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Fortbestand der Waldgruppe fast sicher

Waldkindergruppe Fortbestand der Waldgruppe fast sicher

Die Parlamentarier haben das letzte Wort zum möglichen Kompromiss für den Fortbestand der Waldgruppe des Herz­häuser Kindergartens. Der Preis dafür muss noch unter mehreren Optionen ausgehandelt werden.

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Die Kinder der Waldgruppe des Kindergartens Holzhausen können vielleicht weiterhin mit "Klötzchen" spielen. Die Finanzierung des Fortbestands für ein Jahr scheint möglich.

Quelle: Archivfoto

Herzhausen. Noch ringen der Gemeindevorstand und die drei Fraktionen der Dautphetaler Gemeindevertretung miteinander und wohl einige Parlamentarier auch noch mit sich selbst. Es geht um einen Kompromiss, mit dem der vorübergehende Erhalt der Waldgruppe des Herzhäuser Kindergartens für ein Jahr gesichert wäre.

Dessen Ende beschloss der Gemeindevorstand im vergangenen Jahr. Sprecher Bürgermeister Bernd Schmidt begründete dies während einer Hauptausschusssitzung auf Nachfrage der SPD damit, es sei das Naheliegendste, auslaufende Verträge nicht zu verlängern, um Kosten zu reduzieren und dies müsse die Gemeinde tun, um die Genehmigung des Haushaltsplans 2015 zu erhalten. Der Vertrag für die Waldgruppe Herzhausen läuft bis zum 31. Juli dieses Jahres.

Drei Fraktionen sind übereingekommen

Nach der SPD-Fraktion folgten auch die Vertreter von CDU und Freien Wählern (FW) der Einladung des Kindergartenträgers, ließen sich die Problematik von den Eltern schildern. „Wir haben verstanden, was die Eltern bedrückt“, sagte FW-Fraktionschef Michael Honndorf. Es folgten Beratungen in der „AG Finanzen“, die offenbar einen Lösungsweg eröffneten. „Wir sind hinsichtlich der Waldgruppe in guten Beratungen“, sagte Joachim Ciliox dazu am Dienstagabend während der öffentlichen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Mehr verriet er nicht, vereinbarungsgemäß ebenso wenig die anderen Fraktionsvorsitzenden.

Nach Informationen der OP sind die drei Fraktionen jedoch übereingekommen, den Fortbestand der Waldgruppe des Kindergartens Herzhausen für ein weiteres Jahr zu sichern. Offen ist jedoch noch, wie das finanziert oder besser gesagt mit voraussichtlich nicht benötigtem Geld verrechnet werden soll.

Kostendeckung durch Umschichtung?

Fest steht nämlich auch, dass es für den Fortbestand keine weitere Gebührenerhöhung, womit andere belastet würden, geben soll. Zudem favorisieren einige Fraktionen, dass der Ausgleich in der gleichen Haushaltsgruppe „Kinderbetreuung“ erfolgt. So stehen mehrere Optionen zur Diskussion:

  • Die Aussetzung der Beitragsfreiheit für den ersten Monat des Kindergartenbesuchs. Das beträfe die Eltern von rund 100 Kindern, die durchschnittlich jedes Jahr zum ersten Mal eine der zehn Kindertagesstätten der Gemeinde besuchen. Die dadurch erzielten Mehreinnahmen von geschätzten rund 13000 Euro würden die Kosten von rund 20000 Euro nicht gänzlich decken, der Restbetrag müsste aus anderen Töpfen gedeckt werden.
  • Die Deckung der Kosten durch den Wegfall von bereits im Haushaltsplan vorgesehenen Ausgaben wie zum Beispiel für die erste Gruppe der neuen Kinderkrippe im Bürgerhaus Holzhausen, die einen Monat später als geplant ihren Betrieb aufnimmt, oder die zweite Gruppe des Familienzentrums an der Dautphetalschule, die es voraussichtlich nicht wie vorgesehen in diesem Jahr geben wird.

Entwicklungsplan für Kindergärten soll kommen

Möglich erscheint auch ein Mix aus mehreren „Einsparmöglichkeiten“. Welche Lösung es geben wird, entscheidet sich vermutlich am Montag im Ältestenrat. Ciliox äußerte am Dienstagabend noch die Hoffnung, dass aufgrund der „guten Beratungen“ bei der Gemeinde­vertretersitzung am 9. Februar eine Entscheidung getroffen werde. Zur Sitzung müsste eine Beschlussvorlage des Gemeindevorstands vorliegen. Mit der Verlängerung um ein Jahr gewähren die Gemeindeverantwortlichen nicht nur dem kirchlichen Träger einen Aufschub, der sich in dieser Zeit um die weitere Finanzierung der Gruppe bemühen müsse, sondern wollen diese Zeit selbst nutzen. Am Dienstagabend erklärten die Fraktionen, einen SPD-Antrag zu unterstützen, der darauf abzielt, vom Gemeindevorstand einen Kindertagesstätten-Entwicklungsplan für die nächsten fünf Jahre erarbeiten zu lassen.

Darin soll es vor allem um die konzeptionelle Ausrichtung der Kindertagesstätten gehen. Diese sind in ihrer Gestaltung zwar autonom, dennoch möchte die Gemeinde eine Lenkungsmöglichkeit haben, zum Beispiel zu wissen, wo es Sinn macht, welches Angebot zu unterstützen. Der Antrag und die Formulierung des Auftrags sollen während der Hauptausschusssitzung am Dienstag, 3. Februar, im Sitzungsraum des Rathauses ab 18.30 Uhr diskutiert werden.

Die Eltern freuen sich

Den wahrscheinlichen Fortbestand der Waldgruppe für ein weiteres Jahr begrüßen die Eltern der rund 20 Kinder. „Sehr schön“, sagte Elternsprecher Nils Möschl gestern. Es sei sehr wichtig, dass die Waldpädagogik in Herzhausen erhalten bleibe. Was nach diesem Jahr komme, müsse man sehen.

Die Eltern haben sich zusammengeschlossen, um den dauerhaften Fortbestand der Gruppe zu erreichen, weil sie das Konzept der Betreuung im Wald als wertvoll für ihre Kinder ansehen. Zur Untermauerung ihrer Forderung haben sie Unterschriftenlisten verteilt. Die Listen mit den gesammelten rund 1200 Unterschriften werden heute um 17 Uhr im Rathaus an Bürgermeister Bernd Schmidt (FW) übergeben.

von Gianfranco Fain

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