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Geld für Umbauten nur mit Konzepten

Serie IKEK in Dautphetal, Teil 1 Geld für Umbauten nur mit Konzepten

Die Pläne zur Dorferneuerung in Dautphetal 
nehmen Gestalt an. In 
einer Serie stellt die 
OP die Ergebnisse der 
Arbeitsgruppen vor.

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Das Schwimmbad im Untergeschoss des Bürgerhauses Friedensdorf soll vom restlichen Gebäude besser isoliert.

Quelle: Gianfranco Fain

Dautphetal. Vor fast genau einem Jahr riefen die Bürger Dautphetals vier Gruppen ins Leben, die sich für das Dorferneuerungsprogramm (IKEK) sogenannten Handlungsfeldern widmeten:

* Dorfgemeinschaft und Treffpunkte;

*  Innenentwicklung, Versorgung und Mobilität;

*  Gewerbe und Marketing;

*  Naherholung und Freizeit.

Die Ergebnisse ihrer Arbeit stellten sie kürzlich der Steuerungsgruppe vor. Ein Teil der Empfehlungen werden derzeit beim Entwurf für den Gemeindehaushalt 2017 berücksichtigt. Eine der spannendsten Fragen, deren Lösung im Zuge des Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzepts erhofft wurde, war die der Zukunft der Dorfgemeinschaftshäuser (DGH).

Gemeinden wollen weiter Versammlungsraum bieten

Jeder Ort der Gemeinde verfügt über eine solche Gemeinschaftseinrichtung, die meisten weisen aber eine geringe Nutzung auf, kosten die Gemeinde aber viel Geld für den Unterhalt. Doch für die Gruppe des Handlungsfeldes „Dorfgemeinschaft und Treffpunkte“ stand fest: Es soll keinen Abbruch oder Verkauf geben, da ein Anspruch auf eine Grundversorgung mit einem Versammlungsraum gesehen wird. Deshalb habe man sich auf die bauliche Substanz konzentriert, erklärt Wolfgang Schöbener als Sprecher der Handlungsfeld-Gruppe.

Nutzungskonzepte standen dagegen nicht im Mittelpunkt der Arbeit. Überlegungen dazu oder gar einer Trägerschaft für die DGH sollen die Dorfbewohner im Verbund mit den Ortsbeiräten erarbeiten.

Das trifft zum Beispiel für die Orte zu, die sich eine Verkleinerung des Saales wünschen. „Damit allein ist es ja nicht getan“, sagt Schöbener. Es müsse auch die Frage beantwortet werden, wie das Haus nach einem Umbau genutzt werde, damit eine Veränderung Sinn ergibt. Diese Frage müssten sich zum Beispiel die Dams- und auch die Elmshäuser stellen, die einen Wunsch auf Verkleinerung äußerten, während in Allendorf der Rückbau samt Umbau für die Feuerwehr schon zum Teil aus anderen Programmen finanziert sei.

Auf der Prioritätenliste festgesetzt wurden auch kleine bauliche Veränderungen an Dorfgemeinschaftshäusern, wie zum Beispiel in Silberg ein barrierefreier Zugang, den es auch in Wolfgruben geben soll, wo aber zudem die sanitären Einrichtungen zu erneuern sind.

Etwas umfangreicher dürften die Arbeiten in Mornshausen ausfallen. Dort wird angestrebt, den Anbau, der eine Kegelbahn beherbergt, zum Teil zurückzubauen. Während der verbleibende Teil zum Stuhllager umfunktioniert wird, soll der Rest für Parkplätze genutzt werden.

Dorftreffpunkt im Alten Rathaus Buchenau?

Den größten Handlungsbedarf sieht die Gruppe beim DGH Herzhausen, das deshalb auf Platz eins der Prioritätenliste gesetzt ist. Dieses Objekt sei zu einer Anlage gewachsen, die mittlerweile für den Ort zu groß ist. Teile wie Schlachtraum oder Kegelbahn würden nicht mehr genutzt, zudem seien die Räumlichkeiten für einen angestrebten Dorfladen nicht optimal. Angedacht ist „ein Rückbau auf eine sinnvolle Größe mit Dorfladen“. Auch für das DGH in Hommertshausen, das auf Platz zwei der Prioritätenliste steht, ist ein Rückbau im Gespräch. Dieses wird ebenfalls als zu groß für den Ort erachtet.

