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Gladenbach ist als Kneippheilbad passé

Stadtverordnetenversammlung Gladenbach ist als Kneippheilbad passé

Die Straßenbauarbeiten in Weidenhausen können in zwei Wochen beendet sein. Zusätzliches Geld für die Reparatur eines zufällig entdeckten, defekten Kanals bewilligten die Stadtverordneten.

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Gladenbachs Stadtverordnete haben beschlossen, Weidenhausens Prädikat als Erholungsort einer Überprüfung zu unterziehen.

Quelle: Thorsten Richter

Gladenbach. Seit Donnerstagabend steht es mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung fest: Die Stadt Gladenbach verzichtet auf eine Überprüfung der Prädikate „Luftkurort“ und „Kneippheilbad“.

Während diese beiden Prädikate entfallen, soll der Fachausschuss für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen beim Regierungspräsidium in Kassel überprüfen, ob die Voraussetzungen für eine Weiterführung des Prädikates für Weidenhausen gegeben sind.

Diese Entscheidung hatte sich nach der vorbereitenden gemeinsamen Sitzung aller Ausschüsse angedeutet ( die OP berichtete). Ausschlaggebend für die Empfehlung zur teilweisen Ablehnung waren die Kosten und die vagen Aussichten, zum Beispiel das Prädikat „Luftkurort“ weiterführen zu können. Die Prädikate wurden zuletzt vor rund 25 Jahren bestätigt, seitdem habe aber der Schwerlastverkehr sehr zugenommen. Rund 25.000 Euro würde die Überprüfung für Gladenbach kosten, für Weidenhausen fallen nur 600 Euro an.

Dennoch brachte der Christdemokrat Hans-Hermann Ullrich den aus seiner Fraktion schon einmal geäußerten Gedanken erneut vor, das Prädikat „Luftkurort“ nicht vorzeitig preiszugeben, da sonst das neu zu organisierende Stadtmarketing damit nicht mehr werben könne – vergebens.

Kremer macht Druck beim Thema Weidenhausen

Wesentlich mehr diskutiert wurde über eine Vorlage des Magistrats. Es ging um eine 
 außerplanmäßige Ausgabe in Höhe von 35.000 Euro, die zudem noch im Haushalt unschädlich wäre, da sie durch nicht vorgenommene Arbeiten in der „Schieferstraße“ gedeckt ist.

Die gebotene Eile begründete der parteilose Bürgermeister Peter Kremer damit, dass die Baufirma mit der Kanal- und Straßensanierung in Weidenhausen in zwei Wochen fertig wäre und dann auf eine Entscheidung der Stadtverordneten warten müsste, falls, wie vorgeschlagen, der Vorgang noch in den Ausschüssen beraten werden sollte. Teurer würde die Reparatur einer zufällig entdeckten, defekten Grabenverrohung, wenn die sanierte Straße später wieder aufgerissen werden müsste.

Doch die CDU-Fraktion wollte sich mit einem „Durchwinken“ nicht zufriedengeben, 
erklärte Gunthard Koch. Es sei jetzt wiederholt vorgekommen, dass unvermutete Rohrleitungen entdeckt würden, die in keinem Plan eingetragen seien, Anwohner aber über deren Vorhandensein und entsprechender Verträge Bescheid wüssten.

Die Christdemokraten drängten auf eine Überprüfung, mit welchen Unterlagen das Bauamt arbeitet und welche dem Planungsbüro zur Verfügung gestellt wurden, um den Fehler festzustellen und gegebenenfalls Regress einfordern zu können. Mit diesem Zusatz wurde die außerplanmäßige Ausgabe bei einer Gegenstimme beschlossen.

Noch kontroverser wurde über weitere Anträge diskutiert 
(Bericht folgt).

von Gianfranco Fain

Beschlüsse
  • Mehrheitlich, bei drei Nein-Stimmen, beschlossen die Gladenbacher Stadtverordneten, das Prädikat „Erholungsort“ für Weidenhausen überprüfen zu lassen. Nicht überprüft werden die beiden Prädikate für Gladenbach. Die Bezeichnungen „Kneippheilbad“ und „Luftkurort“ entfallen somit.
  • Die Änderung der Gestaltungsvorschriften in der Friedhofssatzung wurden bei einer Gegenstimme angenommen.
  • Mehrheitlich angenommen wurde ein Änderungsantrag der CDU, der, anders als die ursprüngliche SPD-Idee, vorsieht, den Bedarf und die Kosten von baulichen Veränderungen an Straßen zur Verringerung der Durchfahrtsgeschwindigkeit zu ermitteln.
  • In die Ausschüsse verwiesen wurde ein SPD-Antrag zur Einrichtung von Hotspots im Stadtgebiet.
  • Bei einer Gegenstimme angenommen wurde eine Vorlage des Magistrats zur außerplanmäßigen Reparatur eines Kanals in Weidenhausen für rund 35.000 Euro.
  • Die Vorlage zur Änderung des Bebauungsplanes, um aus der Tennishalle eine Eventhalle samt gastronomischen Betrieb zu ermöglichen, zog der Magistrat zurück.
 
 
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