Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Freibad schließt in heißer Phase

Bürger verärgert, Förderverein irritiert Freibad schließt in heißer Phase

Viele Weidenhäuser sind enttäuscht: Ausgerechnet während der hochsommerlichen Tage war ihr Freibad geschlossen.

Voriger Artikel
Viel Spaß im „Kuckucksnest“
Nächster Artikel
Naturfreunde werben für Artenvielfalt

Für den Einbau der neuen Treppe musste das Wasser im Freibad in Weidenhausen abgelassen werden.

Quelle: privat

Weidenhausen. Wegen der vorhergesagten sonnigen 
Wetterlage liefen nach der Schließung des Freibades zum 4. September zahlreiche Beschwerden bei den „Schwimmbadfreunden Weidenhausen“ 
auf. „Eigentlich geht die 
Badesaison vom 15. Mai bis 
15. September“, sagt Vorsitzender Martin Ruppert.

Wenn die Wetterlage aber schon vorher kein Baden mehr zulasse, dann sei die Badesaison aus verständlichen Gründen in der Vergangenheit vorzeitig beendet worden. In dieser Saison war dies aber nicht der Fall. Darüber ist auch er nicht glücklich. Wie er erfuhr, war die Montage einer neuen Treppe Grund für die vorzeitige Schließung. Dafür musste das Wasser abgelassen werden, da die Treppe dem abfallenden Badgrund angepasst werden musste.

Aus seiner Sicht hätte der Ärger mit den Weidenhäusern vermieden werden können, wenn man den Badbesuchern frühzeitig den Schließungsgrund mitgeteilt hätte. Auch bemängelt er, dass der Förderverein, der sich in einem nicht unerheblichen Umfang an den Kosten der neuen Treppe beteiligt, nicht informiert worden ist.

Ortsvorsteher wünscht „mehr Flexibilität“

Zudem stehen die Eintrittspreise für das Weidenhäuser Freibad in der Kritik. „Wir sind im weiten Umkreis das teuerste Bad.“ Gerade in den Sommerferien sei der Eintritt in das Freizeitbad Nautilust für eine Familie mit zwei Erwachsenen und 2 Kindern um einen Euro günstiger, also 13 statt 14 Euro.

„Dieses Missverhältnis muss für die nächste Saison angesprochen werden“, sagt Ruppert. Ebenfalls sei das Problem zwischen Eintrittskarte und 
Tageskarte scheinbar unlösbar, sagte er und sieht erheblichen Beratungsbedarf. Deshalb soll es demnächst ein Gespräch mit der Stadtverwaltung geben, damit eine Lösung gefunden werden kann. „So sei das Freibad auf Dauer nicht haltbar“, kritisiert Ruppert.

Der Unmut der Weidenhäuser wurde deshalb auch von Ortsvorsteher Markus Wege (SPD) in den Wirtschaftsausschuss getragen. Es könne nicht angehen, dass ein Freibad an den heißesten Tagen des Jahres geschlossen sei, nur weil bereits vor der Saison der Termin für die Schließung festgelegt wurde, sagte er. „Hier hätten wir uns mehr Flexibilität gewünscht“, sagte er.

Für die frühe Schließung habe es verschiedene Gründe gegeben, entgegnete Bürgermeister Peter Kremer (parteilos). Als wichtigsten führte er an, dass schlichtweg das Personal gefehlt habe. Bisher sei es immer so gewesen, dass vorab die Dauer der Badesaison festgelegt werde und für diese Zeit auch Personal vorhanden sei. Leider sei die Badeaufsicht nach dem 4. September aber nicht mehr verfügbar gewesen, ergänzte er. Hinzu der Treppeneinbau.

Bei den Ausschussmitgliedern stießen diese Erklärungen eher auf Unverständnis. Wie die letzten Tage deutlich gezeigt haben, könne es auch im September noch so heiß sein, dass ein Besuch in einem Freibad angebracht ist, sagte Petri.

von Sascha Valentin
 und Silke Pfeifer-Sternke

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr