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Gesellschaft für 4 Windräder steht fast

Hilsberg Gesellschaft für 4 Windräder steht fast

Die Verhandlungen über den Gesellschaftervertrag zwischen Stadt Gladenbach und „Bürgerwind“ liegen in den Endzügen und noch in diesem Jahr soll das Verfahren zur Genehmigung der vier Anlagen auf Rachelshäuser und Römershäuser Gemarkung am Landratskreuz beim Hilsberg angestoßen werden.

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Eine von den Standortgegnern angefertigte Grafik zeigt, wie es von Bottenhorn aus am Hilsberg aussehen könnte, wenn alle angeplanten Windkraftanlagen dort entstehen. Die vier Windräder am rechten Rand sind diejenigen, die die Stadt Gladenbach mit der Bürgerwind in einer Gesellschaft nahe dem Landratskreuz errichten will. Die laut Thomas Christ maßstabsgerechte Abbildung zeigt außerdem (von links) die fünf geplanten Windräder der Gemeinde Bad Endbach auf dem Hilsberg, die beiden grauen bereits st

Quelle: Grafik: Thomas Christ

Gladenbach. Während die Gemeinde Bad Endbach, die vor drei Jahren einen Antrag zum Bau von fünf Windkraftanlagen auf dem Hilsberg beim Regierungspräsidium in Gießen stellte und nun schon gut zwei Jahre hinter ihrem Plan liegt, zieht die Stadt Gladenbach mit der Firma „Bürgerwind Gladenbach“ nun bald einen Antrag nach. Ziel des Verfahrens nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImschGG) ist, in dieser nicht durch einen Regionalplan Energie für Bauvorhaben eingeschränkten Zeit, eine Genehmigung zur Errichtung von vier Windrädern auf den Gemarkungsflächen der Stadtteile Rachelshausen und Römershausen nahe des Landratskreuzes unweit des Hilsbergs zu erlangen.

Die Vertragspartner sind sich seit längere Zeit einig und „Bürgerwind“ wurde im Juni von der Stadtverordnetenversammlung die Projektierung des Windparks übertragen. Die Zusammenarbeit sollte vertraglich geregelt werden. „Wir liegen in den Endzügen der Vertragsgestaltung“, erklärt Gladenbachs Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim zur Arbeit eines Fachanwalts. Die Stadtverordneten sollen spätestens während ihrer Sitzung am 14. November über das Vertragswerk entscheiden.

Ist dies geschehen, soll möglichst noch im Dezember der BImschG-Antrag gestellt werden. Zugleich werde es einen neue Wirtschaftlichkeitsberechnung geben auf Grundlage der Winddaten, die die Stadt seit rund einem Vierteljahr erheben lässt. Damit will der Magistrat einen „Tendenzbeschluss“ herbeiführen, um eine Legitimation zu haben, bis das BImschG-Verfahren beendet ist. Dann soll es eine weitere Berechnung geben.

Anschluss ans Stromnetz an mehreren Sellen

Eine Tendenz gibt es auch hinsichtlich der zu bestellenden Windräder. „Wir tendieren dem Angebot der Firma Vensys zuzusagen“, sagt Knierim. Dies sei ein kleiner Anbieter aus der Nähe von Saarbrücken, der ähnlich der Firma Enercon getriebelose Windkraftanlagen herstellt. Diese seien zudem bei einem Stückpreis von rund 4 Millionen Euro auch günstiger als andere eingeholte Angebote.

In den vergangenen Wochen wurden auch weitere Einzelheiten geklärt. So ist jetzt zum Beispiel klar, wie die Einspeisung des gewonnenen Stroms in das Verteilernetz erfolgen soll. In zwei Gesprächsrunden mit dem Unternehmen Eon Mitte sei man laut Knierim zu „einem guten Ergebnis gekommen“.

Die Befürchtung war, dass für den Strom aus Gladenbacher Produktion keine Kapazitäten mehr vorhanden sein würden, wenn die Bad Endbacher Anlagen auf dem Hilsberg erst einmal Strom liefern. Als Folge drohten erhöhte Kosten für den Anschluss.

Uhu-Problematik soll auch keine große sein

Diese Bedenken existieren nicht mehr. Der Anschluss werde „im Rahmen der kalkulierten Kosten“ vorgenommen, erklärt Knierim. Dazu werden die Anschlüsse im Netz „aufgefädelt“ und an mehreren Punkten verteilt, unter anderem in Steinperf und am Umspannwerk in Friedensdorf. Auch die „Uhu-Problematik“, die aus Sicht eines Betreibers von Windkraftwerken in den Gemarkungen Rachelshausen und Römershausen gegeben ist, wurde angegangen. Nach Gesprächen mit Vertretern der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium in Gießen, geht Knierim davon aus, dass „wir keine großen Probleme bekommen werden“.

Die hat die Gemeinde Bad Endbach wegen ihres Windparks auf dem Hilsberg schon seit gut zwei Jahren. Nun warten die Beteiligten – Gemeinde und Standortgegner – mit Spannung auf den Ausgang eines Eilantrags, über den das Verwaltungsgericht vermutlich Mitte Oktober entscheiden wird. Dabei geht es darum, ob der vom RP mit der BImschG-Genehmigung erlassene Sofortvollzug der Baugenehmigung Bestand hat. Zudem wird eine Richtungsweisung hinsichtlich des Hauptverfahrens gegen den BImschG-Bescheid erwartet (die OP berichtete).

von Gianfranco Fain

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