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Gemeinde betont ihre Zurückhaltung

Windpark auf dem Hemmerich Gemeinde betont ihre Zurückhaltung

Trotz heftigem Widerstand nicht nur der Grünen gab eine Stimme den Ausschlag für die Nichtabsichtserklärung durch die Gemeindevertretung.

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Auf dem Hemmerich bei Rodenhausen will die „Bürgerwind Gladenbach“ insgesamt fünf Windkraftanlagen errichten.

Quelle: Gianfranco Fain

Altenvers. Die Ansichten prallten aufeinander, als es während der Gemeindevertretersitzung in Altenvers unter den Parlamentariern um die Absage an eine irgendwie geartete Beteiligung der Gemeinde Lohra an der Entstehung des Windparks auf dem Hemmerich ging.

Die Grünen wollten mit einem Änderungsantrag erreichen, dass aus der drei Punkte umfassenden Beschlussvorlage des Gemeindevorstands nur noch derjenige übrigblieb, in dem es um den Flächennutzungsplan ging. Dieser solle in Abstimmung mit den Regionalplanungen des Regierungspräsidiums fortgeführt werden, wobei hier darauf zu drängen sei, dass nur die von der Gemeinde ausgewiesenen möglichen Windkraftstandorte in den Teilregionalplan Energie aufgenommen werden.

Die Punkte des 1000-Meter-Mindestabstands der Windräder zur Ortslage und des Ausschlusses der finanziellen Beteiligung der Gemeinde an Projektierung, Wegebau und Betrieb von Windkraftanlagen sollten entfallen. Dies, weil die Gemeinde gar keinen Beschluss über eine irgendwie geartete finanzielle Beteiligung getroffen habe, den es aufzuheben gelte und der 1000-Meter-Abstand schon beschlossen sei, argumentierte Karl Klefenz.

Schwald: Wind aus den Rotorblättern nehmen

Inge Weckend-Schorge verstärkte die Argumentation: Die Projektierten bedürften nicht dieses Beschlusses, um zu wissen, wie es weitergehe. Im Gegenteil, dieser Beschluss sei kontraproduktiv, man sollte stattdessen die Diskussion mit den Rodenhäuser Bürgern suchen.

„Wir sollten den Wind aus den Rotorblättern nehmen“, meldete sich Kurt Schwald zu Wort. Es werde so getan, als soll die Tür für alle Zeit zugeschlagen werde, ergänzte der SPD-Fraktionsvorsitzende und verwies auf den vor zwei Wochen beschlossenen Haushalt und die damit verbundenen Sparzwänge.

Dennoch, und auch trotz dieses angestrebten Beschlusses, könne sich die Gemeinde später sehr wohl noch beteiligen. Es gehe um ein ganz klares Signal an die Interessenten, was die Gemeinde macht, betonte Werner Wassmuth.

Soll es Windkraft denn nur für Investoren oder auch für Bürger der Gemeinde geben, fragte Patrick Voyé, und schob nach, dass die 1000-Meter-Richtlinie des Regierungspräsidiums keine gesetzliche Vorgabe sei. Die steht im Regionalplaner drin und kommt so, hatte Wassmuth betont. Die zweite Offenlage des Regionalplanes erfolgt voraussichtlich nach den Sommerferien, wann und in welcher Form er dann von der Regionalversammlung beschlossen wird, steht noch nicht fest.

Anwohner bestehen auf 1000-Meter-Grenze

Voyé plädierte dafür, die Abstimmung entfallen zu lassen, und sich weitergehend zu informieren. So wisse man zum Beispiel nicht, wie viel die Errichtung der Zuwegung zum Windpark kosten soll, oder was die Marburger Stadtwerke sonst noch dazu bewogen hat, davon abzusehen, an einem der besten Standorte der Republik Windräder zu errichten.

Die Stadt Gladenbach habe doch noch weniger Geld als Lohra und beteilige sich trotzdem an einem Windparkprojekt. Dieser Antrag mache es unattraktiv, Windräder in einer Entfernung von weniger als 1000 Meter zu Rodenhausen zu bauen – außer für Abschreibungsprojekte, schloss Voyé seinen Redebeitrag. Daraufhin erklärte Konrad Gerschlau, dass die am Ortsrand wohnenden Rodenhäuser darauf drängten, die 1000 Meter einzuhalten.

Nachdem der nur auf einen Punkt begrenzte Änderungsantrag mit 14 zu 13 Stimmen abgelehnt wurde, erging es dem Verschiebungsantrag von Inge Weckend-Schorge ebenso mehrheitlich. Die Vorlage des Gemeindevorstandes erhielt mit 15 zu 9 Stimmen bei zwei Enthaltungen Zustimmung.

von Gianfranco Fain

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