diese Weise könnten
illegale Müllentsorgungen entlang des Weges verhindert werden.

Forsthausweg: Dieser müsste saniert werden. Doch eine neue Asphaltdecke samt Unterbau für die gut ein Kilometer lange Strecke geht ins Geld. Zunächst soll nun geklärt werden, ob sich vielleicht die Jagdgenossenschaft an der Finanzierung beteiligt. Verantwortlich für die Schäden ist aus Sicht vieler Rüchenbacher die Müllabfuhr, die wöchentlich mit schweren Fahrzeugen auf dem Weg unterwegs ist.

Friedhof: Der Ortsbeirat wünscht sich schon lange, dass ein Teil der Wege befestigt wird. Geld dafür hatte das Gremium auch wieder für den Haushalt 2017 der Stadt beantragt – bisher ohne Erfolg. Es geht um eine etwa 150 Quadratmeter große Fläche. „Wir hoffen, dass dies noch in diesem Jahr möglich sein wird“, sagte Bürgermeister Peter Kremer.

Gehweg: Auf der gegenüberliegenden Seite des Friedhofs verläuft entlang der Ortsdurchfahrt ein Fußweg, der abrupt endet. Der Ortsbeirat würde diesen gerne bis zur Einmündung des nächsten Feldwegs verlängern und mit einer Asphaltdecke überziehen lassen. Das Problem: Die dafür benötigte Fläche entlang der Kreisstraße gehört nicht der Stadt Gladenbach. Der Bürgermeister will nun beim Kreis nachfragen, ob ein zusätzliches Stück Fußweg hier möglich ist.

Breitband: Für das schnelle Internet sind vor gut drei Jahren auch in Rüchenbach neue Kabel verlegt worden. Dabei habe die ausführende Baufirma jedoch deutliche Schäden hinterlassen, die immer noch nicht behoben seien, monierte Hecker. „Ich bin gespannt, wie die Stadt damit umgeht und vielleicht auch mal rechtliche Schritte einleitet.“ Nach Auskunft des Bürgermeisters soll es dazu am 23. Februar ein Gespräch zwischen Stadt und Breitband GmbH geben.

Bushaltestelle: Mithilfe des Bauhofes wollen die Rüchenbacher im Frühjahr den Vorplatz neu gestalten. Die Linden sollen zurückgeschnitten werden. Der Platz selbst solle künftig leichter zu pflegen sein, sagte Hecker. Deshalb werden die alten Büsche entfernt und durch eine Rasenfläche sowie eine neue Bepflanzung ersetzt.

Bauland: Es fehlen erschlossene Grundstücke für Bauwillige, merkte der Ortsvorsteher an. Er habe von Rüchenbachern wie auch von Auswärtigen bereits Anfragen erhalten. Nun soll zunächst ermittelt werden, welche Baulücken es im Dorf noch gibt und ob diese Grundstücke überhaupt zum Verkauf 
stehen.

Verkehr: An den Ortseingängen werde zu schnell gefahren, merkte Hecker an. Seine Idee: Dort könnten elektronische Tafeln installiert werden, die den Autofahrern ihr Tempo anzeigen. Ein solches Gerät kostet nach Auskunft des Bürgermeisters allerdings 1500 bis 2000 Euro. „Und wenn es über einen längeren Zeitraum an einem Ort steht, verliert es seine Wirkung“, so Kremer.

Spielplatz: Der alte Maschendrahtzaun im hinteren Teil muss erneuert werden. Das war nach Auskunft des Bürgermeisters schon für 2016 vorgesehen, soll nun aber in diesem Jahr geschehen.

von Michael Tietz

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