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Bellnhausen geht 2017 leer aus

Gladenbacher Haushalt Bellnhausen geht 2017 leer aus

Weil im Gladenbacher Haushalt 2017 keine Investition für Bellnhausen vorgesehen ist, haben Ortsvorsteher Klaus-­Jürgen Scheld und seine beiden Mitstreiter 
das Zahlenwerk nur zur Kenntnis genommen.

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128 Stunden ehrenamtlichen Einsatz wurden von elf Bürgern aus Bellnhausen in die Sanierung der Fachwerkkirche investiert. Vom Eigentümer des ehemaligen Gotteshauses, dem „Förderkreis Alte Kirchen“, fehlt bis heute ein Wort des Dankes.

Quelle: Peter Piplies

Bellnhausen. Eigentlich hatte das Gremium erwartet, dass wenigstens einer von den drei größeren Wünschen für das Dorf – ein befestigter Weg auf dem Friedhof, Sanierung der Allna­mauer und des Bolzplatzes – in den Haushalt aufgenommen wird. Nun hoffen die Ortsvertreter, dass wenigstens der Friedhofsweg mit viel Eigenleistung aus dem Dorf sowie aus den allgemeinen Mitteln, die im Haushalt zur Erhaltung der 15 Gladenbacher Friedhöfe eingestellt sind, verwirklicht werden kann.

In Anbetracht der großen Zurückhaltung bei Investitionen in den kleinen Stadtteilen zeigten sich Scheld und seine Mitstreiter über die hohen Fehlbeträge bei der städtischen Gesellschaft SEB (Stadtmarketing-Energie-Bäder Gladenbach) sehr erstaunt.

„Wie könne es sein, dass die Stadt unter dem Schutzschirm stehe und zugleich nach wie vor beispielsweise ,Miese‘ beim Kirschenmarkt produziere“, fragte sich der Ortsbeirat. Es müsse doch wohl möglich sein, mit den Festwirten, Schaustellern und Verkäufern so zu verhandeln, dass wenigstens das Minus kleiner werde, so die Überlegungen aus dem ehrenamtlichen Gremium.

Ortsbeirat ist verärgert, weil nicht investiert wird

Zutiefst enttäuscht sind die drei Ortsvertreter auch über das Verhalten und die Undankbarkeit aus dem Vorstand des „Förderkreises Alte Kirchen“ Marburg/Biedenkopf. In Bellnhausen gehört die alte Fachwerkkirche zum prägenden Ortsbild und ist ein Schmuckstück im Dorf. Doch inzwischen gehört das Gotteshaus dem „Förderkreis Alte Kirchen“ und wird seit Jahren nicht mehr für Gottesdienste genutzt.

Trotzdem hatte schon der vorangehende Ortsbeirat eine Sanierung der alten Kirche angeregt und seine Hilfe zugesagt. Dies haben die Nachfolger unter Scheld aufgegriffen und das Angebot erneuert. 2016 konnte nun endlich ein erster Abschnitt umgesetzt werden. Allerdings mussten der Ortsbeirat und weitere Freiwillige acht Wochen auf den Nachweis einer Haftpflichtversicherung für die ehrenamtlichen Helfer warten, den die Zuständigen vom „Förderkreis Alte Kirchen“ besorgen sollten, bevor die Arbeiten überhaupt losgehen konnten.

Der eigentlich für die Sommermonate geplante neue Außenanstrich wurde dann von Scheld und seinen „treuen und fleißigen Mitstreitern bei Wind und Wetter, Regen und Kälte“ mitten im Oktober binnen drei Wochen bewerkstelligt. Die freiwilligen Helfer hatten alle Balken abgeschliffen, gesäubert, grundiert und abschließend die Holzkonstruktion, Gefache, Fenster und Türen neu gestrichen.

Insgesamt waren 11 Bellnhäuser 128 Stunden im ehrenamtlichen Einsatz für das historische Bauwerk, bilanzierte der Ortsvorsteher. Außerdem steuerte der Ortsbeirat noch 500 Euro von seinen Verfügungsmitteln für das Material bei. Doch bis heute warten Scheld und die Helfer vergeblich auf ein Wort des Dankes, Lob oder ein sonstiges Zeichen von Wertschätzung oder Anerkennung vom „Förderkreis Alte Kirchen“.

Nach der gelungenen Verschönerung der Fachwerkkirche in Bellnhausen hatte Ortsvorsteher Scheld beim Förderkreis angefragt, ob das dazugehörige, aber marode, alte Wiegehäuschen ( Foto: Piplies) abgerissen werden und an dessen Stelle eine Bank zum Verweilen einladen könnte. Doch von diesen Plänen wollten die „Freunde der Alten Kirchen“ nichts wissen.

Statt dessen verwies man auf das hessische Denkmalschutzgesetz und die Einordnung des sanierungsbedürftigen Gebäudes als „Kulturdenkmal und Teil der Gesamtanlage historischer Ortskern Bellnhausen“.

Nach Ansicht eines Architekten für Denkmalsanierung könnte das Wiegehäuschen mit geringen Finanzmitteln und viel Eigenleistung instand gesetzt werden. Wann und ob es zu einem Arbeitseinsatz der Bellnhäuser an diesem „technischen Denkmal“ kommen werde, stehe jedoch nicht fest. Denn inzwischen haben sich Ortsvorsteher Scheld, seine Mitstreiter im Gremium und die engagierten Bürger des Gladenbacher Stadtteils verschiedenen anderen Projekten in ihrem „schönen Fachwerkort“ zuzuwenden.

von Peter Piplies

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