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Gemeinden heißen Flüchtlinge willkommen

Neues Netzwerk Gemeinden heißen Flüchtlinge willkommen

Auch die Gemeinden und Städte Bad Endbach, Dautphetal, Gladenbach und Lohra unterzeichneten die Vereinbarung zum Netzwerk „Flucht und Integration“ mit dem Landkreis.

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Die südliche Kommunen des Hinterlandes und Lohra gründen gemeinsam mit dem Landkreis ein Netzwerk.

Quelle: dpa

Gladenbach. Am Mittwochnachmittag kam der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow ins Gladenbacher Rathaus, um mit den Bürgermeistern Peter Kremer aus Gladenbach, Markus Schäfer aus Bad Endbach, Bernd Schmidt aus Dautphetal und Georg Gaul aus Lohra die Vereinbarung „Flucht und Integration“ zu unterzeichnen.

Die Hinterländer Kommunen und die Gemeinde Lohra sind das dritte von fünf sogenannten „Cluster“ – Traube oder Zusammenschluss – die mit dem Landkreis ein Netzwerk bilden, um Flüchtlingen nicht nur eine menschenwürdige Unterkunft zu bieten, sondern auch deren Integration zu fördern.

In dem sechsseitigen Papier „Flucht und Integration Süd/Salzböde“ sind, wie in den Vereinbarungen mit den anderen „Cluster“ auch, die Bedingungen festgehalten, unterscheiden sich nur in der Festschreibung der Zahl der Flüchtlinge, die in den jeweiligen Kommunen bis zum 30. September noch aufgenommen werden sollen. Im südlichen Hinterland und Lohra sind dies knapp 190.

Weidenhausen und Erdhausen stellen zusammen 30 Plätze

Im Einzelnen sieht die Vereinbarung vor, dass die Gemeinde Lohra 32 Flüchtlinge aufnimmt. Für die Hälfte sorgt die Kommune selbst für die Unterkünfte, stellt dafür eigene Gebäude zur Verfügung oder mietet sie an und bekommt dafür Geld vom Kreis.

In der Stadt Gladenbach gibt es zwei große Gemeinschaftsunterkünfte. In der Kreuzstraße wohnen laut Bürgermeister Kremer 55 Flüchtlinge, im „Gladenbacher Hof“ in der Bahnhofstraße werden in diesem Monat 80 Plätze bezugsfertig sein. Weitere Unterkünfte mit 18 und 12 Plätzen gibt es in Weidenhausen und Erdhausen. Die Stadt Gladenbach hat somit ihr Soll schon erfüllt.

In der Gemeinde Bad Endbach wird es in der ehemaligen Pension Diana 14 Wohneinheiten geben. Außerdem verpflichtete sich die Kommune, ein weiteres Gebäude mit sechs Plätzen zu mieten. Der Kreis kann darüber hinaus weitere Gebäude mit bis zu 75 Flüchtlingen belegen, ins Auge gefasst sind unter anderem Gebäude in der Heidestraße 2, die Landstraße 62 und die Hauptstraße 62. Weitere Objekte könnten in Hartenrod, Schlierbach und Günterod genutzt werden.

Rund 200 Plätze stellt die ­Gemeinde Bad Endbach für Flüchtlinge zur Verfügung, betont ­Bürgermeister Markus Schäfer. Das seien deutlich mehr, als die Zielvereinbarung vorgibt. „Die tragende Säule ist bei uns das Ehrenamt“, betonte der Bürgermeister. Er freut sich über die vielen Bad Endbacher, die bereit seien, die Neuankömmlinge zu begleiten und zu unterstützen.

Zachow will Integration als Chance verstanden wissen

Die Gemeinde Dautphetal verpflichtet sich, 20 Flüchtlinge aufzunehmen. Außerdem kann der Kreis in Dautphetal bis zu 40 Plätze in Häusern belegen. Bürgermeister Bernd Schmidt wertete es als „sehr positiv“, dass Kommunen und Kreis miteinander nach Lösungen suchen und kein Zwang ausgeübt werde. Dies betonten auch seine Amtskollegen. „Das findet auch Akzeptanz in der Bevölkerung“, sagte Schmidt.

Zudem wissen die Bürgermeister um das Problem des demografischen Wandels, setzen auch deshalb auf eine gute Integration der anerkannten Flüchtlinge und wollen dazu Arbeitsmöglichkeiten für die Neuankömmlinge schaffen. „Wir sollten das Thema Flucht und Integration als interkommunale Chance verstehen“, sagte denn auch Marian Zachow.

Organisatorisch werden die Aufgaben in den vier Stadt- und Gemeindeverwaltungen von Flüchtlingsbeauftragten bearbeitet. Vierteljährliche Treffen der Koordinatoren mit Vertretern des Kreises dienen dazu, sich auszutauschen und Lösungen zu finden, zum Beispiel um die Aufnahme von Kindern in Schulen und Kindergärten. Eine weitere Zielvereinbarung mit dem Kreis haben schon Angelburg, Biedenkopf, Breidenbach und Steffenberg unterzeichnet, im Nordkreis schlossen sich Wetter, Lahntal und Münchhausen zusammen.

von Gianfranco Fain

Für ihre Gemeinden unterzeichneten die Bürgermeister die Vereinbarung zum Netzwerk „Flucht und Integration“ zusammen (von links): Markus Schäfer aus Bad Endbach, Peter Kremer aus Gladenbach, für den Landkreis der Erste Beigeordnete Marian Zachow, Georg Gaul aus Lohra und Bernd Schmidt für Dautphetal. Foto: Gianfranco Fain
 
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