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Angeklagter vermutet Verschwörung

Aus dem Landgericht Angeklagter vermutet Verschwörung

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes steht ein 36-Jähriger vor dem Marburger Landgericht. Der Angeklagte bestreitet die Tat und vermutet stattdessen einen Komplott.

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Ein angeklagter Gladenbacher bestreitet, vor 17 Jahren ein Kind vergewaltigt und kürzlich eine Frau verletzt zu haben.

Quelle: picture alliance / dpa

Marburg. Die angeklagte Tat liegt schon rund 17 Jahre zurück. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Gladenbacher vor, als 19-Jähriger in seiner elterlichen Wohnung eine damals Zwölfjährige missbraucht und den Geschlechtsverkehr vollzogen zu haben. Auch dass das Kind Schmerzen gehabt habe, habe den jungen Mann laut Anklage nicht abgehalten. Erst als seine Eltern nach Hause gekommen seien, habe er abgelassen.

Weiter habe der Mann laut Anklage im Februar dieses Jahres zusammen mit einem Unbekannten in Gladenbach ­eine Frau schwer misshandelt. In der Anklageschrift steht, dass der 36-Jährige dem Opfer mehrfach mit der Faust in den Bauch geschlagen habe und letztlich mit einem abgebrochenen Flaschenhals ihr Gesicht und die Hände zerkratzt hat, bevor er sie auch sexuell bedrängte. „Da ist nichts gewesen“, beteuerte der Angeklagte zum Fall aus dem Jahr 2000.

„Die kennen sich doch alle“

Er kenne kein Mädchen des Namens des vorgeblichen Opfers. Vielmehr habe es 2014 einen Vergewaltigungsvorwurf gegen ihn gegeben. Der habe sich laut seinen Angaben als haltlos herausgestellt, das Verfahren wurde eingestellt. Und genau die Frau, die ihn angezeigt habe, sei wiederum eine Freundin des mutmaßlichen Missbrauchsopfers aus dem Jahr 2000. Ebenso, wie die Frau, die er dieses Jahr geschlagen und genötigt haben soll.

„Die kennen sich doch alle“, betonte der 36-Jährige. „Ich habe in Gladenbach keine Freunde, nur Feinde“, sagte der Angeklagte. Grund seien Auseinandersetzungen in seinem Bekanntenkreis, in die er sich eingemischt habe, die teilweise sehr gewalttätig gewesen seien. Er selbst sei drogensüchtig gewesen, so auch im Jahr 2000, als er sich an dem Kind vergangen haben soll. „Gladenbach war damals einer der Hauptumschlagspunkte für Drogen“, berichtete er. Im Übrigen habe er sich damals zum fraglichen Zeitpunkt möglicherweise sogar in Jugendhaft befunden. Zeugen wurden am ersten Prozesstag noch nicht gehört. Diesen Mittwoch, 20. September, wird die Verhandlung fortgesetzt.

von Heiko Krause

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