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Fröhliches Fest klingt friedlich aus

Bilanz: Kirschenmarkt Fröhliches Fest klingt friedlich aus

Nicht zuletzt wegen des Kaiserwetters zum Kirschenmarkt ziehen die Veranstalter eine positive Bilanz.

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Blick in die Fressgasse.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Gladenbach. Einen Tag nach dem Kirschenmarkt blickt Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim zufrieden auf die Festtage zurück. Von der Diskoparty am Mittwoch bis zum Höhenfeuer am Sonntag seien alle Programmpunkte des Kirschenmarktes bei den Besuchern gut angekommen. „Bei der Wetterkulisse frage ich mich, ob der diesjährige Kirschenmarkt noch zu toppen ist“, sagte Knierim. Der Bürgermeister hat diesmal auch seine Handschrift im Ablauf hinterlassen. Nach zwölf Jahren gab Michael Welke die Moderation ab an den Lokalmatador Lutz Riemenschneider, der die Wahl der Kirschenkönigin präsentierte sowie das Showprogramm am Samstag und am Sonntag.

Marktmeister Bruno Hercher zog schon am Freitagabend eine positive Bilanz des Krammarktes. Alles sei reibungslos verlaufen, der Halter eines Autos, das früh morgens beim Aufbau der Stände im Weg stand, war schnell ermittelt. Hercher freut sich über „ideales Kirschenmarkt-Wetter, es war am Freitag sommerlich warm, aber nicht zu heiß“. Die Bilanz der Händler fällt - wie fast in jedem Jahr - sehr unterschiedlich aus und reicht von „wir sind zufrieden“ bis „es lohnt sich nicht mehr.“ Einig sind sich die Standbetreiber, dass heute viel weniger gekauft wird als vor 10 oder 20 Jahren. Gleichwohl: Bruno Hercher hat schon wieder viele Zusagen von Händlern, im nächsten Jahr wieder nach Gladenbach zu kommen. Und er hat in der Regel 50 bis 90 Bewerber, denen er absagen muss, weil der Platz nicht ausreicht.

Massive Probleme gab‘s von Freitag bis Sonntag, mit den Handynetzen. Vor allem Abends waren die Netze total überlastet. „Das beobachten wir immer öfter“, berichtet Konrad Ruppert, Generalpächter für die Fressgasse und den Rummelplatz. Das passiere allerdings nur auf großen Märkten und sei ein Beleg für große Besuchermassen.

„Über die Handys und Smartphones werden - nicht zuletzt wegen der Flatrates - hohe Datenmengen verschickt, vorwiegend aktuell aufgenommene Bilder, die man eben schnell mal an Bekannte verschickt.“

Vom Verlauf des Kirschenmarktes 2013 ist Ruppert begeistert. „Das war ein tolles Fest mit einem fantastischen Zuschauerzuspruch“, sagt er. Schon der Donnerstag war - nach seinen Worten der Besucheransturm groß. Nur der Samstagmittag mit seinen „Preisen wie in alten Zeiten“ brachte nicht den erhofften Zuspruch. „Dafür hatten wir am Samstag und auch am Sonntag sehr viele Festbesucher“, freut er sich rückblickend.

Bürgermeister Knierim sprach vor allem den vielen ehrenamtlichen Helfern seinen Dank aus. Die DRK Bereitschaft Erdhausen sei mit 40 Helfern „rund um die Uhr“ im Einsatz gewesen. Zum ersten Mal organisierte das DRK Erdhausen um Jürgen Naumann und Markus Kühbauch zusammen mit Holger Tolde den Einsatz des Sanitäts- und betrieblichen Rettungsdienstes sowie den Betreuungsdienst. Insgesamt waren 142 Helfer im Dienst - auch aus Biedenkopf, Gönnern, Mornshausen, Wallau und Gladenbach. Für Naumann und seine Helfer endete der Dienst in der Nacht zum Montag gegen 1.45 Uhr.

Dann mussten noch die Fahrzeuge abtransportiert werden, allerdings erst nachdem die „Fressgasse“ wieder frei zugänglich war. 133 Hilfeleistungen bei Brand- und Schnittverletzungen und Wundversorgungen zählten die Organisatoren. Zudem wurden Prellungen und Schwellungen versorgt. Zum Dienstende waren die Kühlpackungen des DRK aufgebraucht. Einige male entfernten die Helfer auch Zecken oder behandelten Besucher mit Kreislaufproblemen.

Naumann berichtete, dass ein Arzt den DRK-Helfern die Entscheidung abgenommen hat, ob ein Festbesucher ins Krankenhaus musste oder nicht. Dreimal fuhr ein Rettungswagen einen Verletzten ins Krankenhaus.

Immer wieder mussten die Helfer Minderjährige, die stark alkoholisiert waren, zur Unfallhilfestelle transportieren und behandeln. Des Weiteren wurden alte Verletzungen versorgt und schmutzige Verbände gewechselt. Auch kamen des Öfteren Mütter zu den Stationen, um ihren Kindern die Windeln zu wechseln oder um zu stillen. Für derartige „Notfälle“ hatten die Rotkreuzler im Haus des Gastes einen extra Raum abgeteilt. Auch beim Festzug wurden zwei Besucher mit Kreislaufproblemen versorgt werden.

Die Polizei habe mit 20 Polizisten vor Ort für Sicherheit gesorgt und Präsenz gezeigt, berichtete Bürgermeister Knierim. Die Polizei bestätigte dies auf Anfrage und erklärte, dass die Polizisten während des Kirschenmarktes mehrere Körperverletzungsdelikte aufgenommen hat.

von Hartmut Berge, Ingrid Langund Silke Pfeifer-Sternke

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