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Zeugin berichtet von weiteren Opfern

Aus dem Landgericht Zeugin berichtet von weiteren Opfern

Im Missbrauchsprozess
gegen einen 36-jährigen Gladenbacher sagte eine Zeugin aus, dass mehrere Frauen Opfer von sexuellen Übergriffen waren und viele Angst vor dem Angeklagten haben. Konkret wurde sie nicht.

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Vor dem Landgericht Marburg muss sich ein 36 Jahre alter Gladenbacher wegen sexuellen Missbrauchs verantworten.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Außer schwerer Körperverletzung und Nötigung zu Lasten einer Frau im Februar dieses Jahres hat der 36-Jährige laut Anklage im Jahr 2000 eine damals Zwölfjährige schwer sexuell missbraucht. Das mutmaßliche Opfer sagte zum Schutz der Intimsphäre am jüngsten Verhandlungstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus.

Dies beantragte der Rechtsbeistand der nächsten Zeugin­ vergebens. Wie bereits an den vergangenen Prozesstagen ­angesprochen, hatte die heute 26-Jährige den Angeklagten 2014 ebenfalls der Vergewaltigung bezichtigt – vergebens. Wie der Vorsitzende, Richter Thomas Wolf, berichtete, habe eine psychiatrische Sachverständige­ seinerzeit mangels Mitarbeit der Zeugin eine Falschaussage nicht ausschließen können.

Das Verfahren wurde damals eingestellt. Weil ihr Fall im Detail bei der Aussage keine Rolle spielte, war sie letztlich öffentlich. Wie die Frau berichtete, habe ihr das mutmaßliche Kindesmissbrauchsopfer seinerzeit versprochen, ihr zu helfen, dass der Mann verurteilt werde.

„Da gab es noch mehr“

Sie habe ihr berichtet, selbst Opfer zu sein, ins Detail sei sie jedoch nicht gegangen. Ein weiteres Opfer hatte die Zeugin bei der Polizei benannt, „da gab es noch mehr“, sagte sie jetzt, ohne Namen zu nennen. Und in Gladenbach hätten viele vor dem 36-Jährigen Angst, vor körperlicher Gewalt, „oder dass er mich psychisch fertig macht“.

Auch eine ehemalige Schulfreundin sagte aus, im Alter zwischen 13 und 16 Jahren habe ihr die heute 29-Jährige, neben Missbrauchsfällen aus der früheren Kindheit in der Familie, berichtet, sexuell misshandelt zu sein und um auf sich aufmerksam zu machen, gegen einen Heizkörper getreten. Dasselbe hatte diese in ihrer polizeilichen Vernehmung ausgesagt. An eine besondere Begebenheit könne sie sich noch erinnern.

„Sie hatte sehr schöne Strümpfe mit Spitze, die sie gerne trug. Irgendwann waren sie bei mir und sie wollte sie nicht wiederhaben“. Ob das mit dem Vorfall zu tun hat, wisse sie natürlich nicht.

  • Der Prozess wird diesen Mittwoch, 27. September, ab 9 Uhr im Saal 104 am Marburger Landgericht fortgesetzt.

von Heiko Krause

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