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„Bee Bop“ macht das Rennen

Kirschenmarkt Gladenbach „Bee Bop“ macht das Rennen

Sechs Autoscooter und vier Pizzabuden wären möglich gewesen. Doch so viel Fahrspaß und belegtes Fladenbrot muss beim Kirschenmarkt dann doch nicht sein.

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Kirschen wird es auf dem Kirschenmarkt 2017 ganz sicher geben. Welche Geschäfte auf den Rummelplatz sollen, hat jetzt der Gladenbacher Magistrat festgelegt.

Quelle: Hartmut Berge

Gladenbach. In drei Monaten startet er wieder, der Kirschenmarkt. Fester Bestandteil bei den „tollen Tagen“ sind der Rummelplatz und die Fressgasse. Die werden wieder mit Fahr- und Unterhaltungsgeschäften sowie Imbissbuden bestückt. Wer mitmachen darf, hat der Magistrat der Stadt in mehreren Sitzungen entschieden.

Für insgesamt 37 Standplätze erhielten Schausteller den Zuschlag. Ob diese tatsächlich auch alle vom 29. Juni bis 2. ­Juli beim Volksfest mitmischen, steht allerdings noch nicht fest. Denn nun ist erst einmal Generalpächter Konrad Ruppert in der Pflicht. Der Bad Wildunger muss versuchen, alle vom Magistrat ausgewählten Geschäfte­ auf dem Festgelände unterzubringen.

Das ist kein leichtes Unterfangen, denn der Raum in der Gladenbacher Innenstadt ist begrenzt. Maßarbeit ist gefragt. Die Vorgaben des Sicherheitskonzeptes für den Kirschenmarkt müssen strikt eingehalten werden. Flucht- und Rettungswege dürfen ebenso wie Aufenthaltsplätze für Besucher nicht zugestellt werden.

Reinigung

Neu im Einsatz wird beim Gladenbacher Volksfest eine Reinigungsfirma sein. Sie übernimmt den großen Kehraus am Freitag nach dem Krammarkt, am Sonntag nach dem Festzug und am Montag nach dem Kirschenmarkt sowie auch zwischendurch die allmorgendliche Reinigung von Rummelplatz, Fressgasse und vor dem Zelt. Diese Aufgaben erledigten bisher die Bauhofmitarbeiter. „Nun stehen diese Arbeitsstunden wieder originären städtischen Aufgaben zur Verfügung“, erklärt Bürgermeister Peter Kremer. Die Kosten für die Reinigungsfirma teilen sich Stadt, Festwirt und Generalpächter.

„In diesem Jahr steht noch ­weniger Platz zur Verfügung“, erklärt Bürgermeister Peter ­Kremer (parteilos) mit Blick auf die Fressgasse. Dort – in der Karl-Waldschmidt-Straße – ist ein neues Gebäude hochgezogen worden. Die Front des nun bebauten Grundstücks darf zwar mit Buden belegt werden. Zwei Zufahrten müssen allerdings frei bleiben.

Die Stadt will das Spaß- und Genuss-Angebot in der Fressgasse und auf dem Rummelplatz „möglichst ausgewogen, abwechslungsreich und modern“ halten. So steht es im Kriterienkatalog für die Imbissbetriebe sowie Fahr- und Unterhaltungsgeschäfte. Dieser stand allen Schaustellern zur Verfügung – abrufbar über die Webseite der Stadt. Und nach diesen Vorgaben bewertete schließlich auch der Magistrat die einzelnen Bewerbungen.

„Für den Autoscooter hatten wir deutlich mehr Bewerber als in den Vorjahren“, sagt Kremer. Statt der sonst üblichen drei waren es diesmal sechs. „Das hat die Arbeit im Vorfeld etwas erschwert“, erklärt der Bürgermeister. Denn nicht jeder­ ­Bewerber habe anfangs die vollständigen Unterlagen mitgeschickt. Einige mussten nachgereicht werden.

In acht Kategorien vergab der Magistrat Wertungspunkte. Dabei spielten die Größe und die Attraktivität des Geschäfts ebenso eine Rolle wie der Auf- und Abbau (Zeitfaktor), der Zustand der Fahrzeuge und die Gestaltung der Außenfassade.

Die beste Bewertung erhielt schließlich der „Bee Bop“ von Schausteller Thomas Hammecke aus dem ostwestfälischen Kirchlengen (Kreis Herford). „Das ist der modernste der sechs Autoscooter mit der größten Fahrbahn“, sagte Kremer. Auf einer 24 mal 14 Meter großen Fläche sausen die kleinen Elektroautos umher.

Bier wird günstiger

Die Familie Kalbfleisch, die seit vielen Jahren den Autoscooter beim Kirschenmarkt stellte,­ landete diesmal nur auf Platz drei. Der Gladenbacher Schausteller Herbert Kreuser belegte mit seinen zwei Bewerbungen die beiden letzten Ränge. Kreuser hatte sich im Vorjahr erfolgreich mit seinem Autoscooter beim Kirschenmarkt eingeklagt. Auf dem ihm zugewiesenen Standort am Freizeitbad „Nautilust“ baute er sein Fahrgeschäft dann aber nicht auf.

Weitere Fahrgeschäfte auf dem Rummelplatz werden diesmal das „Take Off“ und die Schneebahn sein – zwei Klassiker beim Kirschenmarkt. Ebenfalls wieder dabei: die „Schatzinsel“, wo Kinder im Sand nach „Diamanten“ suchen können. Hinzu kommen ein Laufgeschäft, Kinderkarussells sowie Los- und Schießbude.

In der Fressgasse ist vor allem der Standplatz für die Pizza-Bude begehrt. Hierfür gingen vier Bewerbungen ein. „Pizza-Toni“, seit mehr als 30 Jahren beim Kirschenmarkt im Einsatz, bekam auch diesmal den Zuschlag. Im Juli 2016 habe dessen Stand ­eine komplett neue Außenfassade bekommen, außer­dem sei die Beleuchtung auf LED ­umgerüstet worden, begründet ­Kremer die Entscheidung des Magistrats.

Vom neuen Festwirt Klaus Weingärtner aus Hanau kam derweil bereits die Zusage: Das Bier im Zelt wird billiger. Das 0,25-Liter-Glas kostet in diesem Jahr zwei Euro – und damit zehn Cent weniger als 2016. Für den Mittwochabend plant der Festwirt zudem eine Disco-Party, bei freiem Eintritt.

von Michael Tietz

Kirschenkönigin
Die Programmplanung für die Wahl der Kirschenkönigin läuft noch. Im Vorjahr mussten die Kandidatinnen erstmals bei einigen Spielen ihr Glück versuchen. „Die neuen Elemente stehen noch nicht fest“, ­erklärt Bürgermeister Peter ­Kremer. Entschieden werden muss außerdem, ob die Kirschenkönigin künftig zwei Jahre im Amt sein wird. Fest steht: Im Mai will Kremer mit einigen ehemaligen Kirschenköniginnen eine Aktion in der Gladenbacher Europaschule starten, dort mögliche Bewerberinnen direkt ansprechen und für die Teilnahme an der Wahl werben. Beim Wahlabend soll dann auch ein neues Phonmessgerät mit Digitalanzeige (es ermittelt die Lautstärke des Jubels) zum Einsatz kommen.
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