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Freiwillige helfen bei Wohnungssuche

Flüchtlingshilfe Freiwillige helfen bei Wohnungssuche

Mit der Anerkennung des Status als Flüchtling ist die nächste Hürde zu nehmen: die Wohnungssuche. In der Hinterlandkommune Gladenbach mangelt es an Wohnraum.

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Eine Frau steht in einer leer stehenden Wohnung. In Gladenbach gestaltet sich die Suche nach geeignetem Wohnraum für Flüchtlinge schwierig.

Quelle: Uwe Anspach/dpa

Gladenbach. Mit der steigenden Zahl der Flüchtlinge, die nach Gladenbach in einer Notunterkunft leben, steigt auch die Zahl der Anerkennungen. Das ist der Start zum Auszug aus der Gemeinschaftsunterkunft.

Die Flüchtlinge werden aufgefordert, sich dann eine Wohnung suchen. Doch der Wohnraum in der Hinterland-Kommune Gladenbach ist knapp – vor allem Einzimmerwohnungen für die vielen Alleinstehenden sind schwer zu finden.

Mit der Anerkennung flattert die Aufforderung ins Haus, sich eigenen Wohnraum zu suchen. Anerkannte Flüchtlinge erhalten Hartz IV, das Kreisjobcenter übernimmt die Miete. Einer Person steht eine 50 Quadratmeter große Wohnung zu, für jede weitere darf die Wohnung 15 Quadratmeter größer sein. Eine dreiköpfige Familie hätte demnach Anspruch auf eine 80-Quadratmeter-Wohnung.

„Keiner fliegt aus der Unterkunft raus“

„Sobald den Flüchtlingen ein Datum zum Auszug aus der Gemeinschaftsunterkunft gesetzt wird, werden die Bewohner der Gemeinschaftsunterkünfte unruhig“, berichtet Carmen Pflug in der jüngsten Sitzung der Flüchtlingshilfe Gladenbach. Die Situation der Wohnungsknappheit sei dem Kreis aber bekannt.

„Kein Bewohner fliegt aus der Unterkunft raus“, bestätigt Pflug. Auf sich gestellt, sei es für die Flüchtlinge fast unmöglich, eine Wohnung zu finden. „Der Wohnungsmarkt ist leergefegt, den Flüchtlingen fehlt es an Kontakten, und oft mangelt es an den notwendigen Sprachkenntnissen“, so Pflug.

In der Gladenbacher Flüchtlingshilfe ist seit Längerem Martina dos Santos aktiv. Sie hat sich mittlerweile ein Netzwerk aufgebaut, doch auch für sie ist es schwer, eine Wohnung für Flüchtlinge zu finden. Sie benötige dringend Unterstützung, sodass sich weitere Helfer über die Flüchtlingshilfe bei ihr melden können, die ihr zur Seite stehen, sagt Pflug.

WGs könnten Probleme mildern

Die Hilfe bei der Wohnungssuche soll über dos Santos in Zukunft noch besser koordiniert werden. Es komme immer wieder vor, dass sich gleich mehrere Personen um eine Wohnung für einen Flüchtling bemühen, sagte Pflug.

Auch hält sie es für sinnvoll, wenn alleinstehende Flüchtlinge sich zu Wohngemeinschaften zusammenschließen, weil es leichter erscheint, größere Wohnungen zu finden.

„Nicht die Preise auf dem Immobilienmarkt sind das Problem, sondern der fehlende Wohnraum“, bestätigt dos Santos. Viele Flüchtlinge würden von Vermietern abgewiesen. Und dort, wo Wohnraum frei ist, fehle die Infrastruktur. Das sei problematisch, weil die Flüchtlinge auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen seien, was für viele eine Kostenfrage sei, sagte sie.

Kreis steht in engem 
Kontakt mit Flüchtlingshilfe

Als nicht sinnvoll erachtet die Flüchtlingshilfe daher eine Verschiebung der Flüchtlinge auf die Dörfer. Dem Kreis ist das Problem nicht unbekannt. Er hat deshalb eine Koordinationsstelle installiert, bei der Informationen rund um den Wohnungsmarkt für Flüchtlinge zusammenlaufen.

Allerdings befasst sich diese Arbeitsgruppe mit der Unterbringung der Flüchtlinge, die vom Land Hessen zugewiesen werden. Zuständig für die Koordination ist Arndt Räuber aus Hartenrod. Im Auftrag des Kreises sucht er nach geeignetem Wohnraum für etwa fünf Personen. 
Wegen des fehlenden Wohnraums steht der Landkreis auch in Kontakt mit der Flüchtlingshilfe Gladenbach. „Kreis und Flüchtlingshilfe arbeiten auch auf diesem Sektor gut zusammen“, betont Stephan Schienbein, Pressesprecher des Landkreises.

  • Die Flüchtlingshilfe Gladenbach sucht Freiwillige, die die Arbeit von Martina dos Santos unterstützen. Wer in dem Team mitarbeiten möchte, kann sich dem lockeren Zusammenschluss von Bürgern anschließen. Eine Kontaktaufnahme ist per E-Mal: info@fluechtlingshilfe-gladenbach.de möglich. Weitere Informationen der freiwilligen Helfer stehen auf der Homepage unter www.fluechtlingshilfe-gladenbach.de.

von Silke Pfeifer-Sternke

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