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Gefahr von Wildunfällen steigt

Wildwechsel Gefahr von Wildunfällen steigt

Juli bis Mitte August, das ist die Brunftzeit des Rehwildes. In dieser Periode wächst die Gefahr, dass Rehwild beim Überqueren von Straßen mit Autos und Motorrädern kollidiert.

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Mit der Paarungszeit des Rehwildes steigt die Gefahr von Wildunfällen. Die Tiere sind während der Paarungszeit unberechenbar, warnt Volker Klingelhöfer, Pressesprecher der Jägervereinigung Hinterland.

Quelle: Bernd Fischer

Gladenbach. Etwa 16000 Rehe fallen in Hessen jährlich dem Straßenverkehr zum Opfer. Insgesamt ereignen sich etwa 25000 bis 30000 Wildunfälle, an denen Wildtiere wie Rehwild, Feldhasen, Fuchs, Wildschwein oder Hirsch beteiligt sind. Das ist die aus seiner Sicht traurige Bilanz über die Volker Klingelhöfer, Pressesprecher der Jägervereinigung Hinterland, zu berichten weiß.

Besondere Gefahr besteht eben in der Zeit der Brunft des Rehwildes. Klingelhöfer berichtet, dass er selbst kürzlich beobachtet habe, wie ein Rehbock einer Ricke unnachlässig nachlief und dabei allen Bögen des weiblichen Tieres folgte. „Die Paarungszeit des Rehwildes hat also begonnen“, machte Klingelhöfer deutlich.

Tiere nehmen ihreUmgebung nicht wahr

Dies bedeutet im Klartext, dass ab sofort auf allen Straßen Wachsamkeit angesagt sein sollte. Zu jeder Zeit kann unverhofft Rehwild vor Fahrzeugen auftauchen. Dabei besteht nicht nur Gefahr für das Wild.

Unfälle dieser Art haben häufig auch erheblich Personenschäden und Schäden an Fahrzeugen zur Folge. Besonders tragisch können Zusammenstöße mit Rehwild für Motorradfahrern enden. Das Rehwild wird in seiner Paarungszeit unberechenbar.

Die Ricke, also das weibliche Rehwild, sondert Duftstoffe ab, die für den Rehbock unwider-stehlich sind. Der Bock folgt seiner Auserwählten ohne Rücksicht auf irgendwelche anderen Einflüsse. Er „treibt“ die Ricke, wie es in der Jägersprache heißt. In diesen Momenten nehmen die Tiere ihre Umgebung kaum wahr, also auch nicht die Fahrzeuge auf den Straßen, die sie in diesen Situationen häufig überqueren.

Bei Kollisionen mit Fahrzeugen entstehen üble Situationen. Verletztes Wild liegt dann mit Schmerzen und Qualen hilflos an den Straßen. Oftmals überlassen die Fahrzeugführer das Wild achtlos ihrem Schicksal.

Wildunfälle auf jeden Fall melden

Klingelhöfer weist darauf hin, dass in besonderen Bereichen Verkehrsschilder aufgestellt sind und appelliert an alle Verkehrsteilnehmer diese Hinweise ernst zu nehmen und zu beachten. „Vor allem in Waldgegenden und im ländlichen Bereich sollten die Kraftfahrer jetzt besondere Vorsicht walten lassen und die Schilder „Achtung Wildwechsel“ sehr ernst nehmen.

Leider führen viele Verkehrsteilnehmer, vor allem Motorradfahrer, etwa auf der Bundesstraße 253 zwischen Ludwigshütte und dem Eschborn viel zu schnell. Gerade auf diesem Streckenabschnitt passieren immer wieder zum Teil schwere Verkehrsunfälle mit Wildtieren“ ergänzt Klingelhöfer.

In jedem Fall sollte bei Unfällen mit Wild der Jagdpächter oder die zuständige Polizeidienststelle informiert werden. Wichtig ist, darauf legt Volker Klingelhöfer besonderen Wert, verletztes und leidendes Wild von seinen Qualen zu erlösen. Verletztes Wild flüchte oft vom Unfallort und müsse dann mit ausgebildeten Jagdhunden gesucht werden. Daher sei es, schon alleine aus Gründen des Tierschutzes, wichtig, jeden Unfall mit Wild zu melden. Aber auch gesetzliche Bestimmungen schreiben dies vor.

von Heribert Theis

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