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Geldstrafe für Insolvenzverschleppung

Aus dem Gericht Geldstrafe für Insolvenzverschleppung

Nur noch 1800 statt 2700 Euro an Strafe muss ein 69-jähriger Hinterländer bezahlen, weil er aus der Zahlungsunfähigkeit der von ihm geführten Verwaltungs-Gesellschaft nicht die richtigen Schlüsse zog.

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Teilerfolg nach Einspruch gegen Strafbefehl: Der Geschäftsführer einer GmbH muss weniger zahlen.

Quelle: Thorben Wengert / pixelio.de

Biedenkopf. Vor ihm sitzt kein typischer Wirtschaftskrimineller, der seine Untaten verschleiern und andere vorsätzlich schädigen wolle, sondern eher ein überforderter Mann, erkannte Richter Mirko Schulte am Donnerstag durch die Befragung des Angeklagten.

Diesem warf Staatsanwalt Christian Hartwig vor, als Geschäftsführer einer GmbH, die erst Bauprojekte wie Wohnanlagen und öffentlich genutzte Gebäude im Hinterland errichtete, bevor sich das Geschäftsfeld in den Erwerb, die Vermietung, Verwaltung und Verwertung von Grundstücken wandelte, seit dem Jahr 2007 die Insolvenz verschleppt und zudem weder Bücher geführt noch Bilanzen erstellt zu haben.

Gegen den erlassenen Strafbefehl in Höhe von 2700 Euro hatte der Angeklagte Einspruch erhoben. Vor Gericht erläuterte der 69-Jährige, wie es zu der Situation kam, nachdem er die Anteile der anderen GmbH-Gesellschafter übernommen habe. An der nicht geführten Buchführung und den fehlenden Bilanzen seien die Steuerberater schuld gewesen, die mehrfach gewechselt haben.

Zuletzt habe die GmbH keine Geschäftsvorfälle mehr gehabt. Er habe mehrfach Geld aus seinem Privatvermögen in die GmbH gesteckt, um Verbindlichkeiten auszugleichen und wolle dies auch jetzt tun.

Dazu soll die GmbH verkauft werden, um die rund 40.000 Euro an Verbindlichkeiten zu begleichen. An diesem Punkt sei man schon mal gewesen, erklärte der Rechtsanwalt des Angeklagten, jedoch habe das Finanzamt Gießen Anfang 2012 mit der Einleitung des Insolvenzverfahrens den Verkauf blockiert. Das Finanzamt hatte nach einer Betriebsprüfung eine Forderung von rund 38.000 Euro.

Nachdem ein Insolvenzverwalter erklärte, dass die GmbH überschuldet sei, wohl kaum jemand eine solche Gesellschaft kaufen werde und der Angeklagte ob seines geringen Einkommens den Betrag nicht werde zahlen können, lenkte die Verteidigung auf einen Vorschlag von Schulte und Hartwig ein und zog den Einspruch gegen den Strafbefehl zurück. Das Gericht beschloss, die verhängten 90 Tagessätze von 30 auf 20 Euro zu senken.

von Gianfranco Fain

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