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Freude, eine Urkunde und auch Tränen

Naturpark-Borschafterin Freude, eine Urkunde und auch Tränen

Der Naturpark Lahn-Dill-Bergland verfügt jetzt über einen sechsten ­Botschafter. Es ist die Landrätin Kirsten Fründt.

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Willkommen im Kreis der Botschafter des Naturparks Lahn-Dill-Bergland (von links): Dr. Rainer Brämer, Marlit Hoffmann, Ralph Venohr als Vorsitzender des Vereins Region Naturpark Lahn-Dill-Bergland, Landrätin und Neu-Botschafterin Kirsten Fründt sowie Brigitte Koischwitz.

Quelle: Gianfranco Fain

Bad Endbach. „Zur Ruhe kommen“, „entschleunigen“, oft fallen diese Begriffe am Mittwochabend im Kur- und Bürgerhaus Bad Endbachs. Es ist, als ob die Umgebung, nach dem der Raum Lahn-Dill-Bergland benannt ist, auf die Menschen einwirkt, ihnen Zeit und Muße gibt, nette Gespräche über sich und die Vielfalt des Naturparks zu führen, für den sie im Vorstand des Vereins, im Serviceteam oder als Repräsentanten tätig sind.

Es ist aber auch ein besonderer Tag, sind doch drei der bisher fünf Naturpark-Botschafter anwesend. Menschen aus der Region, die schon lange für den Naturpark Lahn-Dill-Bergland werben. Brigitte Koischwitz zum Beispiel, die „unseren Naturpark“ als eines der letzten Paradiese empfindet, „in dem man Stille noch hören kann“. Oder Dr. Rainer Brämer, der in dieser Runde gern als Wander-Missionar tituliert wird und von seiner Beteiligung an der Ausgestaltung des Parks berichtet. Der Natursoziologe beschreibt, was zu tun war und noch zu leisten ist in diesem Naturpark, der sich „mit seinen Premiumwanderwegen zu einer der objektiv schönsten deutschen Wanderregionen gemausert hat“. Und auch Marlit Hoffmann setzt sich seit Jahren für den Naturpark ein, empfindet ihn als „schier unerschöpfliche Quelle der Entspannung und Erholung“.

Völlig entspannt wirkt auch Kirstin Fründt, obwohl auf sie eine ungewohnte Situation zukommt: „Normalerweise übergebe ich die Urkunden“, wird die Landrätin später sagen, nachdem sie ihre Ernennungsschreiben von Ralph Venohr, dem Vorsitzenden des Vereins „Region Lahn-Dill-Bergland“ erhalten hat. Nun ist sie offiziell auch eine Botschafterin des Naturparks, übernimmt die Aufgabe, innerhalb und außerhalb der Region für das Erholungsgebiet zu werben, „anderen Menschen die Augen zu öffnen“, wie sie selbst sagt.

Das mache sie gern und könne dies auch aus voller Überzeugung tun, ergänzt die Naturwissenschaftlerin, die sich ob ihrer Ausbildung nicht nur im Klaren darüber ist, „was es bedeutet, einen Naturpark im Landkreis zu haben“ sondern Teile desselben schon selbst durchschritten hat.

Landrätin erkundet Region auf den Wanderwegen

Dabei hat sie den Koppe-Turm bei Gladenbach-Erdhausen zu ihrem Lieblingsort erkoren. Man habe von dort einen wunderbaren Blick in die Ferne und auch in die nähere Umgebung der vielfältigen Region. Eine Region, die sich auch durch die Bewirtschaftung des Menschen verändert habe. Dieses Kleinod gelte es zu erhalten.

Auch deshalb sei sie „gerne Naturpark-Botschafterin, da der Naturpark zentrale Themen regionaler Entwicklung vereint: Erhalt von Natur und Kulturlandschaft, regionale Wertschöpfung und Erhalt dörflicher Strukturen.“ Doch es gibt in dieser frohen Runde auch einen beklemmenden Moment, in dem Tränen fließen. Diese rollen Carola Heimann über die Wangen, als sie sich von ihren Mitstreitern verabschiedet. Die Geschäftsführerin des Regionalvereins verlässt den Naturpark, um sich neuen Aufgaben zu stellen. Ihre Aufgabe war, ein Marketing aufzubauen, Prospekte zu entwerfen und den Internetauftritt neu zu gestalten, um den kleinen neben den großen Naturparks bekannter zu machen.

Sie initiierte aber zum Beispiel auch das Land-Paket - ein Geschenkpaket mit regionalen Produkten - widmete sich den Wege-Paten der Extra-Touren entlang des Lahn-Dill-Bergland-Pfades, bildete Natur- und Landschaftsführer aus und setzte sich für der Aufbau des Radtourismus ein.

Ebenso gerührt wie die scheidende Geschäftsführerin dankten ihr die Anwesenden für ihre tolle Arbeit, wünschten ihr alles Gute bei der neuen Aufgabe und hießen sie jederzeit als Gast willkommen.

von Gianfranco Fain

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