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Gladenbacher bleibt in U-Haft

Aus dem Landgericht Gladenbacher bleibt in U-Haft

Im Prozess gegen einen 36-jährigen Gladenbacher, der im Jahr 2000 eine damals Zwölfjährige missbraucht haben soll, lehnte das Landgericht Marburg am Mittwoch die Aufhebung der Untersuchungshaft ab.

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Das Gericht lehnte den Antrag des Verteidigers ab, den Angeklagten aus der Untersuchungshaft zu entlassen.

Quelle: Marco Barnebeck (Telemarco) / pixelio.de

Marburg. Am vierten Prozesstag waren die Mutter des mutmaßlichen Opfers sowie ehemalige Mitschüler und Freundinnen als Zeugen geladen. Auf Nachfrage der Nebenklage erklärten die fünf Mitschüler, sie hätten die junge Frau als ehrlich, politisch engagiert und hilfsbereit erlebt. Alle erklärten, ihnen sei kein Fall bekannt, in dem die junge Frau Unwahres behauptet habe. Ihr Verhalten nannten sie „normal, wie alle damals“.

Eine Freundin berichtete, als sie in der achten Klasse waren, hätte die Freundin während des Kirschenmarktes erzählt, der Angeklagte habe ihr einmal Gewalt angetan. Sie wolle aber ihre Mutter damit nicht belasten. Ähnliches berichteten auch die anderen Mädchen aus der früheren Schulclique.

Die damals beste Freundin des mutmaßlichen Opfers erinnerte sich, in der fünften oder sechsten Klasse von ihrer Freundin gehört zu haben, der Angeklagte habe sie zu vergewaltigen versucht, als sie bei ihm zu Hause war. Das mutmaßliche Opfer habe sich in der Schulzeit auch selbst verletzt, berichtete die Freundin. Zu der späten Anzeige vor zwei Jahren sei es gekommen, weil sie von einem anderen Opfer des Mannes erfahren habe, das ebenfalls Anzeige erstatten wollte.

Zeugin berichtet unter Tränen

Die Mutter der Klägerin zeigte sich im Zeugenstand sichtlich erschüttert. Sie habe erst mit der Anzeige vor zwei Jahren von der Sache erfahren, verstehe aber seither viele Reaktionen ihrer Tochter aus der damaligen Zeit. „Und ich habe immer gedacht, in Gladenbach kann ihr nichts passieren“, sagte die Frau unter Tränen. Wenige Monate nach der mutmaßlichen Tat habe die Zwölfjährige eine Alkoholvergiftung gehabt. Später sei das nicht mehr vorgekommen.

Der Verteidiger des 36-jährigen Angeklagten beantragte, die Untersuchungshaft für seinen Mandanten aufzuheben, da die Zeugenaussagen für ihn sprächen. Dem widersprach der Staatsanwalt, der ausführte, die Aussagen hätten die Gründe für die Haft eher bestärkt. Das Gericht lehnte den Antrag ab und sah ebenfalls nicht, dass die Aussagen den Angeklagten entlastet hätten. Die Verhandlung wird am 16. Oktober fortgesetzt.

von Martina Koelschtzky

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