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Anlieger protestieren gegen Baugebiet

Bürgerinitiative Weidenhausen Anlieger protestieren gegen Baugebiet

Gegen das geplante Baugebiet im „Oberen Haumbach“ in Weidenhausen wehrt sich eine Bürgerinitiative (BI). Dieser gehören 78 Anlieger an.

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Mehr als 30 Erwachsene mit ihren Kindern waren zum Ortstermin gegen das geplante Baugebiet im Nordosten von Weidenhausen ­gekommen. Sie kämpfen gegen zusätzliche Verkehrsbelastungen.

Quelle: Peter Piplies

Weidenhausen. Während eines Ortstermins stellte die Initiative ihre Bedenken gegen das Neubaugebiet unterhalb des Friedhofs vor. 32 Mitglieder sowie einige Kinder versammelten sich dazu am Haumbach. Das geplante Baugebiet werde für eine zusätzliche Verkehrsbelastung für alle Anwohner im gesamten Ostteil sorgen, erläuterte Werner Rotter von der BI. Als Anfang der 2000er-Jahre das große Baugebiet „Cromerg“ mit 60 Bauplätzen ausgewiesen wurde, hätten es die damaligen verantwortlichen Stadtpolitiker sowie die Verwaltung in Gladenbach versäumt, das Gebiet „vernünftig an das außerörtliche Straßennetz anzubinden“, sagte Rotter weiter.

Die Belastungsgrenze für die Anwohner sei mittlerweile erreicht – zumal auch der Sportplatz, der Friedhof sowie die Freizeit- und Bildungsstätte­ durch dieses Gebiet zu erreichen sind. Die nun geplante­ Ausweisung von weiteren 15 Bauplätzen würde das Verkehrsaufkommen weiter steigern, sagte Rotter. Die Mitglieder der BI befürchten zudem, dass der zu erwartende Baustellenverkehr das vorhandene Straßennetz ruiniert und die notwendige Sanierung von den Anliegern bezahlt werden müsste.

Initiative befürwortet Baugebiet am Nordring

Bei dem geplanten Baugebiet handele es sich um eine extensiv genutzte landwirtschaftliche Fläche. Das heißt, dass die hier vorhandenen Wiesen lediglich von ein bis zwei Pferden abgegrast werden, erläuterten Rotter und sein Mitstreiter aus der BI, Stefan Wolf. Das Planungsbüro ist hingegen von einer intensiv – also sehr stark genutzten – landwirtschaftlichen Fläche ausgegangen. Dieser Fehler habe nun dazu geführt, dass eine zuständige Behörde ein Gutachten über das vorhandene Artenaufkommen gefordert habe.­

Die zusätzlichen Kosten sind daher nicht der BI anzulasten, sondern den Versäumnissen der Planer, betonten Rotter und Wolf. Ferner könne der Initiative auch nicht angelastet werden, dass Bauwillige in Weidenhausen auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet werden. Im Gegensatz zu den anderen Beteiligten hätte sich die BI als Einzige die Mühe gemacht, wirklich alle freien Bauplätze in der gesamten Ortslage zu suchen, betonte Rotter. Mit dem Ergebnis: In Weidenhausen seien mehr als 20 freie Bauplätze vorhanden.

Außerdem könnte das bereits fertig geplante Baugebiet „Weidenborn“ wieder von den Politikern auf die Tagesordnung gehoben und umgesetzt werden. Dieses Baugebiet am Nordring könne ohne zusätzliche Verkehrsbelastung für Anwohner an die Landesstraße angebunden werden, sagten die BI-Vertreter. Außerdem wiesen die Anlieger erneut auf einen fehlenden Spielplatz im Nordosten Weidenhausens hin. Die Antwort aus der Verwaltung „Früher haben wir auch im Wald gespielt“ wollen die BI-Vertreter im Jahr 2017 nicht gelten lassen.

Ortsbeirat: Lösung
 gemeinsam finden

Sollten zudem die Einwände der BI einfach übergangen werden, könnten die Kinder dann auch nicht mehr auf den aktuell noch wenigen ruhigen Sackgassen spielen. „Es ist durchaus nachvollziehbar, wenn man auch weiterhin am Dorfrand ohne nennenswerten Durchgangsverkehr wohnen möchte“, sagt Weidenhausens Ortsvorsteher Markus Wege.

Laut Wege hat der Ortsbeirat immer das Baugebiet am Weidenborn ­
favorisiert, musste aber einsehen, dass der Stadt Gladenbach und somit auch allen Weidenhäusern ein wirtschaftlicher Schaden entstünde, würden nicht zunächst die bereits im Besitz der Stadt befindlichen Bauplätze am Haumbach vermarktet und bebaut. Mittlerweile liegen der Verwaltung 14 Anfragen für die 15 geplanten Grundstücke vor.

„Unser Dorf profitiert vom Zuzug junger Familien – vor allem dadurch, dass Weidenhausen auch weiter so liebens- und lebenswert bleibt, weil dadurch eine höhere Chance besteht, unsere gute Infrastruktur zu erhalten“. Der Ortsbeirat ist gerne bereit, an einem gemeinsamen Termin mit Vertretern der BI und der Verwaltung teilzunehmen, damit wir zu einer Lösung finden“, sagt Markus Wege.

von Peter Piplies

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