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Gemeinde erreicht ihr Ziel: Windräder sind 2014 alle am Netz

Windpark Hilsberg Gemeinde erreicht ihr Ziel: Windräder sind 2014 alle am Netz

Seit Mittwochvormittag produziert auch die Anlage am Standort 6 aus Windkraft Strom. Die Inbetriebnahme aller fünf Anlagen ist somit rechtzeitig gelungen. Die Gemeinde Bad Endbach hat sich somit die noch geltende höhere Einspeisevergütung auf Jahre gesichert.

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Windkraftanlgen, wie diese bei Istha (Hessen), sind nach einer langen Phase nun auch in Bottenhorm in Betrieb.

Quelle: Uwe Zucchi

Bottenhorn. Die Gemeinde Bad Endbach hat es geschafft. Bezogen auf das gigantische Projekt „Windpark Hilsberg“ zwar in buchstäblich letzter Sekunde, dennoch gelang es, am letzten Tag des Jahres auch die letzte der fünf Windkraftanlagen ans Netz zu bringen. Am Mittwoch produzierte die Anlage am Standort 6 ab 9.30 Uhr Strom aus Windenergie und speiste diesen in das Stromnetz ein.

Damit erreichte die Gemeinde Bad Endbach ihr ambitioniertes Ziel, seit dem 29. Januar dieses Jahres den Windpark zu errichten, die Anlagen in Betrieb zu nehmen und sich somit die Einspeisevergütung zu sichern, die ab dem 1. Januar 2015 um einiges niedriger ausfällt. „Das war eine Punktlandung“, sagte Bad Endbachs Bauamtsleiter Thomas Reuter. „Aber ich habe auch nie daran gezweifelt, dass wir das nicht hinkriegen.“

Das Gelingen des Vorhabens wurde trotzdem zu einer spannenden Angelegenheit für die Verantwortlichen. So sollte die Anlage am Standort 1 schon am 1. Oktober in Betrieb genommen werden. Verzögerungen im Maschinenbau und bei der Netzanbindung in der Gondel ließen diesen Termin jedoch platzen, erklärt Reuter.

Schlimmer noch war die Lage am Standort 6. Dieses Windrad sollte schon viel eher Strom produzieren. Doch beim Versuch der Inbetriebnahme stellten die Techniker fest, dass ein wichtiges Teil defekt war, bestellt und ausgetauscht werden musste. Zum Schluss arbeiteten sechs Enercon-Techniker an der Anlage am Standort 6.

Anlagen gehen bis Ende Januar in den automatischen Betrieb über

Doch mit der Inbetriebnahme und der Einspeisung von Strom in das Netz sind die Arbeiten noch nicht beendet. Beobachtern fällt auf, dass sich die Räder auf dem Hilsberg selten drehen. Das werde auch so bleiben, bis die Anlagen in den automatischen Betrieb übergehen, erklärt Reuter. Mitte bis Ende Januar soll dies geschehen.

Bis dahin laufe der automatische Probebetrieb, in dem noch einige Programmier- und andere Feinarbeiten vorgenommen werden. Nach rund 300 Stunden des Probebetriebs gehen die Anlagen dann in den automatischen Regelbetrieb über. Bis dahin müssen auch alle Nebenbestimmungen der Genehmigung erfüllt sein, erklärt Reuter.

Wichtiger als der Regelbetrieb sei gewesen, sich die höhere Einspeisevergütung durch die Inbetriebnahme zu sichern, erläutert Reuter. Dieses lässt das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) zu. Trotz des scheinbaren Stillstands habe die Anlage am Standort 1 seit Anfang Dezember rund 200.000 Kilowattstunden insgesamt 230.000 Kilowattstunden Strom produziert. Laut Reuter erzeugt die Enercon Typ E 101 im Regelbetrieb unter Volllast 3000 Kilowatt pro Stunde.

Kein Erfolg für Bürgerinitiative

Im Gegensatz zu den Bad Endbachern dürfte sich die Freude am Fuße des Hilsberg, auf Dautphetaler Gemeindegebiet im Ortsteil Holzhausen, in sehr engen Grenzen halten beziehungsweise gar nicht vorhanden sein. Seit rund drei Jahren kämpft die rund 1300 Mitglieder zählende Bürgerinitiative (BI) und zuletzt auch der Vogelschutzverein des Ortes gegen den Windpark auf ihrem Hausberg - bisher ohne anhaltenden Erfolg.

Zwar wurden in vielen Verfahren vor den Verwaltungsgerichten Etappensiege zum Beispiel gegen die Rodungsgenehmigungen erstritten, doch der vom Regierungspräsidium in Gießen erlassene Sofortvollzug der Baugenehmigung hielt in Eilverfahren vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel Anfang Januar stand.

Auch die Verzögerung der Fertigstellung der Windkraftanlagen um rund zwei Jahre verbuchen einige BI-Mitglieder nur als Etappenziel. Sie setzen ihre Hoffnungen darauf, dass Bad Endbach nur über eine vorzeitige Baugenehmigung verfügt. Das Hauptverfahren, in dem es um die Gesamtbewertung der Genehmigung gehen wird, steht noch aus.

von Gianfranco Fain

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