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Getrübte Wasserfreude in Dautphetal

Abkochen noch bis Freitag nötig Getrübte Wasserfreude in Dautphetal

Die Abkochempfehlung für zehn Orte der Gemeinde Dautphetal gilt weiter. Während die Ursache 
unklar ist, steht fest, dass beim nächsten Bakterien-Zwischenfall die Wasserleitungen der Gemeinde vom ZMW-Netz getrennt werden.

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Wenn coliforme Bakterien das Leitungswasser grün färben würden, wäre jeder Verbraucher gewarnt. Die Dautphetaler müssen sich noch mindestens bis Freitag gedulden, um zu erfahren, ob sie mit dem Abkochen des Wassers aufhören können.

Quelle: Nadine Weigel

Dautphetal. Groß ist die Verärgerung und auch die Verwunderung bei den Bürgern der Gemeinde Dautphetal. Es gilt die Empfehlung, das Leitungswasser wegen des E.coli-Nachweises vor dem Gebrauch abzukochen, bereits den 13. Tag und wird mindestens bis Freitag bestehen bleiben.

Dautphetal ist die letzte Gemeinde im Landkreis, für die diese Vorsichtsmaßnahme aufrecht erhalten wird. Einzig der Marburger Stadtteil Wehrshausen unterliegt auch noch dieser Einschränkung.

Für Mittwoch erwartet: neues 
Untersuchungsergebnis

In Dautphetal sind allerdings nur zehn der zwölf Orte betroffen, die Allendorfer und Damshäuser dürfen das Wasser aus der Leitung unbehandelt verbrauchen. Damshausen verfügt über einen eigenen Tiefbrunnen und nach Allendorf muss das Wasser aus dem Netz gepumpt werden, sodass der Zufluss relativ leicht zu regulieren und kontrollieren ist. Für die anderen zehn Ortsteile bleibt es beim Abkochgebot.

Besonders ärgerlich findet Hermann Henkel von der Gemeindeverwaltung die Situation. Der Leiter des Fachbereichs II, in dessen Zuständigkeit auch die gemeindlichen Wasserwerke fallen, hadert mit der Informationspolitik des Zweckverbands Mittelhessische Wasserwerke (ZMW).

Wäre die Gemeinde etwas früher informiert worden, „hätten wir den Schieber in Buchenau geschlossen“. Dort liegt der Anschluss des gemeindlichen Wasserleitungsnetzes an das das ZMW, und dort erbrachten die Proben ein negatives Ergebnis. Nun hat die Gemeinde ein Problem, denn während in den ZMW-Leitungen nach der tagelangen Chlor-Zugabe keine 
 Belastung mit E.coli-Bakterien mehr feststellbar ist, ist im Dautphetaler Netz das Gegenteil der Fall.

Entwarnung frühestens Freitag möglich

Deshalb bezeichnet Werner Loew, technischer Leiter Wasserversorgung beim Zweckverband, dies nun auch als rein Dautphetaler Problem. Loew weiß, dass schon am Donnerstag Warnungen in den Sozialen Netzwerken kursierten, sagt aber auch: „Eine definitiv belastbare Probe lag erst am Freitagmorgen vor.“ Um die Mittagszeit wurde die Warnung vom ZMW und den Behörden ausgegeben.

Im Dautphetaler Netz wurden coliforme Bakterien aber erst bei Nachproben festgestellt, berichtet Henkel. Ob die vor der Warnung des MZV oder danach ins Dautphetaler Leitungsnetz gelangten, wird sich nicht mehr feststellen lassen.

Die Suche nach der Ursache läuft noch, berichtet Stephan Schienbein. Auch sei die Form der Colibakterien noch nicht bekannt, sagt der Pressesprecher des Landkreises. Zurzeit lasse das Gesundheitsamt täglich Proben an den Brunnen im Dautphetaler Gemeindegebiet entnehmen. Die Untersuchung der Proben dauert 48 Stunden. Das nächste Ergebnis werde „heute erwartet“. Da drei negative Auswertungen aufeinander folgen müssen – laut Trinkwasserverordnung darf in 100 Milliliter Trinkwasser keine Colibakterie vorhanden sein – könnte es frühestens am Freitag eine Entwarnung geben.

Für Hermann Henkel steht eines aber schon fest: Beim nächsten Bakterien-Alarm wird der Schieber zum ZMW-Netz geschlossen, um zumindest eine mögliche Verunreinigungsquelle einzuschränken.

von Gianfranco Fain

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