Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
Fremdverschulden ausgeschlossen

Einsturz des alten Bauernhauses Fremdverschulden ausgeschlossen

Vor etwas mehr als einem Jahr stand in der „Rauen Gass 8“ noch ein altes Bauernhaus. Das nach 
einer Explosion leergeräumte Trümmerfeld 
steht nun zum Verkauf.

Voriger Artikel
Forderung nach Tempolimit
Nächster Artikel
Bündnis für Bürgernähe setzt auf Wahlerfolg

Einem Trümmerfeld glich am 16. Dezember des vorigen Jahres die Stelle in Mornshausen, an der am Abend zuvor nach einem lauten Knall ein Wohnhaus einstürzte.

Quelle: Archiv

Mornshausen/S.. Es war am 
15. Dezember des Vorjahres, als es gegen 18.10 Uhr im Gladenbacher Stadtteil Mornshausen einen lauten Knall gab. „Was war das denn?“, schrieb Kai Gruse einem Freund, mit dem er gerade chattete. „Ja, krass, wie eine Druckwelle“, lautete die Antwort.

Auch Ortsvorsteherin Margarete Kuhrt nahm das ungewöhnliche Ereignis wahr: „Ich war im Bürgerhaus. Kurz nach 18 Uhr gab es einen lauten Knall, das ganze Haus schien zu vibrieren, die Scheiben klirrten.“

Um 18.18 Uhr erklangen dann die Sirenen, die Feuerwehrleute wurden zum Einsatz gerufen. Was die am Ende rund 80 Helfer von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei in der „Rauen Gass 8“ vorfanden, war ein Trümmerfeld. „Das Haus ist weg“, hatten Nachbarn sich zugerufen, und so war es auch. Wie ein Kartenhaus muss der Fachwerkbau eines alten Gehöfts mitten im Ortskern zusammengefallen sein.

Bewohner stirbt an inneren Verletzungen

Weil das Auto des 73-jährigen Bewohners vor dem Haus geparkt war, konzentrierte sich die Suche der Einsatzkräfte nach dem Mann, der unter den Trümmern vermutet wurde. Er wohnte allein im alten Bauernhaus, das Anwesen hatte er Jahre zuvor gekauft, Landwirtschaft und Viehzucht aber später aufgegeben.

Die Helfer fanden seine 
Leiche kurz nach 22.30 Uhr. Die Obduktion ergab, dass der Mann zum Zeitpunkt der Explosion noch lebte, durch die herabstürzenden Trümmerteile aber so schwer verletzt wurde, dass er an seinen inneren Verletzungen starb. Einen Tag später holten die Feuerwehrleute seine Mischlingshündin Paula lebend aus den Trümmern.

Die Ermittlungen zur Unglücksursache liefen an, es wurde eine elf Kilogramm schwere Gasflasche sichergestellt, die in der Nähe des Opfers gefunden wurde. Der 73-Jährige habe zwar mit Holz geheizt, aber mit Propangas gekocht, hieß es im Ort, Angaben, die die Staatsanwälte damals nicht bestätigten. Nach den anfänglichen Untersuchungen des Unglücksortes zogen sich die Ermittlungen hin. Spezialisten des Landeskriminalamtes sollten die Explosionsursache herausfinden.

Danach war das Gelände monatelang gesperrt. Die Bauaufsicht hatte das Betreten des Trümmerfeldes als höchst gefährlich eingestuft, da das Haus unterkellert war und sich unter dem Schutt auch viele Hohlräume befanden. Mittlerweile ist das Verfahren gegen Unbekannt, ein solches wird immer bei ungeklärten Unglücksursachen eingeleitet, eingestellt. „Es ergaben sich keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden“, erklärt Staatsanwalt Oliver Rust auf Anfrage der OP.

von Gianfranco Fain

 
Heute ist das Grundstück „Raue Gass 8“ geräumt sowie von Unkraut überwuchert und steht zum Verkauf. Foto: Gianfranco Fain
 
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr