Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Für eine Wende in der Energiewende

Vernunftkraft Für eine Wende in der Energiewende

Holzhäuser Standortgegner hörten kritischen Vortrag über die Nachteile der Windkraftnutzung. Neben den Folgen der Energiewende war auch der Infraschall ein Thema während der Versammlung der Bürgerinitiative Holzhausen.

Voriger Artikel
Es geht los: Bagger hebt Erde aus
Nächster Artikel
Das wünschen sich die zwölf Ortsteile

Der neue und alte Vorstand der Bürgerinitiative (BI) zur Förderung des Naturschutzes und der Heimatpflege Holzhausen. Andreas Knoll ist am weißen Hemd und der Brille zu erkennen.

Quelle: Gianfranco Fain

Holzhausen. Einen Tag nach der Jahreshauptversammlung der BI Holzhausen begrüßte der Landesverband der windkraftkritischen Bürgerinitiativen Vernunftkraft Hessen die distanzierenden Äußerungen der hessischen Landesregierung zum Bau der Nord-Süd-Trasse (Südlink) und fordert eine bedarfsorientierte Begründung für den Bau einer solchen Trasse. Zur Begründung nannte die Initiative, dass die aktuellen Stromerträge aus den Offshore Windparks in der Nordsee weit hinter den Zielen zurückbleiben. So erreichten die 193 Anlagen in den vergangenen vier Jahren statt der prognostizierten 50 Prozent im Durchschnitt nicht einmal 30 Prozent Volllaststunden.

Dem Landesverband Vernunftkraft gehört seit einiger Zeit auch die BI Holzhausen an und so berichtete Vorstandsmitglied Andreas Knoll in einem längeren Vortrag über die „Vernunftkraft“-Standpunkte: Für den Ausstieg aus der Atomstromproduktion werde keine Energiewende benötigt. Diese führe zu einer großen Natur­zerstörung und zur Steigerung des Kohlendioxid-Ausstoßes sowie einer Überproduktion von Strom und steigenden Preisen. Zudem würde dabei das Geld „von unten nach oben verteilt“, durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) rund 138 Milliarden Euro. Knoll unterstrich seine Aussagen mit Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), wonach selbst bei einer Verdopplung der Windleitung der Anteil an Erneuerbarer Energie am Strommix in Deutschland nur um 1,5 auf 25,8 Prozent zunehmen werde.

Weitere Schaubilder zeigten den geringen Anteil Deutschlands an der weltweiten Kohlendioxid-Produktion sowie die unstete Einspeisung mit Überproduktions-Spitzen durch Windkraftanlagen.

Als „Realität“ nannte Knoll die Überproduktion und Steigerung des Kohlendioxid-Ausstoßes, wodurch Deutschland vor zwei Jahren 33,8 und im vergangenen Jahr vermutlich 34 Terrawattstunden Strom exportierte. Ein Terrawatt entspricht einer Billion, also 1000000000000 „Wattstunde“.

Eine weitere Realität seien die durch die Windkrafteinleitung gesteigerten Eingriffe ins Tennet-Netz sowie die Verteuerung des Stroms durch die EEG-Umlage. Dabei schlügen von 1000 produzierten Kilowattstunden am Hilsberg 58 Euro als EEG-Zulage zu Buche.

Weitere „Fakten“, die Knoll nannte: Wenn kein Wind weht, gibt es auch keinen Strom. Stromspeicher wird es auf absehbare Zeit nicht geben und kein Windrad oder Fotovoltaik­anlage könne ein konventionelles Kraftwerk ersetzen.

Zudem ergänzte Knoll die Folgen der Energiewende noch um folgende Angaben:

nDie Strompreise werden weiter steigen.

nDie Zahl der Stromsperren wird zunehmen.

nDas Stromnetz wird unsicher.

nWenn der Wind weht, überschwemmt Deutschland Europa mit Strom.

nDer windige Januar kostete den Steuerzahler 13 Millionen Euro zusätzlich.

Ein weiterer angesprochener Aspekt der Windenergie war das Thema Infraschall. Dazu erklärte der BI-Vorsitzende Reinhold Leinweber, dass wegen der vermuteten Gesundheitsgefährdung im „Wind-Vorreiterland“ Dänemark die meisten Projekte mit Windenergieanlagen auf Eis gelegt seien, bis das Ergebnis einer Studie vorliege.

von Gianfranco Fain

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr