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Gerüchteküche brodelt, Entscheidung vertagt

Gladenbacher Tennishalle Gerüchteküche brodelt, Entscheidung vertagt

Die Umnutzung der Tennishalle als Kultur- und Eventhalle war Thema 
im Haupt- und Finanzausschuss. Allerdings wurde weniger über das Konzept als vielmehr über die 
Gerüchteküche diskutiert.

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Den Gebäudekomplex mit Tennishalle will ein Geschäftsmann aus Lohra umnutzen als Event- und Kulturhalle. Im Geschäftsgebäude mit Pizzeria will er Büroflächen vermieten.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Gladenbach. Zur Idee des 27 Jahre alten Kaufmanns Sadik Aric aus Lohra, die Tennishalle als Kultur- und Eventhalle zu nutzen, sorgt in der Gladenbacher Bevölkerung dafür, dass die Gerüchteküche kurz vorm Überkochen ist. So wird zum Beispiel kolportiert, dass die Stadt Gladenbach auf eigene Kosten die erforderlichen Parkplätze für das Projekt bauen wird. Zudem ist im Umlauf, dass im ehemaligen Sportzentrum eine Moschee errichtet werden soll.

„Das ist beides völlig an den Haaren herbeigezogen“, erklärte Bürgermeister Peter Kremer. Diese Gerüchte hätten nur den einen Zweck: „das Ganze zu beerdigen“.
Dass Gerüchte im Umlauf sind, zeige, dass dies Projekt die Bevölkerung bewegt, sagte Edmund Zimmermann (Junge Liste / Die Grünen). Man müsse aber die Ängste der Bevölkerung ernst nehmen. Allerdings gestand er ein, dass vieles aufgebauscht wird, sagte er.

Peter Kremer widersprach dergestalt, dass die Bedenken aus dem näheren Umfeld kämen. Offenbar meinte er damit auch Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung. Auch habe der Investor ganz klar gesagt, dass er nicht plant, eine Moschee zu errichten. Seine Antwort habe gelautet, er sei Geschäftsmann und wolle mit dem Projekt Geld verdienen, das sei mit einer Moschee nicht möglich.

Als Grund für seine Zweifel gab Marc Bastian (CDU) an, anfangs nicht gut informiert gewesen zu sein. „Doch mittlerweile machen wir uns lächerlich“, sagt er. Die Stadtverwaltung hatte angeboten, alle Fragen zu sammeln und an den Investor weiterzuleiten. Zudem habe dieser in einer gemeinsamen Sitzung allen Fraktionsvorsitzenden Rede und Antwort gestanden.

Investor kritisiert Verzögerung

Robby Jahnke (SPD) bestätigte, dass viele Informationen zum Konzept vorlagen. „Unser Auftrag ist es, diese Informationen an die Bürger weiterzugeben. „Wir waren top informiert“, bestätigte Zimmermann. Deshalb fragte in die Runde der Ausschussmitglieder, warum das Thema nicht in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung abgestimmt worden ist. Dann wäre das Thema jetzt vom Tisch.

1,5 bis 2 Millionen Euro will der Investor in die Hand nehmen, um das Objekt in der Biedenkopfer Straße umzunutzen. Er plant mit Methi Özyigit in Gladenbach Hochzeiten und Feste aller Art – mit und ohne Catering – auszurichten. Das Hauptgeschäft werden türkische Hochzeiten bilden, die pro Veranstaltung zwischen 15.000 und 20.000 Euro kosten.

Zu den kleineren Feiern kämen 300 bis 500 Besucher, zu den größeren bis zu 800. Die Stoßzeiten der Hochzeiten beschränken sich laut Aric auf 18 bis 22 Uhr. Zusätzlich will er Büroflächen vermieten. Er ist überzeugt, dass dieses Konzept funktioniert. Erfahrungen hat er bereits in der Miller-Hall in Gießen gesammelt.

Dass das Parlament seine Entscheidung so lange hinauszögert, ist ihm unverständlich. Es könnte durchaus sein, dass er seine Absichten noch einmal überdenkt und das Projekt in Gladenbach nicht weiterverfolgt. Das würde bedeuten, dass die Tennishalle weiter leer steht, was wiederum der Stadt hohe Kosten verursacht. Aric sprach gegenüber der OP von einem Millionengrab.

Die Ausschuss-Mitglieder einigten sich darauf, den Investor zur nächsten Sitzung im Januar einzuladen, um alle noch vorhandenen offenen Fragen zu seinem Konzept aus dem Weg zu räumen.

von Silke Pfeifer-Sternke

 
 
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