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Genossenschaft will Gasthof kaufen

"Eiserne Hand" Genossenschaft will Gasthof kaufen

Eine sechsköpfige Initiativgruppe gründete die Landhüter Wohnungs- und Landbaugenossenschaft mit Sitz in Lohra und plant den Ankauf der Traditionsgaststätte „Eiserne Hand“ in Hohenahr-Erda.

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Die Initiatoren und Gründer der Landhüter Wohnungs- und Landbaugenossenschaft (von links) Margit Giesen, Sebastian Bartos, Maria Alejandra Tascon, Nathalie Astor und Udo Wierlemann. Es fehlt Tino Ermacora.

Quelle: Helga Peter

Lohra. Am Dienstag gründet sich in der ehemaligen Gaststätte „Eiserne Hand“ die Landhüter Wohnungs- und Landbaugenossenschaft mit Sitz in Lohra. Die sechs Initiatoren haben sich eine nachhaltige, sozial vertretbare Versorgung der Mitglieder mit möglichst gesundem Wohnraum und Land zum Ziel gesetzt.

Gleiches gilt für die Bewirtschaftung, Nutzung und Gestaltung genossenschaftlicher Objekte nach den Prinzipien der Permakultur. Das ist ein ursprünglich für die Landwirtkschaft entwickeltes Konzept, mit dem dauerhaft funktionierende, nachhaltige und naturnahe Kreisläufen entstehen sollen.

Nathalie Astor steht Genossenschaft vor

Inzwischen ist aus dem Konzept ein Denkprinzip geworden, das auch Bereiche wie Energieversorgung, Landschaftsplanung und die Gestaltung sozialer Infrastrukturen umfasst. Verfolgt wird ein ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiges Wirtschaften mit allen Ressourcen.

Die Gründer der Landhüter Wohnungs- und Landbaugenossenschaft verfolgen das Ziel einer friedvolle Wirtschaftlichkeit und die Qualität des Wohnraums sowie des Zusammenlebens für die Mitglieder nachhaltig zu steigern.

Die Ausweitung auf gewerbliche Flächen ist grundsätzlich möglich. Die Genossenschaft kann Bauten in allen Rechts- und Nutzungsformen bewirtschaften, errichten, erwerben und betreuen. Dies alles sieht die Satzung vor.

Den Vorsitz der Landhüter Wohnungs- und Landbaugenossenschaft hat Nathalie Astor aus Lohra inne. Als Stellvertreter wurde Udo Wierlemann (Homberg/Ohm) bestimmt. Dem Aufsichtsrat gehören als Vorsitzender Sebastian Bartos (Weipoltshausen), Margit Giesen (Seelbach) und Tino Ermacora (Leipzig) an.

Wie Wierlemann berichtete, hätte sich in der Region um Marburg eine Gruppe gefunden, die alternative Lebensmodelle leben möchte. Aus dieser Gruppe habe sich eine Initiative aus jungen Familien und Einzelpersonen gebildet, die nun mit der Gründung der Landhüter Wohnungs- und Landbaugenossenschaft das Ziel verfolgt, ein zum Verkauf stehendes Objekt, die Traditionsgaststätte „Eiserne Hand“, zu erwerben.

Die Folgen des demografischen Wandels seien ursächlich dafür, dass sich Möglichkeiten für die Entwicklung und Umsetzung alternativer Konzepte in der Form böten, um die Sicherung und den Fortbestand land- und forstwirtschaftlicher Betriebe im Bereich der kleinbäuerlichen Landwirtschaft zu gewähren. Zum anderen könnten durch die Bereitstellung und die Vermietung der Immobilie an sich selbstversorgende Wohn- und Lebensgemeinschaften neue Wege zur Wiederbelebung lokaler ökologischer und wirtschaftlicher Kreisläufe in der Region Marburg-Biedenkopf entstehen.

Dabei verweist Wierlemann gerade auch mit dem Objekt „Eiserne Hand“ auf die Gastronomie, die sich wieder entwickeln könne. Das Anwesen in Alleinlage verfüge sogar über einen Brunnen, der mit einer UV-Anlage ausgestattet sei, erklärte er.

„Eiserne Hand“ könntezum Seminarort werden

Die Traditionsgaststätte „Eiserne Hand“ gehört zur Gemeinde Hohenahr-Erda und befindet sich an der Landesstraße 3047, die von Biebertal nach Gladenbach führt.

Der Bio-Landwirt Sebastian Bartos führte in Bezug auf die Permakultur aus, dass vor Ort Gemüse umfang- und artenreich angebaut werden und zum Eigenverbrauch, aber auch zur Vermarktung verwertet werden könnte. Auch eine Beweidung der Flächen durch Schafe sei durchaus vorstellbar.

Permakultur mit der Anlage von Stauden- und Gemüsebeeten und Obstbäumen biete Pflanzen und Tieren ein dauerhaftes Habitat und diene gleichsam als Symbiose. Diese Aspekte waren Gründungsmitglied Maria Alejandra Tascon wichtig auch im Hinblick auf den Einklang von Mensch und Natur.

Nathalie Astor konnte sich vorstellen, dass das Objekt „Eiserne Hand“ durchaus für Seminare als Ort der Begegnung genutzt werden könne.

von Helga Peter

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