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Mehr als nur Kosmetik nötig

Freibad Weidenhausen Mehr als nur Kosmetik nötig

Für die notwendige Modernisierung des Freibads Weidenhausen wird mit 1,5 bis 1,75 Millionen Euro gerechnet. Ein Gutachten soll realistische Zahlen
 liefern.

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Mit der Schließung des Freibades Weidenhausen wurde auch das Wasser aus dem Kinderbecken gelassen.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Gladenbach. Der Zahn der Zeit nagt an dem in den 1960er-Jahren errichteten Freibad Weidenhausen – nicht nur an der veralteten Technik, sondern auch am Schwimmbecken. Der bröckelnde Putz muss in jedem Frühjahr erneuert werden, auch sind Leitungen durchgerostet und Rinnen müssen ersetzt werden. Deshalb fanden bereits vor der Saisoneröffnung 2017 Gespräche mit dem Förderverein „Schwimmbadfreunde Weidenhausen“ und Mitarbeitern der Stadtverwaltung statt. Im Ergebnis soll ein Konzept erstellt werden, um das Freibad zukunftsfähig zu machen. Derzeit holt die Verwaltung dazu Angebote von Fachfirmen ein.

Es steht für 2018 nicht zu befürchten, dass das Bad nicht geöffnet wird. Vielmehr werde nach einer perspektivischen Lösung gesucht, sagte Bürgermeister Peter Kremer im Gespräch mit der OP. Er hält das Bad für „das schönste in der Region“. Das scheinen viele Besucher auch so zu sehen, obwohl die Freibadsaison 2017 eher ernüchternd ausfällt. Die liegt aber laut Günter Euler, Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft SEB (Stadtmarketing – Energie – Bäder), hauptsächlich am schlechten Wetter im August.

Investitionen sind der Knackpunkt

Der Sommer war für vier Wochen quasi abgetaucht und hat den guten Start in die Badesaison zunichte gemacht. Während im Mai und Juni so viele Badegäste wie nie im Freibad Weidenhausen gezählt wurden – bis dahin wurden 80 Prozent des Saisonumsatzes erwirtschaftet –, 
vermeldet das Freibad im August einen Negativrekord. Dass Euler trotzdem von einer durchschnittlichen Saison sprechen kann, liegt daran, dass bei dem schönen Wetter im Mai der Saisonkartenverkauf mächtig angekurbelt wurde.

In die Attraktivität des Freibades wurde bereits einiges investiert. Es verfügt über eine Solaranlage, die bei schönem Wetter die Wassertemperatur in den zwei Schwimmbecken aufheizt, und für die jüngsten Badegäste gibt es Spielgeräte und ein Sonnensegel spendet Schatten. Wer sich sportlich betätigen will, kann im Bad Volleyball, Tischtennis oder Tischfußball spielen. Doch diese Ausgaben waren bisher nur Kosmetik. Der eigentliche Knackpunkt sind die zu erwartenden Investitionen in die Modernisierung.

Der Ortsbeirat bemüht sich jetzt darum, dass finanzielle Mittel in den Haushalt 2018 aufgenommen werden, um die Zukunft des Freibades langfristig zu sichern. Weiteres Geld steht auf Wunsch der Weidenhäuser aus dem Erlös des Dorffestes für das Freibad zur Verfügung. Eine Beteiligung an den Kosten hat auch der Förderverein zugesagt.

Kämmerer setzt Hoffnung auf neue Förderprogramme

Da das Freibad „ein Stück Lebensqualität“ bedeutet, sieht sich der Kämmerer Kremer im Zwiespalt zwischen der notwendigen freiwilligen Aufgabe und den Pflichtaufgaben der Kommune. Wenn ein Konzept vorliegt, entscheiden letztlich die städtischen Gremien, ob und wie viel Geld in das Freibad Weidenhausen investiert wird. Kremer setzt seine Hoffnung darauf, dass neue Förderprogramme für Bäder aufgelegt werden, um das Weidenhäuser Freibad modernisieren zu können.

Seit dem 3. September ist das Freibad geschlossen. Den Frust der Weidenhäuser über den vorzeitigen Schließungstermin kann Euler zwar nachvollziehen, zumal im vergangenen Jahr die Saison ebenfalls früh endete, weil eine Treppe zum Becken neu eingebaut wurde. Letztlich beruft er sich aber darauf, dass mit dem Ferienende auch ein abruptes Ende der Freibadnutzung folgt. Mit dem Ausbleiben der Schüler deutete sich ein Ende des Sommers an, sagt Euler.

Eigentlich hatte die SEB den 31. August als Saisonabschluss anvisieren wollen, der Ortsbeirat hat interveniert und eine Öffnung bis 10. September favorisiert. Am Ende blieb das Freibad drei Tage länger als von der SEB vorgesehen geöffnet – ein Kompromiss.

von Silke Pfeifer-Sternke

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