Für beide Häuser in Herzhausen und Hommertshausen gilt, dass ein Umbau oder eine Verkleinerung erst nach einer vollständigen Planung und anschließender Entscheidung durch die gemeindlichen Gremien erfolgen soll.

Die vier großen Bürgerhäuser bezog die Gruppe nicht ein, weil das in Holzhausen gerade saniert wird, dies in Friedensdorf, Dautphe und Buchenau schon erfolgt ist. Buchenau spielte in den Überlegungen dennoch eine größere Rolle. Einig waren sich die Gruppenmitglieder, dass die Einrichtung eines gastronomischen Betriebes im dortigen Bürgerhaus nur durch einen privaten Investor erfolgen solle.

Stattdessen könnten Investitionen in das Alte Rathaus erfolgen, da die Gemeinde zum Erhalt des unter Denkmalschutz stehenden Hauses verpflichtet ist. Denkbar ist die Einrichtung eines Dorftreffpunktes. Der neu gegründete Verein „Dorfleben“ habe seine Bereitschaft zur Übernahme der Trägerschaft signalisiert.

Trägervereine erhalten Bäderlandschaft

Die Bereitschaft der Träger- und Fördervereine, weiterzumachen, war eine der Voraussetzungen für die Handlungsfeld-Gruppe, um die Bäderlandschaft in Dautphetal zu erhalten. Der ehrenamtliche Einsatz sei toll und trage überall Früchte. In Buchenau laufe es zum Beispiel auch ökonomisch „sehr positiv“, sagte Schöbener.

Als Beitrag der Gemeinde sei eine Erhöhung des Festzuschusses wünschenswert, eine bessere Koordinierung soll Synergieeffekte bringen, zum Beispiel den Austausch von Personal während der Sommer- und Winterzeit. Es werde auch eine bessere Darstellung und damit Vermarktung auf der Homepage der Gemeinde angestrebt.

Neben den kleinen Bädern von örtlicher Bedeutung verfügt die Gemeinde aber auch über Badeanstalten, die über die Gemeindegrenzen hinaus Badegäste anziehen. Neben Buchenau, das sich als Standort für das Schulschwimmen positioniert hat, gilt dies ebenso für das Hallenbad in Friedensdorf und vor allem für das Waldschwimmbad in Holzhausen. Die Anlage mit dem 50-Meter-Schwimmbecken weist zudem den größten Sanierungsbedarf auf und wurde deshalb vorrangig für das IKEK-Programm vorgeschlagen.

Für das Hallenbad im Untergeschoss des Friedensdorfer Bürgerhauses ist als erste Aktivität eine energetische Untersuchung vorgesehen, um die Isolierung zum restlichen Gebäude zu verbessern.

von Gianfranco Fain

IKEK

Der Nachfolger des bisherigen Dorferneuerungsprogramms des Landes Hessen nennt sich Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept (IKEK). Mit dem Fördergeld soll die dörfliche Entwicklung, aber darüber hinaus auch das soziale Miteinander der Menschen unterstützt werden.

Neu gegenüber der alten Dorferneuerung ist vor allem, dass nicht nur ein Ort, sondern die gesamte Kommune gefördert wird. Dazu sollen Arbeitsgruppen zu sogenannten Handlungsfeldern Vorschläge entwerfen. Ziel ist, den typischen Charakter der Dörfer zu erhalten und gleichzeitig deren Stärken zu entwickeln.

In Aussicht gestellt ist dazu die Übernahme von 75 Prozent der Gesamtkosten, zum Beispiel der Sanierung von Bürgerhäusern, Dorfläden, Jugendräumen und anderen öffentlichen Objekten.

 
Das Dorfgemeinschaftshaus in Hommertshausen könnte verkleinert werden. Foto: Gianfranco Fain
 
 
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Gemeinde Dautphetal investiert
Drei große Investitionsprojekte der Gemeinde Dautphetal: Parallel zum Feldweg soll im Irrlachenfeld eine Fahrradweg entstehen (großes Bild), für die Buchenauer Feuerwehrleute wird die Umkleide von der Fahrzeughalle (oben links) getrennt und die energetische Sanierung des Bürgerhauses Holzhausen (oben rechts) wird fortgesetzt. Fotos: Gianfranco Fain

Obwohl die Gemeinde schon 645.000 Euro 
ausgibt, um die Zuschüsse des Dorferneuerungsprogramms zu nutzen, 
investiert sie auch in 
andere große Vorhaben.

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