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Gericht: Gladenbach muss Pizza-Stand zulassen

Kirschenmarkt Gericht: Gladenbach muss Pizza-Stand zulassen

Das Gießener Verwaltungsgericht entschied gestern über die Klage eines Pizzabäckers, der im nächsten Monat mit einem Stand auf dem Gladenbacher Kirschenmarkt vertreten sein will. Der Standbetreiber hatte nach Jahrzehnten der Teilnahme vom Generalpächter für 2013 keinen Standplatz auf dem diesjährigen Kirschenmarkt zugesprochen bekommen, dafür aber ein Konkurrent.

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Dieses Jahr möchten gleich zwei Gatronome ihre Pizza auf dem Gladenbacher Kirschenmarkt verkaufen.

Quelle: Archivfoto

Gladenbach. Das Gericht gab dem Kläger Recht, der davon ausging, dass nicht der Generalpächter sondern die Stadt Gladenbach für die Vergabe zuständig ist. Diese hatte auch den Generalpächter aufgefordert, dem späteren Kläger nach dessen Einspruch einen Platz zuzugestehen und muss nun dafür sorgen, dass er einen erhält.Verschiedene Reaktionen rief der Beschluss des Verwaltungsgerichts Gießen hervor. Während Gladenbachs Bürgermeister „alles andere als überrascht“ ist, hat der Generalpächter „kein Verständnis“.

Gladenbach. Die Stadt Gladenbach muss einem Antragsteller einen Platz für seinen Pizza-Imbiss auf dem Kirschenmarkt zur Verfügung stellen. Das beschloss gestern die 8.Kammer des Verwaltungsgerichts Gießen. Ausgangslage war, dass ein langjähriger Marktbeschicker erst bei der Stadt und dann vor Gericht klagte, vom Generalpächter für dieses Jahr keinen Standplatz erhalten zu haben. Konrad Ruppert ist „sehr verwundert“. Er habe von der Kur- und Freizeitgesellschaft Gladenbach (KFG) einen Vertrag als Generalpächter erhalten. „Wenn jeder klagen kann, dann bestimmt das Verwaltungsgericht über die Bestückung der Fressgasse“, sagt Ruppert, und dafür habe er kein Verständnis. Im Übrigen seien die Verträge mit den Bestückern seit dem 11. März geschlossen und der Markt „voll“.

Magistrat entscheidet am Montag über EInspruch

Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim, der nach eigener Aussage „das so habe kommen sehen“, ist anderer Meinung: „Der Kirschenmarkt findet auf einem großen Gelände statt und vor einigen Jahren hatten wir eine ähnliche Situation.“ Er wolle mit Ruppert sprechen, wo der zweite Pizza-Stand hinkommt. Auf Nachfrage sagte Knierim, dass Generalpachtverträge nicht obsolet seien, der jetzige aber dieses Jahr auslaufe und im zukünftigen eine klare Aussage über das „Letztentscheidungsrecht“ der Stadt enthalten sein müsse. Knierim, der auch Vorsitzender des KFG-Aufsichtsrates ist, meint auch nicht, dass die KFG nun nicht mehr für die Organisation benötigt werde. Darüber müsse aber im Aufsichtsrat und im Magistrat gesprochen werden. Der Magistrat entscheide am Montag, ob ein Einspruch gegen den Beschluss erfolgt.

"Pizza Hütte" contra "Pizza Toni"

Auslöser war die Klage von Herbert Kreuser, der seit Jahren mit seiner „Pizza-Hütte“ auf dem Kirschenmarkt war. Er wurde dieses Jahr von Ruppert nicht berücksichtigt, auch nicht nach zweimaliger Aufforderung durch den Bürgermeister. Dafür aber Rückkehrer „Pizza-Toni“, der 2009 den Markt verließ, nachdem Knierim zugunsten eines besseren Standplatzes für die „Pizza-Hütte“ interveniert hatte (die OP berichtete).

von Gianfranco Fain

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