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Frühlingserwachen mit Blasmusik

Konzert in Gladenbach Frühlingserwachen mit Blasmusik

Am Samstag erklangen im Gladenbacher Haus des Gastes die schönsten Melodien aus der Feder des Egerländer Kapellmeisters, vorgetragen vom Musikverein Gladenbach.

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Der Musikverein Gladenbach überzeugte mit einer gelungenen Interpretation von Ernst Mosch-Titeln. Dirigent Michael Werner (rechtes Bild, links) und Ernst Mosch-Double Jens Becker „zwitscherten“ den „Dompfaff“.Fotos: Helga Peter

Gladenbach. Das Konzert des Musikvereins Gladenbach war vom ersten bis zum letzten Takt geprägt von musikalischer Spannung in Interpretation, Präzision und Dynamik, die etwa 400 Zuhörer waren begeistert. Mit dem Marsch „Junges Leben“ eröffnete das Orchester den Musikreigen. Schon mit dem Vortrag des 1969 zum ersten Mal erschienenen Musikstücks „Blasmusik klingt so“ sprang der berühmte Funke über und die Konzertgäste klatschten begeistert im Rhythmus.

Michael Werner, seit 2009 musikalischer Leiter des Musikvereins Gladenbach, dirigierte und moderierte die Veranstaltung und stellte auch die Biografie der Egerländer Legende Ernst Mosch vor, der am 7. November 1925 in Zwodau bei Falkenau geboren wurde. Schon im Alter von acht Jahren habe Mosch im Falkenauer Jugendblasorchester das Flügelhorn gespielt. Diesen biografischen Abschnitt untermalte das Orchester mit dem Vortrag „Heimatbilder“, dem Walzer „Ich tanz so gerne mit Dir“ und der dynamischen Polka „Der Herzensbrecher“. Mit „Klasse“ und „Bravo“ quittierte das Publikum die Musikdarbietungen.

In der Jugendzeit nahm sein Wunsch, Musiker zu werden Gestalt an, Mosch bewarb sich 1940 an der städtischen Musikschule in Oelsnitz im Vogtland. Dort erlernte er, wenn auch zunächst heimlich, das Spielen seines geliebten Instrumentes, der Posaune. Überraschungen hatte Dirigent Michael Werner für diesen Abend angekündigt und mit Erstaunen hatten die Zuhörer bereits ein Ernst-Mosch-Double im Saal in der vorderen Reihe ausgemacht, das jetzt von Dirigent Michael Werner aufgefordert wurde, den Taktstock zu übernehmen. In bewährter Mosch-Manier dirigierte nun Jens Becker - Ortsvorsteher von Steinperf - den Egerländer Musikanten-Marsch „In deinen Armen“ und „zwitscherte“ mit Untermalung des Orchesters, zusammen mit Michael Werner, zu der Polka „Dompfaff“.

Spätestens jetzt war neben dem am Samstag in der Natur spürbaren meteorologischen auch der musikalische Frühling angebrochen und der Applaus war allen Beteiligten sicher.

Der Musikverein Gladenbach, der in den vergangenen Wochen allein 15 neue Mosch-Titel einstudiert hatte, brillierte unter anderem mit dem „Andulka-Marsch“. Zu den Klängen „Im Rosengarten von Sanssouci“ stimmten Konzertgäste spontan mit ein in diese Weise. Michael Werner beleuchtete viele Stationen im Leben von Ernst Mosch und dabei auch die rauschende Ballnacht des Bundespresseballs 1955 in Bad Neuenahr, bei der Mosch spontan eine Blaskapelle leitete, aus der sich in Folge die Egerländer Musikanten entwickelten und bereits 1956 Hits, wie die „Fuchsgraben-Polka“ und den Walzer „Rauschende Birken“, hervorbrachten. Auch diese sehr bekannten Titel der Egerländer-Musikanten interpretierte der Musikverein Gladenbach für seine Gäste. Michael Werner trug ein Zitat von Ernst Mosch vor: „Musik hat für mich nur dann Sinn, wenn sie absolut interpretiert wird“. Diesem Ausspruch könne er sich nur anschließen, sagte Werner. Für seine Musiker hatte er im Verlauf des Abends immer wieder ein Lob parat.

Als ein weiterer Überraschungsgast betrat Harry Walther die Bühne, der die Gäste nicht nur mit Witz unterhielt und sondern auch mit zwei Löffeln die Technik zeigte, die zum Vortrag der „Löffelpolka“ dazugehört. Mit dem Vortrag des „Böhmischen Windes“ in dessen Wortlaut es heißt: „Weit in der Ferne rauscht nun leis‘ der böhmische Wind, er wird noch wehen, wenn wir längst nicht mehr sind“ - das sich Ernst Mosch zu seiner Beerdigung gewünscht hatte, ging der Ernst-Mosch-Abend seinem Ende zu und fand den Ausklang mit „Bis bald, Auf Wiedersehen“. Michael Werner kündigte an, dass am 27. April in Dautphe ebenfalls ein Ernst-Mosch-Konzert stattfindet. Mit langanhaltendem Beifall dankten die Konzertbesucher den Musikern für den gelungenen Abend.

von Helga Peter

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