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Baugenehmigung steht noch aus

Lidl-Umbau Gladenbach Baugenehmigung steht noch aus

Die Bäume sind gefällt, der Markt selbst steht aber noch. Der Lebensmitteldiscounter Lidl muss sich mit seinen Abriss- und Neubauplänen in Gladenbach weiterhin in Geduld üben.

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Lidl will seinen Markt in der Gießener Straße in Gladenbach abreißen und an gleicher Stelle – um 90 Grad gedreht – einen größeren ­errichten. Für das Bauvorhaben sind auf den Grundstücken nun Bäume gefällt worden.

Quelle: Michael Tietz

Gladenbach. Seit August 2000 ist eine Filiale der Lidl-Kette in der Gießener Straße ansässig. Der Markt wurde seitdem einmal erweitert. Damit auch künftig der Werbeslogan „Lidl lohnt sich“ für Gladenbach gilt, will der Konzern seinen Standort umfassend modernisieren. Pläne dafür liegen bereits seit ­Anfang 2015 auf dem Tisch.

Breite Gänge, ein helles, freundliches Ambiente und ­einen barrierefreien Einkauf will der Lebensmitteldiscounter seinen Kunden bieten – in einem komplett neuen Markt. Der alte soll deshalb abgerissen werden.

Das Gebäude sei nach 15 Jahren Nutzung verbraucht, erklärte Sascha Estel von der Lidl Vertriebs-GmbH & Co. KG aus Burbach im Februar 2015. „Mit einem Neubau können wir den Standort auch zukünftig sichern und modernste Umwelttechnik installieren“, sagte der Prokurist und Immobilienleiter damals. Für dieses Vorhaben war auch die Gladenbacher Politik gefordert. Sie musste einen neuen Bebauungsplan für das Gelände auf den Weg bringen.

Betreiber rechneten mit kürzerer Planungsphase

Der Markt mit einer Verkaufsfläche von 900 Quadratmetern lag bisher in einem Mischgebiet. Das Unternehmen plant nun, sich um 600 Quadratmeter zu vergrößern. Das neue Gebäude wird im Vergleich zur alten Filiale um 90 Grad gedreht und steht dann an der östlichen Seite des Areals. Dafür mussten die Grundstücke an der Gießener Straße in ein Sondergebiet „großflächiger Einzelhandel“ umgewandelt werden. Das ist mittlerweile geschehen. Einstimmig gab das Stadtparlament im Dezember 2016 grünes Licht für den neuen Bebauungsplan.

Ursprünglich hatte Lidl mit einer deutlich kürzeren Planungsphase kalkuliert. Als im Sommer 2015 die Gießener Straße saniert wurde, wollte auch der Konzern mit seiner Erweiterung starten. Der Markt wäre dann ohnehin nur sehr eingeschränkt erreichbar gewesen, erklärte ­Sascha Estel vor zwei Jahren. Die Abbruch- und Neubauphase hätte parallel zur Straßensanierung laufen können. Vor Weihnachten 2015, so lautete das damalige Ziel, wäre ­eine Eröffnung möglich gewesen. „Vorausgesetzt, alles geht ohne Behinderung voran“, so der Firmensprecher.

Probleme gab es dann aber ­einige. Lidl hatte auch das Nachbargrundstück mit der ­Villa Wehrenbold gekauft. Hier sollen zusätzliche Parkplätze geschaffen werden. Dafür wollte das Unternehmen die Jugendstilvilla komplett abreißen lassen. Doch die Denkmalschutzbehörde des Landkreises legte ihr ­
Veto ein.

 Bagger stehen auf Abruf bereit

Nur die Anbauten ­dürfen nun verschwinden, das denkmalgeschützte Hauptgebäude muss dagegen stehenbleiben. Deshalb zog sich das Planungsverfahren in die 
­Länge. Der Lebensmitteldiscounter musste einen Plan B für seine Erweiterung ausarbeiten – nun mit der Villa. Die bildet künftig das Einfahrtstor zum neuen Markt. Vor dem Gebäude – aus Fahrtrichtung Erdhausen – wird die neue Zufahrt zum Parkplatz liegen.

Der Betrieb im alten Markt läuft derzeit noch weiter. Die Bagger stehen auf Abruf bereit. Der Grund: „Zum jetzigen Zeitpunkt liegt uns noch keine Baugenehmigung zu dem geplanten Neubau vor“, erklärt Lidl-Pressesprecherin Diana Zvicer-Senolan auf Nachfrage.

Außerdem ist das Unternehmen weiterhin auf der Suche nach Mietern oder Investoren. „Aufgrund fehlender Interessenten gibt es nach wie vor kein konkretes Nutzungskonzept für das denkmalgeschützte Villengebäude“, teilte die Unternehmenssprecherin mit.

Erste vorbereitende Arbeiten­ im Zuge des Neubaus sind auf den beiden Lidl-Grundstücken aber bereits erfolgt. Mehrere­ Bäume wurden gefällt. Laut Bundesnaturschutzgesetz ist dies zwischen dem 1. März und 30. September verboten.

von Michael Tietz

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